Häufige Fragen & G´schichtln

Wie zum TWH kursieren auch zum Weißen Schäferhund diverse Aussagen, die man häufig zu hören bekommt. Auch hier kann ich nur von meinem WSS berichten und keine Pauschalrückschlüsse auf die Rasse an sich ziehen.

WS sind tolle Familienhunde und zeichnen sich durch besondere Kinderliebe aus: ja, sofern man sich vorab mit der Rasse beschäftigt und sich bewusst ist, was diese Tiere benötigen. Wie bei jeder anderen Rasse können die Hunde sehr kinderlieb sein, wenn sie entsprechend daran gewöhnt werden und keine schlechten Erfahrungen machen müssen. Hunde, wie Kinder sollten sich an gewisse Regeln und Grenzen halten – weder ist der Hund Spielzeug des Kindes, noch hat das Kind vom Hund gemaßregelt oder erzogen zu werden. Weder der Weiße Schäferhund, noch ein Hund irgendeiner anderen Rasse wird aber automatisch als Kinderfreund oder Kinderhasser geboren.

WS brauchen Beschäftigung: das ist absolut richtig und zwar körperlich wie auch geistig. Der Eisbär ist ein richtiges Temperamentbündel; er möchte nicht nur laufen und toben, sondern auch denken können. Fehlte es ihm an Beschäftigung, wurde er in jüngeren Jahren zu einer regelrechten Nervensäge – jetzt im gehobenem Alter ist er sehr ausgeglichen und hat auch mit mehreren wenig aktiven Tagen hintereinander keine Probleme mehr. Wichtig ist jedenfalls, dem Hund genügend Beschäftigung zu bieten, ohne ihn zu überfordern und einen „Action-Junkie“ aus ihm zu machen. Nanook kann innerhalb von kürzester Zeit von 0 auf 100 aufdrehen, bis er wieder runterschraubt und entspannt, braucht es aber einige Zeit – Ruhetage ohne viel Action sind deshalb durchaus empfehlenswert. Wir würden die Rasse Weißer Schäferhund aus den genannten Gründen hauptsächlich aktiven und unternehmungslustigen Menschen empfehlen, die sich ausreichend Zeit für einen solchen Hund nehmen können und wollen.

WS sind intelligent, lernwillig und leicht erziehbar, da sie sich in der Regel gut unterordnen: im Prinzip ja. Der Weiße Schäferhund hat ( wie sein Bruder, der DSH und andere) eine hohe Arbeitsintelligenz – dh. er möchte geistig beschäftigt und gefordert werden und zeigt einen hohen „Will to Please“ – die Bereitschaft gemeinsam mit seinem Menschen zusammen zu arbeiten. Mit Motivation und Bestätigung lernt er sehr schnell; die Erziehung sollte konsequent, aber mit Liebe erfolgen.

WS sind sehr sensibel: Jein. Es gibt sicher sensiblere Hunde als Nanook und – wie bei jedem anderen Hund auch – ist er in hoher Trieblage natürlich weniger sensibel als im Ruhezustand. Als Jungspund war er draussen Haudegen und drinnen überdimensionaler Schoßhund. Jedenfalls kann er ein rechtes Mimoserl sein – er fühlt sich bei Streit unwohl und schnell angesprochen, auch wenn er gar nicht gemeint ist und man den anderen Hund schimpft. Permanenter oder zu großer Druck und Zwang in der Ausbildung verträgt der Bub nicht – er reagiert darauf mit Unruhe und Stress. Geduld und Konsequenz, gepaart mit für den Hund eindeutigen Forderungen und abwechslungsreichen Training lassen ihn konzentriert und mit Freude mitarbeiten.

WS sind vielseitig einsetzbar: das stimmt – man findet sie heute in vielen Sparten des Hundesports und sie erbringen auch als Blinden- oder Rettungshunde sehr gute Leistungen. Man sagt ihnen eine hervorragende Nasenarbeit nach, was wir in Nanooks Fall bestätigen können. Er arbeitet nicht nur gut, sondern auch besonders gerne mit der Nase.

WS eignen sich nicht zum Schutzhundesport: das stimmt so nicht. Mit einem triebigen DSH oder Mali kann er i.d.R. nicht mithalten – wer also im Schutzhundesport weit nach oben kommen möchte, wird mit einem Weißen nicht unbedingt gut beraten sein. Zu Prüfungen und kleineren Turnieren schafft es der Weiße aber allemal – sofern er richtig (über Beutetrieb) aufgebaut wird und man ihm die nötige Zeit gibt, die er braucht. Empfehlenswert ist in jedem Fall, schon beim Welpen viele Beutespiele – auch mit für den Hund fremden Personen – zu machen.

WS sind ängstlich und Fremden gegenüber oft zurückhaltend: zum Teil. Als Welpe war Nanook ihm unbekannten Menschen gegenüber zunächst sehr aufgeschlossen und freundlich. Mit ca. 1/2 Jahr änderte sich das und er zeigte bei Fremden Meideverhalten; brummte oder bellte – niemals alleine wegen ihrer Anwesenheit – es ging stets um Kontaktaufnahme durch fremde Personen; v.a. wenn ihn diese zu stark bedrängten. Mit etwas Geduld kann man da aber durchaus dagegen arbeiten. Mittlerweile sind ihm die meisten Fremden egal, ihm bekannte Personen hingegen werden mit überschwänglicher Freude begrüßt. Unbekannten Objekten gegenüber konnten wir zu keiner Zeit Scheu erkennen; der Bub ist auch nicht Geräusch-empfindlich. Man kann ihn so gut wie überall hin mitnehmen; auch bei größen Menschenansammlungen und Lärm bleibt er absolut cool und gelassen.

WS neigen zu farblichem „Rassismus“: das wiederum ist etwas, was wir nicht feststellen konnten. Als junger Hund sah er Welpen und Hündinnen als Spielpartner; unsichere Rüden wären gerne gemobbt worde, mit jenen, die sich gerne messen, legte er sich bereitwillig an – unabhängig von Farbe und Rasse. Mit zunehmendem Alter interessieren ihn fremde Hunde nicht mehr. Gespielt wird nur mehr mit ihm sehr gut bekannten Hunden, sonst bleibt es bei einem kurzen schnüffeln; anschließend geht er wieder seiner Wege.