Hmmmm…

Ich darf mich wirklich überhaupt nicht beschweren, weil das allein bleiben echt gut funktioniert und Herr Kackbratze bis auf Altpapier und heut den Labello noch nix zerstört hat, aber mal ganz ehrlich:
was, zum Teufel, haben die nordischen Rüden nur mit rosa Mädchenkram?! 🤔 Teddy, der sich immer auf die pinke statt die blaue Decke gelegt hat und Q, der jetzt regelmäßig den Einhornpolster vom Sessel klaut und heut meinen pinken Labello ausgelutscht hat… 🤨😜

1 Monat Q

Genau vor 1 Monat ist er bei uns eingezogen, der Captain Q. Und hat unser Leben seitdem sehr auf den Kopf gestellt und das nicht nur im positiven Sinn. Ich wollte gerne einen zweiten Teddy – in sich ruhend, sanft, nachgiebig, gechillt und unkompliziert. Aber Q ist genau das Gegenteil. Was vielleicht gar nicht sooo schlecht ist, denn so seh ich in ihm eben keinen zweiten Teddy. Aber halt auch mühsam und unbequem. Weil Q quasi wie ein Welpe ist. Aber einer mit 33,5 kg. Alles ist neu für ihn. Alles will erkundet werden. Alles ist spannend. Alles riecht so interessant. Dass man in der großen weiten Welt aber nicht alleine unterwegs ist, sondern im Team und deswegen aufeinander Rücksicht nimmt, muss er erst lernen.

Andererseits ist er aber freundlich – auch im Bezug auf andere Hunde, lernbegierig und bemüht sich i.d.R., alles halbwegs richtig zu machen. Zudem reagiert er recht gut auf Futter, was es zumindest ein bisschen einfacher macht.

Viel hat sich in den letzten 4 Wochen getan:
Zu Hause kann er schon ganz gut ruhen und verfolgt mich nicht mehr auf Schritt und Tritt, wenn ich mich in der Wohnung herum bewege. Er schläft die Nächte brav durch, hat akzeptiert, dass er nicht mit im Bett schlafen darf und bis auf den Abend der Ankunft, wo er meinen PC markieren wollte und einmal beim alleine bleiben, hat er nicht mehr in die Wohnung gemacht. Da sind wir jetzt übrigens dabei, uns an die 6 Stunden heran zu arbeiten und er ist recht cool dabei. Er wartet brav, wenn ich ihm das Futter hinstelle und geht erst auf mein ok hin. Wenn man mit ihm spielt, funktioniert das „Aus“ schon ganz gut und er lässt das Spieli brav aus. Er kam bisher mit allen Hunden klar, pöbelt auch an der Leine keine Artgenossen an und will nicht so dringend hin, dass man das kaum „dasteht“. Er kackt nicht mehr jedes Mal mitten auf den Weg, sondern geht zumindest ab und an auch schon mal auf die Seite. Auf ein „Weiter“ und ein „Warte“ beim spazieren gehen, reagiert er oft schon recht gut und er bemüht sich sehr, zumindest bei Vögeln nicht mehr in die Leine zu hüpfen. Am Halsband kann er kurze Runden auch schon ganz gesittet und an lockerer Leine gehen. Und – nachdem er die erste Woche fast nicht gefressen hat – klappt Futter fassen problemlos. Gemüse und Flocken mit Dose werden anstandslos gefressen, demnächst werden wir beginnen, langsam Fleisch hinein zu schummeln, um hoffentlich bald den vielen Dosenmüll (es reicht, dass Chinua ihre Reinfleischdosen bekommt) reduzieren zu können.

Aber es gibt auch noch viele Baustellen. Allen voran sein Jagdtrieb, der ihn dazu veranlasst, sich bei Sichtung von allen Tieren, die keine Sing- oder Krähenvögel (oder Insekten oder Hunde) sind, volle Kanne in die Leine zu schmeißen. Da ist er innerhalb 1 Sekunde von 0 auf 180, nimmt dann natürlich erstmal gar nix anderes mehr wahr und braucht ewig, um wieder runter zu kommen. Wenn ich daran denke, dass ich für November Schottland gebucht habe, wird mir ganz anders. Denn dort sind überall Tiere. Fasane, Rebhühner, Eichhörnchen, Hasen, Rehe, Hirsche, Schafe, Rinder… Ich seh´ mich schon mit gebrochenen Gliedmaßen irgendwo in der schottischen Pampa zwischen Schafskötteln langsam vor mich hinkrepieren… Da besteht also noch gaaaaaanz viel Übungsbedarf.

Ressourcen und Impulskontrolle sind auch ein großes Thema. Dass ich selbst üben muss, an seinen Napf oder ein Kauzeug zu greifen, während er dran ist, macht mir kein Kopfzerbrechen. Das kenn ich von Chinua schon, auch wenn es wesentlich einfacher ist, dabei entspannt zu bleiben, wenn einen ein 9 Wochen alter Welpe anknurrt und Lefzen aufzieht, als wenn das ein 2 jähriger Malamuterüde macht. Aber das wird schon. Blöder ist, dass man zwischen ihm und Chinua aufpassen muss. Spielzeug ist weggeräumt und gibt’s nicht mehr zur freien Verfügung, was ich sehr schade finde, denn Chin kann nun nach dem Abendpappi mit dem roten Mot nicht mehr gnatschen. Leckerli werfen und suchen lassen gibt´s auch nicht mehr. Vor kurzem hat er gemeint, auch meine Aufmerksamkeit als seine Ressource betrachten zu können und herum gemault, als Chin beachtet wurde und er nicht – mal sehen, wie nachhaltig das darauffolgende „Donnerwetter“ war. Das find ich besonders schade, denn weder zwischen Nanook und Chinua noch zwischen Chinua und Teddy musste man groß aufpassen und man konnte die Hunde machen lassen. Aber wer weiß, was er schon erlebt hat und als er im Shelter in Shanghai in der Hundegruppe war, hat er sicher gelernt, sich durchzusetzen, um nicht übrig zu bleiben.

Chinua selbst ist zwar wieder besser gelaunt, aber mögen tut sie ihn, glaub ich, noch nicht so wirklich. Er ist halt ein riesengroßes Trampeltier, drängt sich gern mal einfach an ihr vorbei und ist einfach körperlich sehr präsent.

Bürsten, Halsband & Brustgeschirr anziehen, abtrocknen… da arbeiten wir gerade dran, denn da wird tw. noch sehr herum gehampelt und herum gekaspert. Etwas kritisch sind seine Vorderbeine – das mag er gar nicht, wenn man die nimmt und festhält. Er beißt nicht, nimmt aber die Hand ins Maul. Das üben wir jetzt ganz besonders – dürfte aber noch etwas Zeit benötigen. Ich denke, da muss mal was passiert sein, dass er da so empfindlich reagiert. Ähnlich wie in der Autobox – greift man da schnell und für ihn unvorhersehbar hinein brummelt er ab und an mal kurz oder aber brüllt, wenn andere Leute Chinua in der Nachbarbox beachten. Nicht jedes Mal, aber es kommt vor. Auch da ist also noch Übungsbedarf vorhanden. Leider hab ich bislang noch nicht mehr über seine Vergangenheit in Erfahrung bringen können.

Weiters machen wir regelmäßig, wie mit einem Welpen, kurze Trainingsspaziergänge hinunter Richtung Hauptstraße – bewaffnet mit der Lutschtube, um alles, was einen in menschlicher Gesellschaft so begegnen kann, möglichst entspannt kennen zu lernen. Das klappt ganz gut und ich hoffe, dass er mit der Zeit, mit zunehmendem Alter, besserer Impulskontrolle und Frustrationstoleranz und je mehr er kennen gelernt hat, typisch Malamute cool und entspannt durch die Welt chillen kann.

Und wir sind gerade dabei, die ersten Schritte Richtung Canicross zu machen (ans Bike wage ich mich grad noch nicht und einen passenden Scooter such ich noch) – dabei zeigt er sich ganz vielversprechend – ich denke, da werden wir noch wirklich Spaß und eine gute Zeit gemeinsam bekommen.

Alles in allem geht’s voran und ich weiss ja von Chinua: in spätestens 10 Jahren hab ich dann einen coolen, unkomplizierten Verlasshund. 😉😂😁😝

So eine Gurke…

„Chin, du hast die Gurke gestohlen, gib sie wieder her. Gib sie wieder her…“ 🎶🎵

OK, ausnahmsweise hat sie nicht geklaut, sondern nur ihren superwichtigen Rüssel im Weg gehabt, weil: könnt ja fressbar sein. Der Dialog in der Küche:

Frauchen: „Chinua, geh weg, das ist nix für dich!“
Chinua: „Das glaub ich nicht. Es kommt schließlich aus dem Kühlschrank!“
Frauchen: „Chinua echt jetzt. Das ist nur eine Gurke. Die magst du eh nicht.“
Chinua: „Doch, mag ich! Ganz bestimmt sogar!“
Frauchen: „Bitte, überzeug dich halt selbst…“

Chinua: „Siehst du, Frauchen, und wie sie mir schmeckt!“ *BrrrrrwürgschluckundjetzterstRecht*

😂😂😂

Weisheit des Alters

Und irgendwann sind sie plötzlich „weise“ geworden… 🤔😌

Ganz still und leise und unbemerkt haben sich die jugendlichen Flausen aus dem Staub gemacht und auf einmal ist selbst der größte Besen ein fast unkomplizierter Verlasshund. Ich mag mich nicht beschweren – das ist schon cool, dass jetzt ausgerechnet Frau Grau diejenige ist, auf die man nur mehr ein halbes Auge werfen muss. Aber hach… ein bisschen Wehmut ist schon auch dabei. Wo ist sie nur hin, die Zeit?!