Mein Tschechoslowakischer Wolfhund

Einleitung:

“Mein Tschechoslowakischer Wolfhund”? Klingt komisch, oder? Wieso denn nicht “Der Tschechoslowakische Wolfhund”? Wenn´s doch ein Artikel über die Rasse Tschechoslowakischer Wolfhund sein soll?
Tja, ganz einfach. Weil TWH doch recht unterschiedlich und sehr individuell sind. Ich lebe seit bald 10 Jahren mit meiner Hündin Chinua zusammen, habe – seit ich die Rasse vor etwa 15 Jahren entdeckte und v.a. seit ich selbst mein Leben mit einem solchen Tier teile – einige TWH kennen gelernt, aber über alle Individuen und für alle TWH-Halter zu schreiben? Nein, das kann ich nicht. Deshalb schreibe ich über genau einen Tschechoslowakischen Wolfhund. Meinen Tschechoslowakischen Wolfhund. Chinua.

Chinua, Purkersdorf 2009. Elli Lange.

Grundsätzlich gilt: je mehr Erfahrungsberichte man sammeln kann, desto detaillierter wird das Bild und eines ist gewiss: man sollte schon wissen, worauf man sich einlässt, wenn man sich für Wolfhunde interessiert. Einen TWH am Kopf kraulen, ein bissi mit seinem Halter plaudern und dann kennt man die Rasse, spielt’s nicht.

Und wie sind die jetzt so?
Und jetzt sagen Sie mal, sind die denn wirklich so schwierig? Oder auch gerne:
Na und wieviel Wolf steckt da nun drinnen?”

Das sind wahrscheinlich die gängigsten Fragen, die TWH-Halter gestellt bekommen. Und das nicht nur ab und zu, sondern sogar recht häufig. Meine Antworten darauf:

Ja… ähm… pfuh… (Wie soll man bloß so ein komplexes Lebewesen in ein paar wenigen Worten beschreiben? Meine Hündin ist so wie ich: kompliziert und vielschichtig. Aber ob das eine befriedigende Antwort ist?!)
Nein. Und ja. Oder auch: Ja. Und nein. (Immer abhängig davon, was Frau Grau an dem Tag schon getrieben hat)
Ähhh… (meine absolute Lieblingsfrage. Woher soll ich das denn wissen? Hab nicht reingeschaut und kenne auch keinen Wolf persönlich, um Vergleiche anstellen zu können…)

Fragt man mich, wie mein Weißer Schäfer denn so ist, sag ich: Lieb. Recht unkompliziert. Eher einfach gestrickt. Der ist halt der Typ Hund, den 80% der Hundeliebhaber mögen und den sich der Großteil vorstellt, wenn er sagt: ich möchte einen Hund. Geht gern spazieren, ist unkompliziert und kaum peinlich (ok, er kackt am Liebsten vor Publikum – der verstohlene Blick, ob einen jemand beobachtet hat oder man das Gacksackerl ev. doch einstecken lassen kann, ist bei ihm unnötig), schön kuschelig und knuddelt gerne, bringt das Balli auch nach dem 8. Mal noch (halbwegs begeistert) zurück und den einen oder anderen Trick kann man ihm auch ohne viel Aufwand beibringen. Er mag kurzfristig “angrührt” sein, wenn man ihn mal etwas harscher anspricht, ist v.a. geknickt, weil er´s einem gerade nicht Recht gemacht hat, aber im nächsten Moment ist das auch schon wieder vergessen. Da ist eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit von Haus aus da; er ist leicht motivierbar und ordnet seinen Willen meist problemlos unter. Und gibt es doch einmal “Meinungsverschiedenheiten”, so ist er zumindest relativ einfach beeindruckbar. Das alles macht ihn zu einem leicht-führigen Hund. Der Weg mit ihm war nicht immer ganz eben; ein paar Steinchen sind schon drauf gelegen, aber im Grunde war´s ein normaler Spaziergang.

Meine TWH kann ich nicht so einfach skizzieren. Das ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Sie ist toll. (Natürlich ist Nanook das auch und er wird auch innig geliebt und gehegt und gepflegt, aber den besseren Draht habe ich zu Chinua, vermutlich weil sie mir in Vielem ähnlich ist.) Faszinierend. Mein bislang größter Lehrmeister in Sachen Hund. Und wir sind gut zusammengewachsen. Aber der Weg dahin war nicht eben und kein Spaziergang, sondern ein durchaus kniffliger und felsiger Klettersteig. Aber dafür halt auch spannender und herausfordernder.

Nanook & Chinua, Ried 2017

Ist der TWH ein Hund für Spezialisten und Wolfsexperten? Nein, Gott bewahre. Ist er ein Hund für jedermann? Nein, definitiv auch nicht. Der TWH kann ebenso ein guter und alltagstauglicher Begleithund werden, wie ein Golden Retriever, ein Labrador, ein Collie, ein Schäferhund… Der Weg dahin ist allerdings i.d.R. länger und arbeitsintensiver und man braucht mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Geduld, mehr Nerven und eine gute Portion schwarzen Humor. Das sollte man wissen, wenn man sich einen TWH ins Haus holt.

Ist der TWH anders als andere Hunde? „Besonders“ zu sein wird Wolfhunden ja ganz gerne nachgesagt. Auch hier: ja und nein. Ja, weil sie doch recht intensiv sind. Über mehr Körpersprache und Ausdrucksverhalten verfügen, als die meisten anderen Rassen. Nein, weil meiner Meinung nach jede Rasse ihre ganz spezifischen Eigenheiten hat, die sie besonders macht. Ein Akita etwa steht einem TWH in Eigenständigkeit um nichts nach, ist ihm in Sachen „Sturheit“ vermutlich sogar noch eine ganze Nasenlänge voraus. Ein Border Collie wiederum ist zwar mit Sicherheit leichter zu erziehen und auszubilden, sein Arbeitswille oder sein Drang, alles richtig zu machen, würden mich aber in den Wahnsinn treiben. Malinois oder Herder können auch ganz schön grob sein und verfügen zusätzlich über eine gute Portion Triebigkeit, die sie leicht „kopflos“ werden lässt. Mit einem TWH passiert eher selten, dass der sein Hirn ausschaltet und sich nicht mehr spürt. Was zu einem passt und womit man gut kann, ist individuell. Keine Rasse ist wie die andere und ohnehin auch kein Hund wie der andere. Der TWH ist eine von nahezu 400 von der FCI anerkannten Hunderassen – sicherlich etwas „anders“ als gängige Rassen wie Schäfer, Labrador, Pudel u.ä., aber nicht „spezieller“ als es eben auch z.B. ein Akita, ein Kaukase und andere sind.

Beagle Columbia, Nanook & Chinua, Dänemark 2016

Ach und… TWH sind keine Halbwölfe und auch keine Hybriden und benötigen keinerlei spezielle Haltergenehmigungen. Es sind Hunde, die zwar vor noch nicht allzu langer Zeit (in den 1950ern) mit dem Wolf gekreuzt wurden, aber es sind mittlerweile dennoch Hunde und sollten auch wie solche behandelt werden. Das derzeit hippe „Wolfsgedöns“ kommt weder Wolf noch TWH entgegen und steht der unheimlich wichtigen Erziehung zum gesellschaftstauglichen Begleithund leider häufig im Weg. Aber ja, es ist natürlich praktisch, sämtliche Unzulänglichkeiten und Ungezogenheiten auf „den Wolf“ zu schieben. Und klar – es hört sich exklusiv an, wenn man bei Ahnungslosen mit seinem „Wolf“ angeben kann. Hund hat ja schließlich jeder. Man hätte der Rasse meiner Meinung nach einen großen Gefallen getan, hätte man sie einfach „Tschechoslowakischer Schäferhund“ genannt…

Sitzt man nun mit einem Rasseinteressenten zusammen und erzählt so von den häufigsten “Problemen”, mit denen TWH Halter v.a. in den ersten 1, 2 Jahren zu kämpfen haben – diverse zerstörte Einrichtung etwa beim Alleine-bleib Training, die oft zwanghafte Kleptomanie bei (Fr)essbarem oder der ungestümen, aktiven und häufig für 2-Beiner schmerzhaften Art junger TWH, bekommt man meist zu hören: ach, das kenn ich von xy (beliebige Rasse/beliebiger Hund einsetzbar) auch, das macht ja nicht nur ein TWH. Und tatsächlich – das stimmt sogar. Ein TWH macht nichts, was andere Hunde nicht auch machen. Der Unterschied liegt in der Intensität. Zerstören ist nicht gleich zerstören, klauen nicht gleich klauen und wild nicht gleich wild. Ein plumper Versuch, das passende Bild zu vermitteln: Kleinzeug wie Bücher vs. eine ganze Couch zerschreddert. Oder ein bissi zwicken vs. von Kratzern, Bissspuren und blauen Flecken übersäte Gliedmaßen sowie Löcher in fast jedem T-Shirt. Oder Hund klaut die auf Tisch oder Küchenanrichte liegende Wurstsemmel vs. Welpe kommt angesaust, fliegt an einem vorbei und reißt dabei im Flug die Semmel direkt aus der Hand. Dies jemandem zu vermitteln, der das noch nicht selbst erlebt hat, ist allerdings wirklich schwierig bis fast unmöglich.

Die beste Möglichkeit festzustellen, ob man TWH tauglich ist, wäre meiner Meinung nach: 1 Woche zu jemandem mit 4, 5, 6 Monate altem TWH zu ziehen. Wer dann immer noch sagt: ja mei, kenn ich von xy auch und locker bleibt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit ganz gut vorbereitet sein. Denn alles kann, aber nichts muss beim TWH. Mit etwas Glück erwischt man ein einfacheres Exemplar, mit viel Pech einen sehr herausfordernden, schwierigen Charakter. Wer aber weiß, was einem blühen kann und mit allem möglichen und unmöglichen rechnet und daher idealerweise über Plan B und am besten noch C verfügt, wird nicht so schnell aus der Bahn geschmissen.

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Wie alles begann:

Mit einem wunderbaren DSH aufgewachsen, wollte ich eigentlich wieder einen solchen an meiner Seite. Leider hatte sich aber seit Ende der 70er Jahre in der Zucht so einiges getan und zu Beginn des 21. Jahrhunderts schien es mir unmöglich, einen Züchter ausfindig zu machen, der nicht nur von Aufzucht und Haltung meinen Anforderungen genügte, sondern auch den Typ DSH züchtete, den ich mir vorgestellt hatte. Ich wollte keinen Hund mit Fließheck und auch keine Triebsau, die nur arbeiten im Kopf hat. Und so machte ich mich auf die Suche nach Alternativen. Zuerst entdeckte ich den Weißen Schweizer Schäferhund, in den sich sowohl ich als auch mein damaliger Lebensgefährte sofort verliebten. Und nach einigen Recherchen und dem Besuch eines Züchters stand fest: so einer soll´s werden. Da ich zu dieser Zeit noch meinen ersten eigenen Hund; einen Border Collie Mix hatte, war klar, dass der Weiße der Hund meines Freundes werden sollte und mein nächster Hund erst später kommen sollte. Ebenso klar war, dass wir mit einem weiteren Hund noch warten wollten, bis der Weiße halbwegs erwachsen war. Und so nutzte ich die Zeit, um weiter im Internet zu stöbern und entdeckte zuerst den Saarloos Wolfhond (der mich zwar optisch ansprach, aber charakterlich einfach nicht zu mir passte, da zu zurückhaltend und schüchtern) und letztendlich den Tschechoslowakischen Wolfhund.

Chinua und Saarloos Chugan, Lobau 2014

Es war nicht ganz Liebe auf den ersten Blick, aber vor allem seine Charakterbeschreibung faszinierte mich und schien annähernd eine Alternative zum DSH. Und so begann ich, mich eingehender über diese Rasse zu informieren. Und das war zu dieser Zeit tatsächlich gar nicht so einfach. Zwar kannte plötzlich fast jeder Bekannte aus der Hundeszene plötzlich jemanden, der jemanden kennt, der einen TWH hat und… um Gottes Willen, weißt du denn überhaupt, was du dir da antust?! Die kann man nicht erziehen, die sind scheu und aggressiv. Oder was willst du denn mit sowas? Die sind doch für nix zu gebrauchen? um nur ein paar der vielen Horrorgeschichten zu erwähnen, die ich da zu hören bekam.

Auf der einzigen Plattform im Internet; wolfdog.org, bekam ich dann schon seriösere Infos; dennoch tummelten sich auch (oder gerade) dort einige… hmmmm… sagen wir mal “interessante Egos”, die auch so einiges an Schreckensnachrichten zu erzählen hatten. So ein TWH – das ist wirklich nur was für Wolfs-Experten. Zimen, Bloch usw. – ja, die sollte man jedenfalls alle gelesen haben – mehrmals versteht sich. Zudem die üblichen Berichte über zerstörte Autos und Wohnungseinrichtungen, Hyperaktivität, Aggression generell, sowie körperliche Auseinandersetzungen mit den Besitzern.

Ich habe dennoch weiter recherchiert, so ziemlich alle damals vorhandenen deutschsprachigen Züchter angeschrieben, einige davon dann besucht, Halter auf Ausstellungen gelöchert und lange überlegt, ob ich mir so ein Tier zutraue. Weil… was, wenn die Geschichten doch stimmen? Kann ich damit umgehen, einen doch recht großen Hund am Ärmel hängen zu haben, der meint: und jetzt schau´ ma mal, wer von uns beiden der Chef ist…? Gesiegt hat im Endeffekt meine Abneigung gegen Vorurteile und die Tatsache, dass die abenteuerlichsten Geschichten entweder von den “Ich kenn wen, der kennt wen…” Leuten oder den eigenwilligsten der Wolfhundhalter kamen, während die mir vernünftig erscheinenden meine größten Ängste dann doch zerstreuen konnten.

Und so zog nach gut 5 Jahren der Information, des Züchter Suchens und des Wartens schließlich mein langersehnter Traum ein… der dann erst mal zum Albtraum wurde.

Chinua 2 Monate, Wien 2007

Der erste Tag:

Da saß er nun also in der Autobox im Kofferraum; mein kleiner, langersehnter Wunschtraum auf 4 Pfoten und schrie sich die Seele aus dem Leib. Den Empfehlungen der Züchterin zum Trotz hielten wir schon nach 5 Minuten Fahrt an, um dem Gebrülle ein Ende zu bereiten. Ich setzte mich also auf die Rückbank und das kleine “Wölfchen” (das damals viel eher einem Fuchs ähnelte, tatsächlich aber ein Monster war) parkte ich auf meinem Schoß. Wie süß war der Nanook damals auf der Heimreise, der sich eng neben mich kuschelte; den Kopf hinter meinen Rücken steckte und die ganze Fahrt über schlief. Nun ja, Frau TWH hatte andere Pläne. Sichtlich angewidert krabbelte sie von meinem Schoß, rückte noch ein wenig von mir ab und lies sich dann nieder, um weiter zu jammern. Ich ein Stück nachgerutscht – so ein kleines Hundekind braucht doch Körperkontakt. Oder etwa nicht? Chinua fand das jedenfalls nicht und rückte wieder weg. Am Ende der Bank angekommen schnappte ich sie, rückte zurück auf meinen Platz, setzte sie mir wieder auf den Schoß und das Spiel begann von Neuem. So ging das nahezu die gesamte Heimfahrt von Passau nach Wien. Ok, stimmt nicht. Nur so lange, bis sie im Liegen ihren Popo hob, pinkelte und sich dann einfach wieder drauflegte. Die Aussicht auf einen nassen Fleck auf meiner Hose schien mir dann doch weniger erstrebenswert…

Daheim ging ich mit dem kleinen Haudegen in den Garten, während mein Ex Nanook holte und dazu ließ. Hier sollte das erste Kennenlernen der beiden stattfinden. Frau Grau hatte darauf allerdings wenig Lust, knurrte den großen weißen Plüsch selbstsicher weg und begann, ausgiebig den Garten zu erkunden. Zielstrebig schlüpfte sie durch das einzige Loch in Nachbars Garten und ließ sich gute 30 Minuten bitten, bevor sie wieder zurückkam. Anschließend suchte sie sich einen Strauch, buddelte sich darunter eine Grube und pennte erstmal 2 Stunden lang.

Die ersten Stunden im neuen Zuhause, Chinua, Wien 2007

Ungeduldig ließ ich sie schlafen und konnte kaum erwarten, dass sie endlich erwachte (das sollte sich ganz schnell ändern – künftig konnte ich kaum erwarten bis sie endlich schlief und tat dann alles, um sie ja nicht zu wecken) – ich wollte sie doch endlich richtig kennen lernen. Frisch ausgeruht und zu neuen Schandtaten bereit, ließ sich Chinua dann doch ein wenig von mir bespaßen und guckte interessiert zu, wie ich mit einer Stoffmaus vor ihrem Gesicht herumfuchtelte. Und tatsächlich – das erste Mal sowas wie Interesse in ihrem Gesicht – schnappte sie sich das Stofftier. Als ich hin greifen wollte, um weiter zu spielen, ließ das kleine Wolfhundkind dann alle Hüllen fallen, entblößte sein wahres Gesicht und… biss zu. Denn schließlich gehörte die Maus ja jetzt ihr.

Der niedliche Blick täuscht! Chinua, Wien 2007

Den ersten Tag mit meinem großen Traum hatte ich mir wahrlich anders vorgestellt. Ich war enttäuscht, geschockt und fragte mich, ob ich tatsächlich die richtige Entscheidung getroffen hatte, als ich just “den größten Feger aus dem Wurf” wollte.

Freuden der Welpenzeit:

Und ähnlich ging es dann die nächsten Wochen weiter.
Rückblickend muss ich sagen, dass Chinua als Welpe schon wahnsinnig anstrengend war. Klar, in gewisser Weise ist das jeder Welpe – sie sind noch nicht stubenrein, müssen sich erst an das neue Zuhause und den Tagesablauf gewöhnen, sie können nicht alleine bleiben, machen vielleicht das Eine oder Andere kaputt und müssen generell noch so viel lernen…

Chinua war von Anfang an eine sehr starke kleine Persönlichkeit. Die meisten Welpen schließen sich ihren neuen 2-Beinern erstmal ganz automatisch an. Sie werden von ihrer Mama, ihren Geschwistern, aus der gewohnten Umgebung und von den ihnen bekannten Menschen weggeholt – was bleibt ihnen da auch anderes übrig? In der Natur ist ein verlassener Welpe dem Tod geweiht.

Chinua hingegen sah das alles ganz anders. Vermenschlicht betrachtet wirkte es etwa so: ihr habt mich aus meinem Zuhause gerissen, ich mag euch nicht, ich brauch euch nicht – leckt mich am A…. Ich bekam von ihr keinen Vorschuss an Vertrauen, sondern musste es mir erst hart erarbeiten. Was alles andere als einfach war, zumal sie sich als extrem grobe Wildsau entpuppte. Sie lief mir nicht nach – ging ich hierhin, lief sie dorthin, sie wollte sich nicht streicheln lassen, Spielzeug gehörte sowieso nur ihr – das hatte ich nicht anzufassen, Leckerli biss sie einem förmlich aus der Hand… Die erste Zeit waren meine Hände und Arme übersät von blauen Flecken, Kratzern und Bisswunden (nie werde ich die skeptischen Blicke meiner Arbeitskollegen vergessen die in der vorsichtigen Frage gipfelte, ob in meiner Beziehung eh alles in Ordnung ist, oder…?!), die zustande kamen weil sie – wenn sie etwas nicht wollte, sofort schnappte, weil sie nicht teilte, weil sie extrem ungestüm im Spiel war oder wenn sie sich freute und weil sie sau-mäßig gierig war und es für sie keine Rolle spielte, ob sie das angebotene Leckerli oder die Finger, die dieses hielten, erwischte. Ja, andere Welpen sind natürlich auch wild und die spitzen Zähnchen hinterlassen Spuren, aber die Intensität war hier doch eine ganz andere. Wild ist einfach nicht gleich wild.

Nanook & Chinua, Wien 2007

Sie wusste von Anfang an immer sehr genau, was sie wollte oder aber, was sie nicht wollte und versuchte, das dann auch mit allen Mitteln durchzusetzen – je nachdem, was ihr gerade passend erschien – mit Diplomatie oder Gewalt. Regeln gab es für sie nicht, sie hinterfragte permanent, versuchte immer wieder und wieder und “Verbote” wurden sowieso völlig ignoriert.

Mein Tagesablauf war die erste Zeit geprägt durch Welpe schnappen und zum Lösen lassen hinaus rennen (und nein, sie stoppte nicht, wenn man sie hochhob, sondern lullte munter weiter). Dabei hoffen, dass sie´s irgendwann einmal doch richtig verknüpft. Pipi und Kacke aufwischen, weil dieser Zeitpunkt bis dato noch nicht gekommen war. Hinter dem Zwerg herlaufen, wenn er den Küchenrollenfetzen verschleppte, mit dem man das hunderttausendste Malheur grade aufgewischt hat. Ihn zum zwanzigsten Mal innerhalb der letzten Stunde vom Telefonkabel unterm Kastl ablenken. Verhindern, dass er den älteren Hund nervt. Verhindern, dass er dem älteren Hund den Kauknochen klaut, nachdem er seinen eigenen versteckt hat. Dabei die Socken aus Körberl, Box oder unter der Decke herausziehen, die er wieder mal unbemerkt geklaut hat. Dabei feststellen, dass das Wölfchen irgendwann zum 20. Mal innerhalb der letzten Stunden auch auf sein eigenes Lager gepullert hat (von wegen Welpen beschmutzen ihr Lager nicht – Chinchen hob tw. einfach im Liegen das Hinterteil, pischte und legte sich dann unbeeindruckt wieder drauf). Die Decke in die Waschmaschine stecken. Mühsam den Grant unterdrücken, was nichts hilft, weil das Zwergerl es trotzdem mitbekommt und wie wahnsinnig fiddelt und beim verzweifelten Versuch springend zu beschwichtigen lange Kratzer an Armen und Beinen hinterlässt. Sich nach dem Klo gehen grün und blau ärgern, weil Klein-TWH beim Begrüßen (schließlich war man ja sooo lange weg) dem 10. Shirt ein Loch verpasst hat. Feststellen, was er in der kurzen Zeit, die man selbst am stillen Örtchen verbrachte, von allen möglichen und unmöglichen Stellen geklaut und in Windeseile zerstört hat. Sich 50 mal entschuldigen, weil der Fratz auch der Mama, die zu Besuch kommt, schon wieder die neue Bluse gestanzt hat. Sich die vielen kleinen Bisswunden eincremen, die einem der Zwerg neu verpasst hat. Aufspringen und hinter ihm herjagen, um ihm die Creme wieder abzunehmen. Sich den Kopf zermartern, wie man die Tube nun aus dem kleinen, aber unheimlich kräftigen Kiefer bekommt. Wieder raus laufen, weil die Kleine so nach “Ich muss Pipi” ausschaut. Davor großes Theater beim Brustgeschirr anziehen mit 3 neuen Bisswunden, weil das Hundekind keine Sekunde still sitzen kann. 10 Minuten warten, während Klein-TWH in aller Ruhe jeden einzelnen Grashalm umdreht um einen geeigneten Platz zu finden. Weitere 15 Minuten warten, weil er bei jedem Menschen, bei jedem Vogel, sogar bei jeder Wolke mit verwunderten Augen guckt, als hätte er gerade das 7. Weltwunder gesehen und dabei auf sein Geschäft vergisst, bevor das Theater wieder von vorne losgeht. Nach 25 Minuten vor lauter Verzückung über die 5 Tropfen Pipi aus dem Häuschen geraten – mit dem Ergebnis, dass das Terrortier einem am Ärmel hängt, weil Frauli ja sooo lustige Geräusche macht. Sich genieren, weil auch der entgegenkommende Fußgänger gleich mitbegrüßt wird. Sich erschrocken entschuldigen, weil der kleine Furz von Hund Nachbars Bello richtig böse angeknurrt hat. Am Heimweg angeekelt versuchen, ihn vom leckeren toten Regenwurm wegzubekommen. Den Zwerg komplett geschafft vom Abenteuerspielplatz Welt wieder in die 4 Wände vefrachten. Entnervt den Jungspund vom älteren Hund klauben, der überschwänglichst und grob begrüßt wird und einen mit einem “Was hast du uns da angetan-Blick” ansieht. 5 Minuten brauchen, bis man das Brustgeschirr wieder ausgezogen hat. Hektisch alles wegräumen, was der liebe Lebensgefährte wieder mal liegen gelassen hat und für das Wölfchen nach Fressbarem aussehen könnte (und das ist fast alles). Und schließlich mucksmäuschenstill dasitzen um die kurze Zeit, wo Klein-TWH endlich schläft genießen und noch ein kleines bisschen zu verlängern, während man sich dafür hasst, das man den ernsthaften Wunsch verspürt, dieses niedliche kleine Hundekind mit voller Wucht an die nächste Wand zu klatschen. Und nein, ich übertreibe nicht!

Ich hatte keinen lieben, süßen Welpen, mit dem ich die Welpenzeit genossen hätte (die Welpenzeit ist die schönste Zeit oder hach, die werden viel zu schnell groß und ähnliche Aussagen sind sicher nicht auf den Mist von TWH-Haltern gewachsen). Ich hatte einen Wirbelwind, der jede Sekunde, die er wach war, Blödsinn gemacht hat. Ich hatte ein Hundekind, das von einem „Folgetrieb“ noch nie etwas gehört hatte, das sich nicht streicheln lassen wollte und kein Interesse an Kontaktliegen o.ä. hatte. Ich hatte eine Wildsau, die mir die ersten Monate permanent blaue Flecken, Kratzer und Narben am ganzen Körper zugefügt hat, weil sie erstens vor überschäumender Lebensfreude, zweitens vor Gier, drittens wenn sie irgendwo festgehalten und angefasst wurde, wo sie nicht wollte und viertens immer dann biss, wenn man auf etwas griff, dass sie gerade hatte. Zeitweise hab ich sie fast schon gehasst. Ich weiß nicht, wie oft ich verzweifelt und völlig entnervt war, wie oft ich mich fragte, warum ich mir das bloß angetan hatte und ernsthaft überlegte, ob ich dieses kleine Monster nicht doch besser wieder zurück zu ihrer Züchterin bringen sollte. Obwohl nun wirklich nicht unerfahren, war ich mit meinem Latein so oft am Ende, stand sprichwörtlich an und wurde an meine Grenzen getrieben.

Chinua, 9 Wochen alt, Wien 2007

Der absolute Tiefpunkt kam, als ich eines Tages die Neven verlor und das kleine Monster auf den Rücken würfelte. Man möchte nicht glauben, über welche Kräfte so ein 4, 5 Monate altes Kerlchen verfügt. Die Zwergin kämpfte jedenfalls mit aller Kraft und Entschlossenheit und allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Das und die Aussage einer Freundin, die auch Trainerin ist (Was willst du denn mit einem “einfachen” Hund?!) brachten mich zu der Einsicht, dass ich umdenken und von 0 weg beginnen musste. Vertrauen aufbauen, Bindung herstellen, mich als fähiger, kompetenter und vertrauenswürdiger Hundeführer und Freund beweisen, war nun die Devise. Alles andere konnte warten.

Ein wichtiger Punkt war, ihr ruhig und mit viel positiver Motivation beizubringen, Dinge zu ertragen, die sie nicht wollte (oder aber damit klar zu kommen, dass man nicht immer alles haben und machen kann, was man gerade will), sowie ruhen zu lernen. Das allerwichtigste war allerdings, so denke ich, aufzuhören, sie mit anderen Hunden zu vergleichen und meinen: das hat bei allen geklappt, also muss es da auch klappen.

Der Aussage, der TWH ist kein Anfängerhund, kann ich allerdings trotzdem nicht so recht zustimmen – ich denke, oft steht einem die langjährige Erfahrung mit verschiedenen anderen Hunderassen bei einem TWH eher im Weg, weil man Vergleiche zieht, anstatt sich ganz offen auf genau dieses Tier einzulassen und vielleicht weniger flexibel ist, als jemand, der noch nie einen Hund hatte und das einfach hinnimmt.

Aber es gab natürlich auch lustige Erlebnisse: so hat mich meine Frau Grau von jeher auch schon immer auch zum Lachen gebracht. Wenn Herrchen in der Früh vom 1. Gassigang mit den Hunden heimkam, ist sie schnurstracks zum Wäschekorb, hat sich irgendwas von mir (am liebsten eine getragene Socke, BH oder U-Hose) rausgefischt und kam damit zu mir zum Hochbett. Das hatte genau so eine Höhe, dass sie auf den Hinterpfoten stehend mit den Vorderpfoten neben meinem Kopf trommeln und mit Wäsche im Maul ein lautes „möööwööööwööööwöööööööö“ verkünden konnte. Damit ich auch ja nicht verpasste, dass sie wieder da war und der Tag nun beginnen konnte…

Nanook & Chinua, Wien 2007

Wie´s weiter ging:

Die Pubertät war – im Gegensatz zur Welpenzeit – bei uns dann eher ein Kinderspiel. Ob es an meinen gestählten Nerven lag oder ob Chinua da tatsächlich halbwegs easy war, kann ich allerdings nicht eindeutig beurteilen. Man kann jedoch schon feststellen, dass die meisten TWH – wenn sie ihr zu Hause verlieren – als Welpen oder v.a. Junghunde abgegeben werden. Ausgestattet mit meinen eigenen Erfahrungen und dem, was man von frisch gebackenen TWH “Eltern” so mitbekommt, lässt das durchaus darauf schließen, dass dies einfach das anstrengendste Alter ist. Wer das übersteht, kommt danach meist nicht nur mit seinem TWH halbwegs klar, sondern darf sich oft über einen außergewöhnlichen Begleiter, zu dem eine sehr innige Beziehung entsteht (vermutlich sind die Tränen, das ertragene „Leid“ und das gemeinsame aneinander und miteinander wachsen dafür nicht unwesentlich – so etwas verlangt einfach, sich mehr miteinander auseinanderzusetzen und schweißt zusammen) freuen. Nicht, dass es danach immer ein Honiglecken gewesen wäre, aber doch kein Vergleich zur Anfangszeit mehr.

Chinua, Purkersdorf 2008

Ich kann mich, ehrlich gesagt, auch gar nicht mehr so genau erinnern, wie ich dieses oder jenes trainiert oder aber “abgestellt” habe. Es war wohl eine Mischung aus bestärken und belohnen von positivem Verhalten (ich persönlich arbeite gerne mit dem Clicker und habe das Glück, dass meine Hündin sehr verfressen ist – man muss dann lediglich aufpassen, auch wirklich zu belohnen und nicht ins Locken über zu gehen), Grenzen setzen, Konsequenz (nicht jener kleinlichen, die nur dazu dient, um Macht und Überlegenheit zu demonstrieren, sondern jener, die versichert: Regel xy gilt auch in der Nacht, bei schlechtem Wetter oder wenn Tante Emma zu Besuch kommt – gerade Junghunde fragen da gerne wieder und wieder nach und nutzen Inkonsequenz schamlos aus – freilich nicht um irgendwelche Weltherrschaften an sich zu reißen, sondern um´s – wie es jedes intelligente Lebewesen handhaben würde – für sich selbst so bequem wie möglich zu machen) und v.a. Geduld haben. Erfolge zeigten sich meist nicht von heute auf morgen, sondern kamen in so winzig kleinen Schritten, dass man sie gar nicht mitbekam, sondern eines Tages verwundert feststellte, dass Dinge plötzlich funktionierten und kein Thema mehr waren.

Katze jagen zum Beispiel. Monatelang musste ich den kleinen Rabauken von Wolfhund von meiner Katze fernhalten, weil Erstere einfach viel zu wild für Letztere war. Durchaus körperlich Grenzen setzen, “schimpfen”, wenn sie sie doch wieder einmal aufs Bett gejagt hat, belohnen, wenn sie sie ignorierte oder sich zumindest nicht anspannte, wenn die Katze den Raum betrat. Und irgendwann zwischen 1 und 2 Jahren war es auf einmal kein Thema mehr. Zumindest in der Wohnung. Im Garten dauerte es nochmal 1, 2 Jahre länger. Wie bei vielen anderen Hunden diverser Rassen und Mischungen gilt bei ihr: die eigene Katze tolerieren, bedeutet nicht, dass fremde Katzen nicht gerne gejagt würden, wenn sie denn dürfte (und sie darf – zu ihrem Leidwesen – selbstverständlich nicht).

Chinua & Abraxas. So entspannt war´s nicht immer. Wien 2014

Typisch Wolfhund, war das Alleine bleiben in den ersten 2 Jahren ein Thema – obwohl sie durch Nanook nie ganz alleine war und wir natürlich langsam und Schritt für Schritt mit dem Training begonnen haben. War es zu Beginn „nur“ Geheule (zum Glück leben wir im familieneigenen Haus und unsere tierfreundlichen Nachbarn haben ihre Häuser nicht unmittelbar neben unserem), kamen später ein tägliches Häufchen auf der Couch (trotz diverser von erfahrenen Hundeleuten empfohlener Tricks wie Couch mit Alufolie auslegen – das ist nämlich angeblich unangenehm – oder aber Couch mit anderen Möbeln wie Sesseln, Hocker ect. barrikadieren, so dass Hund nicht mehr drauf kommt) und schließlich auch diverse zerstörte Dinge dazu. Anfangs Kleinigkeiten – zerfetzte Taschentücher, zerkaute Stifte, Mistkübel ausgeräumt, dann Bücher (selbstverständlich nicht die billige 10 oder 20€ Belletristik, sondern die 50, 60€ teuren Fachbücher). Ein Kaninchengitter vorm Bücherregal beendete ihre Liebe für Literatur. Kleinigkeiten wurden mit zunehmendem Wachstum von Frau Wolfhund höher und höher geräumt. Die tägliche Frage beim Heim kommen war nicht: „hat sie heute etwas kaputt gemacht?“, sondern: „was hat sie heute kaputt gemacht?“. So sorgfältig konnte man gar nicht aufräumen, dass sie nicht doch etwas gefunden hätte. Das Ganze gipfelte mit 9 Monaten dann in einer ausgeweideten Couch. Das war der Zeitpunkt, wo sie vorerst einmal nicht mehr die ganze Wohnung zur Verfügung hatte. Hier sind dann Einfallsreichtum und Kreativität der 2-Beiner gefragt. Wir funktionierten den großen Hohlraum unter unserem Hoch-Doppelbett, wo ohnehin schon von Beginn an ihre Decke lag und ihr Platz war, zu einer überdimensionalen Box um und versahen ihn mit Gittern – unter der Matratze und vorne, so dass sie nur diesen (ausreichend großen – sie konnte sitzen, liegen, stehen, sogar 2, 3 Schritte gehen) begrenzten Raum zur Verfügung hatte. Selbstverständlich litten die Bettpfosten erst einmal – sie weisen heute noch Bissspuren auf. Nach und nach gewöhnte sie sich aber daran und lief in der Früh, wenn es für Herrchen und Frauchen zur Arbeit ging, schon freiwillig in die „Box“ um ihr Kauzeug in Empfang zu nehmen. Nachdem offensichtlich keine neuen Kerben im Bettgestell zu finden waren und auch ihr Geheule weniger und weniger wurde, wagten wir es nach 5, 6 Monaten und ließen das Gitter zu ihrem „Zimmerzwinger“ unterm Bett offen. Dafür hatten wir eine Holzgittertüre gebastelt, so dass sie zwar immer noch nicht die gesamte Wohnung, wohl aber das ganze Schlafzimmer zur Verfügung hatte und Nanook, der sich im Rest der Wohnung frei bewegen konnte, sehen, hören und riechen konnte. Nach einem weiteren halben Jahr bis Jahr, trauten wir uns dann und ließen ihr – anfangs zugegebenermaßen mit Bauchweh – wieder die gesamte Wohnung. Heute ist das kein Thema mehr und beide Hunde sind Mo-Fr. 7 Stunden am Tag alleine, ohne dass noch etwas kaputt geht (jedenfalls nicht aus Frust, Langeweile oder mutwilligem Zerstörungsdrang) oder gelärmt wird.

Reste des Hockers der zur ausgeweideten Couch gehörte und angenagter Bettpfosten & Gittertüre (unten)

Ein weiteres Thema war die Sache mit der Stubenreinheit. Mein erster eigener Hund und auch Nanook waren im Null komma nix stubenrein. Tino hatte vielleicht 1 Woche gebraucht, Nanook überhaupt nur ein einziges Mal in die Wohnung gelullt. Nun rechnet man natürlich damit, dass Welpe nicht sofort stubenrein ist und es auch mal ein paar Wochen dauern kann, bis er seine Blase kontrollieren kann und gelernt hat, wo Geschäft erledigen erwünscht ist und wo nicht. Chinua war mit 9 Monaten endlich, endlich stubenrein. Wir hatten uns zwar keinen Stress gemacht und ich war überzeugt davon, dass sie´s irgendwann kapiert, aber mit der Zeit kann das durchaus nervenaufreibend werden. Auch hier versagten diverse altbekannte Tipps und Tricks – „tu sie über Nacht in eine Box, so lernt sie, sich zu melden, denn Welpen beschmutzen ihr eigenes Lager nicht“ etwa. Chinua war das ziemlich wurscht – die pinkelte frisch und fröhlich auf ihre Decke und legte sich danach sogar wieder drauf…

Von Anfang an waren Artgenossen bei meiner Hündin ein Punkt, wo man ein Auge darauf haben musste. Nie werde ich den Tag vergessen, als wir das erste Mal zum Welpenkurs gingen. Chinua hatte den Hundeplatz noch nie zuvor gesehen, war die Jüngste und kam in eine Gruppe, die sich bereits ein wenig kannte. Dennoch spazierte sie breitbeinig (als hätte sie „mega dicke Eier zwischen den dürren Haxerln) und selbstsicher herein und beanspruchte – ganz nach dem Motto: hoppla, hier komm ich – alles für sich. Ein spielen lassen mit Gleichaltrigen war kaum möglich, da sie allen überlegen war und gerne den Macker raushängen ließ. Älteren gegenüber war sie meist unterwürfig und fiddelte dabei extrem; suchte aber meist nicht von sich aus den Kontakt zu ihr fremden Hunden. Mit etwa 9 Monaten änderte sich das dann und sie begann, bei offenkundig nicht-souveränen Hunden auszuprobieren, wie weit sie gehen konnte. Mit gezieltem Kopf über den Nacken legen u.ä. provokanten Gesten; auch wurden fremde Hunde nicht mehr ignoriert, solange sie wegblieben, sondern sie lief von sich aus auf diese zu, wenn man sie nicht rechtzeitig wahrnahm und Chinua davon abhielt. Mit etwa 1 Jahr fand sie dann auch noch Gefallen am „Leinen-pöbeln“.

Chinua & Nanook, Wien 2007

Chinua & Labrador Lilyen, Purkersdorf 2008

Menschen gegenüber war Chinua hingegen immer schon sehr offen und freundlich eingestellt. Diesbezüglich war und ist sie quasi ein Labrador im Wolfhundpelz. Ganz Labbi-like verhielt sie sich auch ähnlich distanzlos – jeder 2-Beiner war toll und musste dringendst begrüßt werden. Der große Unterschied lag auch hier – wieder mal – in der Intensität. Ihre Begrüßungen waren stürmisch, grob und wild – gerne sprang sie einem bis zur Nasenspitze, um – ganz in Caniden-Manier – die Mundwinkel zu erreichen. Diese wurden allerdings nicht beleckt, sondern beknabbert, und wer Chinua kennt weiß, dass man sich darunter kein zärtliches Geknabbere vorstellen darf. Gerne wurde auch ein Arm ins Maul genommen – in Anbetracht ihrer stürmischen Art war auch das nichts, woran man als Unpepelzter Freude gehabt hätte.

Der bei Wolfhunden häufig vorhandene Jagdtrieb setzte bei Chinua erst mit etwa 2 Jahren ein. Von Beginn an hatte ich Wert darauf gelegt, dass keinerlei andere Tiere gejagt wurden; kein Vögel aufscheuchen, kein fliegenden Blättern hinterher hetzen wurde toleriert. Und lange, lange Zeit interessierte sie sich für Hasen und Rehe gar nicht. Weder ihren Spuren, noch die Tiere – selbst, wenn sie davon liefen, wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Fast schon wähnte ich mich in Sicherheit und dachte, wenigstens dieser Kelch wäre an uns vorüber gegangen. Und dann – zack – von einem Tag auf den anderen änderte sich dies. 2m vor uns sprang ein Reh aus dem Dickicht und wusch hetzte Madame plötzlich hinterher (zur allgemeinen Beruhigung sei gleich gesagt – sie hatte keinen Erfolg). Ab da war´s dann aber vorbei mit den – zumindest Wild betreffend – entspannten Spaziergängen. Zwar war sie nach wie vor kein Spurjäger; wohl aber ging sie auf Sicht. Es folgte eine lange Zeit an der Schleppleine, gepaart mit viel, viel Training, damit sie bei Wildsichtung überhaupt erst ansprechbar wurde. Zu Beginn reagierte sie darauf nämlich überhaupt nicht; stellte sich kreischend auf die Hinterbeine und bekam rundherum gar nichts mit.

Ganz grundsätzlich war es schwierig, sie von etwas abzulenken, das sie spannend fand und noch viel schwieriger war es für sie, sich für eine längere Zeitspanne als einen Augenblick auf etwas zu konzentrieren, dem nicht von sich aus ihr Interesse galt. Zwar kam mir hier ihr Interesse an Fressbarem sehr entgegen, dennoch dauerte es sehr lange, bis sie ihren Blick auf Ansprache abwendete und anschließend auch weiterhin „bei mir“ blieb und nicht sofort wieder abschweifte.
So hilfreich Frau Graus Faible für Fressbares auch v.a. in der Ausbildung war, so sehr stellte er mich aber anderwertig vor Probleme. Klar, viele Hunde klauen. Manche mehr, manche weniger, einige überhaupt nicht. Aber Chinua klaute nicht mehr einfach nur, sie war eine kleptomanische Elster. Die ersten Monate stibitzte sie alles, was nicht niet- und nagelfest war, später dann immerhin „nur“ mehr Fressbares – dies aber mit einer Frechheit und Vehemenz, die ich so wahrlich noch nie erlebt hatte. Anfangs brauchte ich dafür nicht erst den Raum zu verlassen, ich musste mich noch nicht einmal abwenden. Ganz ungeniert sprang sie neben einem mit den Vorderpfoten auf die Anrichte und klaute, was man gerade zubereitete vom Schneidbrett und unterm Messer weg. Ohne jeglichen Genierer kam sie zum Tisch und holte sich einen Bissen direkt vom Teller, vor dem man gerade saß. Sämtliches Schmerzempfinden geht diesem Hund offenbar verloren, wenn´s um Essen geht; anders lässt sich nicht erklären, dass diese Wahnsinnige sogar ins offene, noch brenn-heiße Backrohr fuhr und von der dampfenden Lasagne eine Kostprobe stahl (ich wusste tatsächlich nicht, ob ich froh sein sollte, dass wir keinen Tierarzt benötigt hatten oder ob ich ihr nicht eher eine Lektion gewunschen hätte…) Selbst die Wurstsemmel die man gerade im Gehen aß, wurde einem direkt aus der Hand gerissen, wenn man nur eine Sekunde lang unaufmerksam war. Mit der Zeit und nach viel Geschimpfe und Gezetere und unzähligen auch körperlichen Maßregelungen bestand sie dann zunächst den Anstand, zumindest zu warten, bis man sich kurz umdrehte und schließlich konnte man sich sogar einige Schritte entfernen, solange man ein Auge darauf hatte (für 5 Sekunden den Raum verlassen war begleitet von durchgehenden Ermahnungen: „Ich seh dich, ich seh dich, ich seh dich…“).

Lebensmittel oder Speisen irgendwo hoch hinauf stellen, reichte übrigens nicht aus. Couch Nummer 2 „starb“, als eine Schüssel Chips ober ihr im obersten Fach eines an der Wand montierten Hängeregals geparkt wurde, während wir kurz das Zimmer verließen. Der Stoff an der Rückenlehne war nicht Wolfhundkrallenfest.

Was nicht niet- & nagelfest war, wurde geklaut. Chinua, Wien 2007

Chinua, Gablitz 2008

Erschwert wurde das Ganze noch, da Madame Ressourcen massiv verteidigte. Hatte sie etwas geklaut, gab sie es nicht mehr her; ließ einen teilweise noch nicht mal in die Nähe, ohne zu verwarnen. Ganz zu Beginn wurde sogar gebissen, danach zumindest geknurrt und Zähne gezeigt, später dann einfach der Kiefer so fest aufeinander gepresst, dass ihn selbst ein ausgewachsener Mann mit viel Kraftaufwand nur soweit auseinander brachte, dass sich das Plastik des sich zwischen den Zähnen befindenden geklauten Knödels heraus zupfen ließ. Unglaublich, über wie viel Kraft selbst ein 4 Monate alter Welpe schon verfügt! Selbstverständlich haben wir geübt und geübt und geübt. Dass man Menschen auch in dieser Hinsicht vertrauen kann und sie einem das Essen nicht madig machen. Dass 2-Beiner während dem Fressen vorbei gehen und sogar direkt zum Napf dürfen, weil immer noch was dazu, aber nichts weg kommt. Dass sie einen auch anfassen dürfen, während man ein Kaustangerl im Maul hat, weil auch da nichts weggenommen wird. Später dann, dass man es sogar kurz abgeben kann, ohne dadurch einen Nachteil zu erleiden.

Chinua, Dänemark 2017

Besonders gewöhnungsbedürftig war für mich, dass Chinua (und ich habe es auch bei anderen TWH schon öfters erlebt) durchaus mitteilt, wenn ihr etwas nicht taugt. Ich bin noch mit: „Hund hat sich von seinem Menschen alles gefallen zu lassen und darf ihn niemals nie nicht anknurren“ aufgewachsen (nicht, dass man´s einfach schulterzuckend hinnehmen sollte, wenn einen der eigene Hund anknurrt oder anfletscht, aber bevor man sich kopflos auf den 4-Beiner stürzt, um ihm zu „zeigen, wo der Hammer hängt“, sollte man die Situation schon kritisch durchleuchten, sich ehrlich fragen, was womöglich schon länger falsch läuft und sich vor Augen führen, dass Knurren / Zähne zeigen grundsätzlich erst mal „nur“ zum Kommunikationsrepertoire von Caniden gehört und noch nicht bedeutet, dass der liebe Bello dabei ist, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Insofern war ich anfangs etwas irritiert, dass mein Hund; nachdem die schauderhafte Welpenzeit nun ja vorbei war und sich endlich ein Vertrauensverhältnis eingestellt hatte, ab und an auf unliebsame aber nicht unbedingt grobe Manipulation (z.B. Geschirr anziehen vor einem Trail, strechen nach einer Bikerunde…) mit brummeln reagierte oder sogar die Hand ins Maul nahm (beim offensichtlich schmerzhaften Abwischen der Pfoten von Streusalz etwa). Es handelt sich dabei aber weder um ein warnendes Knurren, noch um abschnappen o.ä., sondern lediglich um eine mitteilsame Unmutsbekundung: „Find ich grad blöd“. Nicht mehr und nicht weniger. Allerdings bringt einem das von Nicht-TWH-Kennern durchaus den einen oder anderen ungläubig bis leicht entsetzten Blick ein – „hat der sein Frauchen jetzt wirklich grade angeknurrt?!“ (Nein, hat sie nicht, sie hat lediglich auf TWH-Art gequengelt.)

Wichtig zu erwähnen ist, dass man seinen TWH wirklich sorgfältig sozialisieren sollte, ohne ihn aber freilich zu überfordern. Mir kam es bei meiner Hündin so vor, als würde sie wesentlich schlechter generalisieren, als viele andere Rassen. Nur weil eine große und viel befahrene Straße ohne Angst betreten werden konnte, galt das nicht für alle. Nur weil ein LKW nicht mehr erschreckte, war das noch lange nicht bei allen so.

War sie als Welpe noch absolut taff und von allem unbeeindruckt, folgte danach eine Zeit, wo sie v.a. bei Geräuschen empfindlich reagieren konnte. Oft war ihr Verhalten nicht wirklich vorhersehbar. Mal war ihr etwas komplett egal, wo man angenommen hätte, dass sie das beeindrucken würde, dann aber beeindruckte sie etwas, von dem man davon ausging, dass es sie komplett kalt lassen würde. Man konnte nicht sicher sagen: sie wird so oder so reagieren. Konnte sein, dass sie wie erwartet reagiert, konnte aber auch oft genug sein, dass sie sich ganz anders verhielt. Öfters auch komplett widersprüchlich – einerseits z.B. irre neugierig, andererseits aber doch manchmal auch (und dann meist nicht nachvollziehbar) ängstlich usw.

Seit 10 Jahren spooky – der Föhn. Wien 2017

(M)ein Wolfhund heute:

Momentan ist Chinua in ihrem 10. Lebensjahr und – bis auf “Kleinigkeiten” fast ein Hund wie jeder andere auch. Oder zumindest wirkt sie auf viele Menschen so. Tatsächlich sollte man sich vor Augen halten, dass ein TWH einfach kein Retriever ist. Mit viel Training kann er frei laufen, ist abrufbar und kann einen im Alltag überall begleiten, ohne groß aufzufallen (abgesehen von der Optik – die bleibt eigentlich nie unbemerkt – Stichwort getuscheltes “Ist das ein Wolf” oder “Schau, der schaut aus wie ein Wolf” usw.). Aber ein Hund, der einfach nebenher läuft, mit dem man gedankenverloren, telefonierend oder sonst abgelenkt unterwegs sein kann – das ist er (oder zumindest Chinua) nicht. Er benötigt bis ins Alter präsente Führung und die Aufmerksamkeit seines 2-Beiners, damit er in der Öffentlichkeit keine Belästigung oder Gefahr wird. Nicht weil die Rasse aggressiv oder bösartig wäre, sondern aufgrund ihrer Neugierde, ihres eigenen Willens, ihrer häufig vorhandenen Jagdleidenschaft oder auch ihres Statusbewusstseins Artgenossen gegenüber.

Wir haben im Laufe von Chins bisherigen Lebens einige Entwicklungsphasen durchlebt und wenn man die letzten 10 Jahre Revue passieren lässt, kann man schon immer wieder Veränderungen feststellen. Welpenzeit vorbei und so wie er dann ist, bleibt TWH vom Charakter, spielt´s da nicht. Sprich: sie sind nicht irgendwann einfach “fertig” und bleiben dann so. Veränderungen gab und gibt es selbstverständlich auch bei Nanook, aber nicht in diesem Ausmaß. Bei dem war´s eher so: Phase1 – Welpe, Phase 2 – Junghund, Phase 3 erwachsener Hund und jetzt Phase 4 – alter Hund. Bei Chinua scheint mir der Prozess weniger „sprunghaft“ und nicht so einfach fest zu machen, sondern mehr wie eine lebenslange, konstante Entwicklung, die permanente, aber so langsame Veränderungen mit sich bringt, dass man plötzlich feststellt: Hund hat sich verändert, aber nicht ausmachen kann, wann das passiert ist.

War Madame war als Welpe/Junghund extrem aktiv und ist im Laufe der Jahre eindeutig ruhiger geworden. Ihre narrischen Phasen hat sie heute noch hin und wieder und kann temperamentvoll sein und Gas geben wie eine wilde Hummel. Rein körperlich sind lange, fordernde Wanderungen, 20km joggen oder auch bikejören kein Problem für sie. Sie braucht aber keine stundenlangen Aktivitäten und ich merke immer öfters, dass sie nach 1, 2 Stunden schon einen vollen Futternapf und die Couch in ihrer Gedankenblase hat. Was Bewegung betrifft, ist sie so gesehen richtig genügsam geworden.

Chinua, Wien 2016

Sie verfügt nach wie vor über einen starken Willen, den sie durchzusetzen versucht. Hat sie sich etwas in den Kopf gesetzt, lässt sie sich nicht so schnell und ohne weiteres von etwas anderem überzeugen. Verzichtet heute allerdings darauf, ihren Willen mit ihren Zähnen und roher Gewalt gegen mich durchzusetzen. Sie hat viel gelernt, weiß welches Verhalten wann gewünscht wird, ob sie dies dann auch zeigt, hängt davon ab, wie stark sie etwas will und wie reizvoll die Alternativen sind. Das kann durchaus stimmungsabhängig sein. Grundsätzlich ist das Zusammenleben mit einem TWH umso stimmiger, je enger die Beziehung ist. Und die Beziehung ist umso besser, je eher man sich als qualifizierter, souveräner „Führer“ auszeichnet und je größer das Vertrauensverhältnis ist. Einen TWH führt man weder mit Gewalt und Unterdrückung, noch mittels Bestechung, sondern durch die innere Überzeugung des Tieres, dass sein Sozialpartner Mensch weiß, was er tut; durch Vertrauen und einer guten Bindung zwischen 2- und 4-Beiner.

Panik hatte sie lange Zeit nirgends mehr; zumeist war sie sehr cool und gelassen; ab und an auch einfach nur genervt und dadurch grantig. War sie doch einmal unsicher, orientierte sie sich sehr stark an mir. Jahrelang war sie eine wirklich coole Socke, die nichts so schnell aus der Ruhe gebracht hat. Jetzt im Alter merke ich, dass sie allerdings zunehmend geräuschempfindlicher wird – stärkerer Wind, der durch den Wald fegt und die Bäume zum knacksen bringt, findet sie plötzlich gruselig; jegliche Geräusche, die an Geknalle erinnern, können Anlass zum sich erschrecken geben (und sei´s nur ein Ball, der auf den Boden gepäppelt wird). Menschen, Hunde, optische Reize – das alles lässt sie nach wie vor völlig kalt, aber Geräusche bereiten uns momentan – warum auch immer – etwas Kopfzerbrechen.

Die Begrüßungsrituale sind nach wie vor intensiv und wirken auf manche etwas grob, sind aber im Vergleich zu früher tatsächlich viel zärtlicher geworden. Fremde Menschen stellen mittlerweile nicht mehr einen so großen Reiz dar, dass sie zu jedem gerne hin möchte; wehe aber, bei einem Spaziergang schaut sie ein Entgegenkommender wohlwollend an. Irgendwie weiß sie immer, wer empfänglich für „ihren Liebreiz“ ist und wirft dann im rechten Moment einen Blick zu, der das Gegenüber veranlasst, sie (manchmal auch mich) anzusprechen. Und weil sie weiß, dass ich dann nicht nein sage, nimmt sie dann durch hingehen, schnüffeln und sich streicheln lassen auch direkt, mittlerweile aber recht höflich, Kontakt auf. (Außer die Person hat ein Sackerl oder einen Korb o.ä. dabei, dann wird schon mal recht unverfroren die Nase hineingesteckt, wenn´s Frauchen nicht rechtzeitig verbietet. Könnte ja was Brauchbares drin sein…) Ihre Lieblingsmenschen werden allerdings immer noch begeistert begrüßt; nicht aber jeder auf die gleiche Art und Weise. Bei manchen wird bis zum Gesicht gesprungen und – für Chinua-Verhältnisse sanft – geknabbert, manche werden, wenn möglich, umarmt und im Gesicht gründlich abgeleckt und bei manchen wird sich auch mit Vorliebe zwischen den Beinen durchgedrängt. Hin und wieder klaut Fräulein Kröte gerne mal ein Zopfgummiringerl aus den Haaren; dies aber eher um Aufmerksamkeit zu erregen, wenn sie ihrer Meinung nach zu wenig bekommt. Denn bei 2-Beinern im Mittelpunkt stehen liebt sie definitiv. Auch Arme werden ab und zu gerne noch ins Maul genommen; allerdings so, dass keine blauen Flecken oder Kratzer entstehen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich irgendwann aufgehört habe, da noch weiter daran zu arbeiten.

Chinua, Steiermark 2014

Ähnlich wie beim Thema Klauen. Sie klaut immer noch fast wie verrückt und wann immer es nur geht. Früher ganz frech und ungeniert mir direkt aus der Hand oder während ich neben ihr gestanden hab, heute hat sie zumindest “den Anstand” zu warten, bis ich im Nebenzimmer bin oder ihr wenigstens den Rücken zugedreht hab. Und jetzt im Alter ist sie nicht mehr ganz so erpicht darauf, sich nur ja keine Gelegenheit entgehen zu lassen. Ein ausgewaschenes Katzenschälchen auf der Spüle wird schon mal stehen gelassen und auch der auf der Anrichte vergessene Kompostkübel ist nicht zwingend ausgeleert. Aber ganz abgewöhnen? No way. Irgendwann habe ich akzeptiert, dass sie eine kleptomanische Elster ist und räume seitdem Essbares einfach weg. Und wenn nicht, räumt sie es weg. Mit einem schnellen haps. Man wird zweifelsfrei ordentlicher mit einem TWH im Haus.

Chinua, Wien 2014

2 weitere Couches haben übrigens noch das Zeitliche gesegnet. Fällt aber unter Kollateralschaden. Die eine trug eine aufgerissene Lehne davon, als der graue Vielfraß versuchte, an die im Regal über der Couch abgestellten Chips zu kommen – verlässt man das Zimmer, muss man nach wie vor auf der Hut sein, dass nicht geklaut wird. Die andere trug erst vor kurzem einige Löcher davon, da Madame in meiner Abwesenheit ein Kaustangerl hinter die Couch fiel und sie diese daher quer durchs Wohnzimmer zerrte, um wieder an das Teil zu kommen. Auch das ist typisch Wolfhund – sie mögen beim Erlernen von Tricks o.ä. etwas länger brauchen, als andere Hunde, aber wenn´s um solche Problemlösungen geht, sind sie 1a. Selbst ist der (Wolf)Hund.

Kollateralschaden an der Couch. Wien 2015

Im Bezug auf Artgenossen ist auch heute noch eine gewisse Vorsicht geboten. Noch nie hat sie einen anderen Hund absichtlich verletzt oder gar in Tötungsabsicht agiert (selbst als ihr Erzfeind, ein Dalmatiner mit gefletschten Zähnen auf unser Grundstück preschte und sie ihn an der Wamme schnappte, trug der nicht einmal einen Kratzer davon), aber sie checkt ihr Gegenüber blitzschnell ab. Und ist sie der Meinung, dieser ist ihr „unterlegen“, tritt sie sehr dominant auf und erwartet, dass das Gegenüber auch akzeptiert, dass sie tonangebend ist. Tut er dies nicht oder in ihren Augen zu wenig, hilft sie nach. Auch und v.a. Hektik und Unruhe toleriert sie nicht und versucht dann, zugegeben mit der Holzhammermethode, für Ruhe zu sorgen. Das Geschlecht ist dabei einerlei. Leine ab und mach mal, spielt´s daher nach wie vor häufig nicht. Mit einem oder mehreren Leinenspaziergängen ohne sofortigen Direktkontakt, ist eine Zusammenführung aber häufig gut möglich. Mit Welpen ist sie hingegen super und verfügt über eine unglaubliche Geduld, erzieht aber durchaus, wenn es nötig ist.

Chinua & TWH Albireo, Wolfhundetreffen Gablitz 2016. Ria Putzker

Chinua & TWH Ajoscha, Gablitz 2010

Offenkundige Leinenpöbelei gibt es so gut wie nicht mehr; sie provoziert aber weiterhin gerne, wenn mit einer Reaktion zu rechnen ist (sprich: wenn es sich lohnt). Allerdings macht sie das so, dass es zwar dem anderen Hund und mir, nicht aber dem Besitzer des anderen Hundes und anderen 2-Beinern auffällt. Gerne starrt sie den entgegenkommenden Artgenossen, wenn er ihr dafür anfällig erscheint, schon aus der Ferne an, wird 5cm größer, dreht die Ohren nach vorne und trägt die Rute hoch. Da aber keine Zähne gezeigt werden und kein Ton ihre Lefzen verlässt, merkt das kaum jemand. Beginnt der andere 4-Beiner dann auf sie zu reagieren, wendet sie den Blick ab und läuft im schönsten Fuß, mich anhimmelnd, an ihrem Opfer vorbei, das sich in der Zwischenzeit in Rage gebellt hat und meist von seinem üvberraschten Halter gerade Schimpfer kassiert. Weil: Rexi, was führst dich denn so auf? Schau mal, wie brav die da (Kopfnicken zur neben mir tänzelnden und – ich schwöre – mich angrinsenden Chinua und dem „mir is ois wurscht“ daherschlurfenden Nanook) sind; da nimm dir mal ein Beispiel an denen!

Was den Jadtrieb betrifft, so ist Chinua nicht 100%ig abrufbar. Sie ist aber, Dank Anzeigeverhalten-Ausform-Training und sie lesen lernen, für mich sehr gut lesbar geworden, so dass es nur selten zu Situationen kommt, wo ein Abrufen überhaupt nötig wäre, weil sie lange vorher zeigt, dass da etwas ist und ich sie in aller Ruhe zu mir nehmen und ggf anleinen kann. Ihr Jagdtrieb ist aber auch nicht übermäßig stark ausgeprägt – sie geht nicht auf Spur, sondern lediglich auf Sicht. Wenn alle heiligen Zeiten doch mal genau vor uns Wild aus dem Dickicht springt, hetzt sie (sofern der Rückruf gerade nicht funktioniert) kurz hinterher, dreht aber um, sobald sie merkt, dass sie wenig Chancen hat. (Ja ich weiß, sollte nicht sein und ich könnte den Teil jetzt einfach weglassen, aber mir erscheint Ehrlichkeit einfach sehr wichtig, um potentielle Halter umfassend zu informieren). Erlegt hat sie bisher – außer ein paar Mäusen, die sie mittels Mäuselsprung sogar angeleint erwischt hat, noch nie etwas.

Meine Hunde müssen übrigens seit jeher auf dem Weg bleiben und dürfen nicht durchs Unterholz toben oder mal kurz im Wald verschwinden. Sie haben sich außerdem in einem Umkreis von etwa 10 Metern um mich herum aufzuhalten und haben gelernt, dass man zum einen aufeinander wartet und zusammen bleibt und bieten zum anderen außerdem regelmäßig Blickkontakt an, der mir – abgesehen von ihrer Ohrenstellung – ganz gut verrät, wie sehr sie noch bei mir sind oder in ihre eigene Welt abdriften. Auf unseren Spaziergängen läuft auch Chinua Großteils frei; in wildreichen Gebieten bleibt sie allerdings an der Leine.

Chinua, Mauerbach 2016

Und wie sind sie jetzt wirklich?

Für mich ist der TWH die genialste Hunderasse, die mir je untergekommen ist. Abgesehen davon, dass sie mir natürlich optisch zusagen, ist es in allererster Linie das Wesen, das mich absolut fasziniert. Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass meine Erfahrungen in erster Linie aus dem Zusammenleben mit meiner eigenen Hündin resultieren und sich TWH durchaus sogar relativ stark unterscheiden können, aber für mich ergibt sich folgendes Bild:
Sie sind echte Charakterköpfe; haben Ecken und Kanten, die sie erst so richtig spannend machen. Sie sind sehr ernsthafte Hunde und dennoch riesige Clowns (ich würde sogar behaupten, sie verfügen über so etwas wie eine Art Humor – und ich kenne auch keine Rasse, die sich wie sie absichtlich und bewusst zum Kasperl machen können um etwas zu erreichen), die einen täglich zum Lachen bringen, mit ihrem Charme ständig um den Finger wickeln.

Kasperl Chinua, Wien 2009

Sie sind sehr aktive und durchaus arbeits- & leistungsbereite Hunde, ohne Aktivität aber so zu fordern, wie manche Arbeitsrassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebrauchshunderassen verlangen sie nicht aktiv danach und es fehlt auch die Bereitschaft „gefallen zu wollen“. Die für Hunde der FCI Kategorie 1 oft typische Arbeitsbereitschaft, die Bereitschaft sich unterzuordnen, die Freude an gemeinsamer Beschäftigung und enger Zusammenarbeit – das alles zeigt der TWH oft nicht automatisch von selbst. Zudem will er einen Sinn oder zumindest für sich selbst einen Vorteil erkennen können. Sie sind intelligent und lernen schnell (man sollte darauf gefasst sein, immer 1, 2 Schritte voraus zu denken, um sich nicht austricksen zu lassen) – wenn sie wollen und v.a. wie sie sich das Leben leichter machen können.

Chinua macht „Hasi“, Wr. Neustadt 2014. Sindi Saljii

Allerdings generalisieren sie meiner Meinung nach nicht so schnell wie andere Hunde, was bedeutet, dass man bei Sozialisation und Erziehung sehr aktiv arbeiten muss und das oft nicht nebenbei passiert. Mit guter Sozialisation und entsprechender Auslastung sind sie immer häufiger recht coole, ausgeglichene Tiere ohne den Hang zum hibbeln, hektisch zu werden und zu überdrehen; können bei Bedarf aber abgehen wie eine Rakete. Dazu kommt die Tatsache, dass diese Tiere als Welpen und Junghunde extrem aktiv und v.a. grob sind.

Sie verfügen über Wach- & Schutztrieb, sind durchaus territorial, haben aber ihren eigenen Kopf und meist einen sehr starken Willen, den sie durchzusetzen versuchen und sind dabei weder zimperlich noch leicht zu beeindrucken. Sie sind Meister im Stimmung erkennen und wahrnehmen, aber nicht so sensibel (im Sinne von verletzbar, empfindlich). Bedeutet: Keksi kann man sich u.U. in den Popsch schieben, verbale oder körperliche Maßregelungen gehen dem TWH dafür meist an eben diesem vorbei.. Und sie sind keine Hunde, die bei Bedrohung oder in Bedrängnis den Schwanz einziehen, Ohren anlegen und alles ertragen, sondern die sich häufig wehren. Das alles verlangt Halter, die bereit sind, einiges an Zeit und Arbeit in ihre Erziehung und Ausbildung zu stecken und souverän führen können. Es sind keine Hunde, die Fehler gut verzeihen. 100%igen Gehorsam gibt´s beim TWH nicht.

Sie sind riesengroße Persönlichkeiten, in Vielem was sie tun extrem überschwänglich und können ihre 2-Beiner stark fordern. Meine Hündin hat mich oft genug an meine Grenzen gebracht. Gerade deshalb habe ich aber wahnsinnig viel von ihr und durch sie gelernt – auch über mich selbst. TWH erziehen gnadenlos zur Ordnung und lehren Geduld und Demut.

Sie haben mehr Mimik und Körpersprache als die meisten anderen Rassen, können über außergewöhnliche soziale Kompetenzen verfügen und binden sich ganz stark und intensiv an ihren 2-Beiner (was das Alleine bleiben u.U. zu einem Problem werden lässt).

Chinua & AWH Peki, Gablitz 2013

Das Zusammenleben klappt nur dann gut, wenn man es schafft, das Vertrauen und den „Respekt“ (im positiven, nicht im negativen Sinn!) seines TWH zu bekommen. Dafür wird man dann mit einer ganz besonders intensiven Beziehung belohnt.

TWH – kein Hund für Jedermann. Aber wer ist Jedermann?

Ganz gewiss ist der TWH kein Hund für Jedermann.
Möchte man einen Begleiter, der sich mit allen anderen Mitlebewesen versteht, mit Hase und Reh auf Kuschelkurs geht und der auf Hundewiesen gerne gesehen ist, ist man beim TWH oft falsch. Legt man Wert auf Designereinrichtung, könnte das recht teuer kommen., wenn diese vom 4-Beiner geschreddert wird. Sehnt man sich nach einem unkomplizierten Begleiter, der einfach nebenher läuft, immer und überall positiv auffällt und sich so verhält, wie wir uns das vorstellen und wünschen, wird man im TWH wahrscheinlich nicht finden, wonach man sucht.

„Ich hab´ mir einen Tschechoslowakischen Wolfhund genommen, weil ich Wölfe so toll finde“. Wenn ich solche Aussagen höre, kringeln sich mir die Zehennägel hoch. Gerade die Leute, die gerne einen Sofawolf fürs Wohnzimmer möchten, stellen sehr bald fest, dass diese Tiere die romantischen Vorstellungen von Freiheit und Pseudowildnis nicht erfüllen können. Denn der Traum vom Partner Wolf mit dem man diese „mythische“ Mensch-Tier-Beziehung lebt, kostet sehr viel Arbeit. Und sie nehmen sich einen Hund mit der Vorstellung den sanften Wolf zu bekommen, mit dem man halt ein bissl in Wald und Wiese herumstreift und bekommen stattdessen einen durchsetzungsstarken und wenn´s sein muss knallharten Gebrauchshund (man sollte sich tunlichst vor Augen halten, wofür der TWH ursprünglich gezüchtet wurde!), der sich nicht unbedingt bereitwillig führen lässt. Das kann nicht gut gehen!

Wer meint, ein TWH sei das perfekte Accessoire um aufzufallen oder sich darüber zu profilieren, sei gewarnt – der Aufwand steht garantiert nicht dafür! Diese Hunde laufen nicht einfach nebenher. Bis man einen erzogenen und angenehmen Begleiter an seiner Seite hat, muss man um einiges mehr Zeit investieren, als bei vielen anderen Rassen und sich wirklich auf das Tier einlassen.

Enttäuscht wird auch der „Parade-Hundesportler“, der einen gern gehorchenden und daher schneller lernenden Hund (wobei´s da ums nicht wollen und nicht ums nicht können geht; TWH sind alles andere als dumm oder begriffsstutzig ) meist vorzieht. Der selbstdenkend und gerne auch selbst handelnde TWH stellt da für viele schäfererfahrene Menschen häufig ein „Problem“ dar. Wer im Hundesport hoch hinaus möchte, bedingungsglosen Gehorsam und einen kleinen Soldaten erwartet, der sich vor „ich will ich will“ nahezu überschlägt, ist beim TWH schlicht an der falschen Adresse.
Der TWH hat einfach Wichtigeres zu tun, als seinem Herrchen/Frauchen alle Wünsche von den Augen abzulesen. Auch Couchpotatoes oder aber Extremsportler werden mit einem TWH nicht glücklich werden.

Vor einiger Zeit hab ich folgenden Spruch gelesen: „Der DSH nutzt seine Intelligenz, um zu tun, was von ihm gewünscht wird. Der TWH nutzt seine Intelligenz, um sich dem zu entziehen.“ Es sei denn, es ist zufällig das, was er auch gerade will. Oder man verkauft es ihm gut…

Wer bereit ist, Zeit, Arbeit und einiges an Nerven zu investieren und sich auf das Tier einlässt, kann mit einem TWH eine ganz intensive Beziehung zu seinem Partner Hund erleben. Umgekehrt kann es aber auch zu einem Disaster werden, wenn man meint, einen zahmen Wohnzimmerwolf, eine Bestie zum dominieren und Ego stärken oder ein Accessoire zum auffallen oder “in sein” zu wollen.

Aber warum tut man sich das an? Geht´s um Wolfsromantik? Das Bedürfnis nach ein wenig mehr Natürlichkeit in unserer sehr städtischen Gesellschaft? So ein Wohzimmer-Wolferl passt ja perfekt zur Trommelrunde am Lagerfeuer… Oder um aufzufallen? Etwas haben, was andere nicht haben? Derzeit boomen die verschiedenen Wolfhunderassen fast schon – die Anfragen im Rasseclub nach Züchtern oder „Wie die denn so sind“ werden mehr und häufig werden Wolfhunde auch für Shootings gesucht. Rotkäppchen ist hip – Models und Fotografen springen voll auf dieses Thema an und auch in der Werbung sind sie gefragt. Passen ja prima zu Winterklamotten und Outdoorzeug. Huskies sind halt nicht mehr exklusiv genug. (Liebe Leute, passt auf und seid gewarnt – da draußen läuft der eine oder andere „Wahnsinnige“ herum, der stinknormale TWH gerne wölfischer redet, als sie sind um wichtig zu sein und/oder Unsummen für Shootings zu kassieren…)

Auch hier kann ich natürlich nur für mich schreiben. In meinem Fall ging´s um Alternativen zum DSH. Nach fast 10 Jahren Zusammenleben mit einem TWH kann ich nun sagen: Für mich ist er sogar eine ganz wunderbare Alternative und ich könnte mir keinen DSH mehr vorstellen. Vielseitig, mit der richtigen Motivation und ein wenig Fingerspitzengefühl durchaus für verschiedene Hundesportarten zu begeistern, ohne aber ständig Beschäftigung zu brauchen und zu fordern. Intelligente Tiere, die sich noch selbst spüren, ihren eigenen Kopf haben und deren höchstes Lebensziel nicht die Befriedigung der Wünsche ihres 2-Beiners sind. Klar, die ersten 2-3 Jahre waren manchmal wirklich hart und anstrengender, zeit- & arbeitsintensiver als mit vielen anderen Rassen. Aber man wird auch reichlich belohnt.

Chinua beim Irondog 2014, Litschau

Der zukünftige TWH Halter muss jedenfalls gute Nerven und eine nicht zu kleine Portion schwarzen Humor mitbringen. Es ist weiters ratsam, immer einen Plan B, besser noch, auch einen Plan C zur Hand zu haben – Flexibilität ist ein absolutes „Must-have“.

Auch sollte man über ein Mindestmaß an Kommunikativität verfügen, da man doch öfters mal angesprochen wird. Zudem kann es passieren, dass man selbst an seine und herkömmliche Trainer an ihre Grenzen stoßen. Man sollte sich daher auch nicht zu schade sein, mit anderen TWH Leuten zwecks gegenseitigem Erfahrungsaustausch in Kontakt zu treten. Dabei ist es hilfreich zu wissen: TWH Halter sind häufig genauso direkt und rau wie ihre Hunde, umgekehrt aber auch ebenso herzlich und liebeswert, wenn sie einen erst mal ins Herz geschlossen haben bzw. wenn die Annäherung mit entsprechendem Respekt erfolgt. Ein Hoppla hier bin ich – ihr habt alle nur auf mich und meine Weisheit gewartet wird bei den 2-Beinern ebenso in die Hose gehen, wie unter den 4-Beinern.

Wer gerne feststellen möchte, ob ein TWH zu ihm und in sein Leben passt, findet im Link „Weiterführende Lektüre& Literatur“ diverse Kontaktadressen. Auch Chinua und ich stehen gerne für ein Kennenlernen zur Verfügung – schreibt uns einfach an, wir beißen i.d.R. nicht. Gerne stellen wir auch Kontakte zu anderen TWH-Haltern in Österreich und Deutschland her – es gibt einige sehr kompetente Leute mit ganz tollen Hunden, wo sich ein Kennenlernen allemal lohnt.

Nanook, Chinua & Frauchen, Wr. Neustadt 2013. Sindi Saljii