6. Etappe: Hexham

Wir sind gut in unserem nächsten Stop, im Twice Brewed Inn in Bardon Mill, Hexham angekommen.

Die Unterkunft ist nicht ganz so urig, wie das Fox And Hounds Inn, aber dafür komfortabler. Im Fox And Hounds hat nicht nur mein Fön den Geist aufgegeben (und beim Zimmer war keiner dabei), sondern ich hatte Freitag beim duschen plötzlich die Duschwand in der Hand, die sich nicht mehr wieder einhängen liess; ausserdem war das Wasser ein eher dünnes Rinnsal und die Temperatur entweder kalt oder zu heiß. Deshalb gab’s dort eher nur Katzenwäsche. Insofern geniess ich die gut funktionierende Dusche und den zum Zimmer gehörenden Fön hier gerade sehr; zumal es heute den ganzen Tag geregnet hat.

Der Ausblick aus dem Zimmer ist auch hier grossartig; findet übrigens auch Teddy, wie man sehen kann. 😆

Hunde sind (wie auch im Fox And Hounds) auch in der Bar erlaubt. Da diese aber größer ist, hab ich mir ein „gscheites“ Essen und nicht nur Supermarktfood gegönnt und die Hunde das erste Mal mit genommen. Chin kennt das natürlich schon, aber für Teddy war’s das erste Mal. Auch das hat er ganz brav gemeistert ❤ (trotz bellendem Berner Sennenhund in einer anderen Ecke).

Nun trennen uns nur mehr knapp 50km von Schottland… 😶😃

North Yorks Moor & Robin Hood’s Bay

Nach dem letzten Frühstück im Fox And Hounds Inn (3x Breakfast – 3x was Anderes – Vegetarisches Englisch Breakfast, Cereals & Buttertoast und Crumbled Eggs mit Mushrooms und Toast) checken wir aus und gehen noch knapp 3km im quasi am Pub angrenzenden North York Moors Nationalpark spazieren. Trotz Nieselregen und grauem Himmel ist es sooo schön hier. Die grünen latschenähnlichen Gewächse, der gelbe Farn, die lila Heide… Es ist kein Mensch unterwegs, dafür treffen wir ein paar Schafe und erschrecken (unabsichtlich) ein paar Moorhühner, die empört gackernd das Weite suchen. Ich könnte ewig hier weiter marschieren, aber wir haben ja noch viel vor heute und so drehen wir nach etwa 1,5 km um und marschieren zurück zum Auto.

Fotos folgen! 😉

Dann geht’s mit dem Auto gen Osten zur Nordsee. Das kleine Städtchen Robin Hood’s Bay, Nahe Withby soll sehr nett sein und ist Ziel unserer Fahrt. Am kostenpflichtigen Parkplatz angekommen, regnet es immer noch; sogar stärker als in Danby. Deshalb lass ich die Kamera auch im Auto. Manchmal bin ich leider wirklich lerntesistent – kurz darauf bereue ich die Entscheidung nämlich schon wieder; zumal der Handyakku schon wieder knapp wird.

Direkt am Meer, wo die Ebbe zerklüftete Felsen frei gegeben hat, gehen wir südlich Richtung Ravenscar. Für einen Regensonntag sind überraschend viele Menschen unterwegs. Aber wir sind ja in England – da sind die Leute wohl nicht so empfindlich wie bei uns daheim. Schade eigentlich, ich hätte die Bucht gern für mich alleine gehabt. 😁

Nach einiger Zeit sind wir dann doch alleine – Chinua darf von der Leine und Teddy auch kurzfristig, denn hier sind keine anderen Tiere (ausser ein paar Möwen direkt beim Meer), ich kann ewig weit sehen und groß abhauen könnte er auch nicht. Er kommt recht brav auf Ruf zurück; nachdem er aber keine Lust hat, auf Chinuas Spielaufforderungen einzugehen und doch wieder Leute auftauchen, hänge ich ihn bald wieder an.

Schließlich gehen wir oberhalb des Strandes; wieder am Cleveland Way, zurück zum Städtchen. Knapp 6 km waren wir hier unterwegs.

Unter anderen Umständen hätte ich es mir gerne noch angesehen, aber wir sind alle 3 schon recht nass und haben ja auch noch 2 Stunden Fahrt vor uns.

GB, North York Moors: Roseberry Topping & Captain Cook’s Monument

Heute haben wir eine Rundwanderung zum Roseberry Topping und Captain Cook’s Monument gemacht. 8,6 ziemlich anstrengende Kilometer, v.a. wegen dem immer noch heftigen Sturm und der einen und anderen kleineren Herausforderung für mich.

Vom Wanderparkplatz marschieren wir ein Stück über Stufen bergauf und dem Cleveland Way folgend durch das Newton Moor; vorbei an einigen freilaufenden Schafen, die sich aber ein Stück in die Heide trollen, als sie uns kommen sehen.

Dann geht’s auch schon zum Roseberry Topping hinüber – zuerst bergab, dann bergauf. Und dann stehen wir oben und können uns kaum bewegen, weil der Wind hier so stark weht, dass man immer wieder verblasen wird und taumelt. Chinua hasst mich – Sturm findet sie nämlich noch ätzender als Regen.
Zusätzlich sind doch einige andere Wanderer (auch welche mit Hund darunter) hier. Der Sturm tobt so laut, dass man sein eigenes Wort nicht versteht, geschweige denn, den Hunden entsprechende Anweisungen geben könnte. Ist mir eindeutig zu stressig und ungemütlich und so suchen wir schnell wieder das Weite.

Unten angekommen, marschieren wir über eine Wiese und dann am Waldrand entlang, kommen an einem Rahmen vorbei und umrunden dann das Ridge Quarry. Dann müssen wir über 2 Weiden.

Das Tor birgt diesmal scheinbar eine Herausforderung – man kann es nämlich nicht öffnen, sondern muss drüber klettern. Ich frag mich, was Leute mit ner Dogge hier machen. Oder ich mit Teddy…

Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig Vertrauen und eine langjährige, intensive Beziehung sind. Chinua klettert auf Aufforderung die beiden schmalen Bretter hoch und ich kann sie problemlos drüber heben. Mein gutes, altes Mädchen. 💗💗💗 Mit Teddy klappt das natürlich noch nicht so gut. Ich brauche einige Zeit, bis ich ihn dazu bewegen kann, auf die Bretter zu klettern. Ich versuche ihn aufzuheben, aber 33kg Riesenplüsch über einen Zaun zu hieven ist was anderes, als 24kg zartes Elfengeschöpf. 😝 No way – geht nicht, ich krieg den da schlichtweg nicht drüber. Etwas ratlos steh ich davor – Chin auf der einen, Teddy auf der anderen Seite. Und dann seh ich das Loch am Boden, das man öffnen kann, indem man einen Pfosten hochzieht. Groß ist es nicht, aber da ich ja weiß, dass Teddy sich über die Kofferraumtrennwand quetschen kann, ist’s einen Versuch wert. Und tatsächlich – es klappt. Puh…!

Die Bewohner der Weiden – Gott sei Dank wieder nur Schafe und keine Kühe, halten Abstand und wir kommen gut vorbei.

Und dann geht’s ein letztes Mal (dafür ziemlich, ziemlich steil) bergauf zum Cook’s Monument. Ein Mann überholt uns und meint, ich hab’s gut, weil ich gezogen werd. Teddy macht im Zuggeschirr echt einen auf Lokomotive. Berauf lieb ich ihn. Aber bergab hass ich ihn dafür. 😏😌😇

Beim Monument machen wir noch ein paar Pflichtfotos und dann geht’s hinunter und zurück zum Auto. Jetzt sind wir alle 3 ganz gut müde, denk ich und freu mich aufs hin- und Füße hochlegen… 😌

Tea Time & North York Moors

Jetzt gerade… Etwas verfrühte Teatime am Fenster meines Zimmers.
Seit heute Früh tobt ein Sturm draussen, der auch für einen ortsweiten Stromausfall gesorgt hatte. Da es ab heute Abend/Morgen besser werden soll, hab ich meine Pläne vorerst aufgeschoben und war nur direkt vom Hotel aus in der Gegend spazieren (mich hat’s trotzdem aus den Socken gehauen, weil es hier sooo sooo soooo schön ist – obwohl nicht mal das Meer in unmittelbarer Nähe!). Am Rückweg hat’s nun auch zu regnen begonnen und so machen wir’s uns erstmal etwas gemütlich und sichten die Fotos von vorhin…



Aufgrund des Sturmes und zusätzlich angesagten Regens, haben wir am VM nur einen Spaziergang in der Umgebung des Fox And Hounds Inn gemacht. Von Ainthorpe durch Danby und dann einfach einem Pfad folgend in die Pampa. Leider nur mit dem Handy Fotos gemacht, da die Kamera im Hotel blieb. Kann ja nicht sooo aufregend werden, dachte ich (und hab‘ s ganz bald schon bitter bereut 😝). Alleine schon die beiden Örtchen mit den Steinhäusern (oft mit Viehgitter in der Einfahrt, um keinen ungebetenen Besuch im Garten stehen zu haben), die freilaufenden Schafe, die Straßerln…
Die “Pampa“ hat mir dann wirklich den Atem verschlagen mit ihren leuchtenden Farben (es war wirklich so rot – das wurde nicht gephotoshopped) – trotzdem es bewölkt und grau war.
Teddy war so außer Rand und Band durch die Gerüche der Schafe, Kaninchen und Fasane, dass ich echt Angst hatte, ob der Paniksnap hält und daher sicherheitshalber Zugleine und Bauchgurt mit dem Fettlederkurzführer abgesichert habe. 😌 Ein bissl geflucht hab ich am Hinweg schon. Am Rückweg dafür gelobt und gepriesen, da er zielgenau jeden einzelnen kleinen Pfad wieder retour marschierte und ich nicht groß überlegen musste, wo wir (weil so beeindruckt und staunend, nicht wirklich auf die Orientierung achtend) lang laufen mussten.
Kurz bevor wir den Ort wieder erreichten, begann es zu regnen – wie windig es war, kann man auf den Teddybildern vielleicht erahnen. Und die ersten Schafüberreste haben wir auch gefunden *meh* 😜

Nanook-Freitag

Dank der Möglichkeit, Beiträge im Voraus zu planen, gibt´s auch während wir durch GB touren, jeden Freitag eine Nanook-Erinnerung. Hier im Oktober 2006 gemeinsam mit Tino ❤️ an einem richtig schönen goldenen Oktobertag in der Baunzen… 🍁🍂🍃

5. Etappe: Danby, North Yorks

Den heutigen Tag verbrachten wir Großteils im Auto, denn heute stand die längste Etappe des gesamten Roadtrips am Programm: von Dover nach Danby in North Yorks – 520 etwas zache Kilometer, weil die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf GBs Autobahnen bei lediglich 112 km/h liegt.

Entschädigt wurden wir bei unserer Ankunft am späten Nachmittag: eine absolut zauberhafte Landschaft, die ersten freilaufenden Schafe neben der Straße und eine großartige Unterkunft. Unser Zimmer (diesmal mit eigenem Bad & WC) Country Pub The Fox and Hounds Inn in Ainthrope ist super-gemütlich mit toller Aussicht, das Gebäude macht seinem Namen alle Ehre und erinnert mit seinem Countrystyle und dem dicken Tartanteppich auf dem Flur irgendwie an noble Jagdgesellschaften lang vergangener Zeiten.

Bevor wir’s uns auf dem Zimmer gemütlich machen, gehen wir noch ein paar Schritte in der Umgebung spazieren. Nachdem den Hunden direkt am Straßenrand ein Wildkaninchen fast ins Maul gesprungen ist, brechen wir die Erkundungstour allerdings erstmal ab und chillen den restlichen Abend am Zimmer. (Die vegetarische Lasagne war super lecker und wurde mir auf Anfrage auch hinauf in unseren Raum gebracht 😊)

Für morgen ist die Wettervorhersage leider nicht so berauschend; mal sehen, ob wir unsere geplanten Ausflüge machen können. Aber wir haben ja noch bis Sonntag Zeit; da geht’s dann weiter nach Bardon Mill.

4. Etappe: Dover – White Cliffs & Castle

Oh Gott, was für eine Aufregung gleich in aller Früh!
Ich hatte mich für den Eurotunnel statt der Fähre entschieden, weil man da mit den Hunden im Auto bleibt und die Fahrt auch nur 35 Minuten dauert. Gebucht hab ich Hin- & Rückfahrt schon vor Monaten. Ich wusste auch, dass die Briten sehr streng bei der Einreise von Haustieren sind und hab dementsprechend gut auf die nötigen Dinge geachtet – Chips nochmal überprüft, TW Impfungen haben sie sowieso, Bandwurmbehandlung wie vorgeschrieben… Statt 1,5 Std war ich sogar 2 Std früher dort. Trotzdem hatte ich soo Schiß, dass irgendwas ist und wir nicht einreisen dürfen.
Und so wars auch. In Teddys Impfpass ist nämlich das Datum der Chipablesung erst nach dem Datum der TW Impfung. In Deutschland und Österreich völlig legitim, aber in GB nicht. So durfte ich erstmal nicht einreisen und musste gefühlte Ewigkeiten bangen und warten, bis die Damen eine Lösung gefunden hatten. Ich musste nun zu einem französischen Vet, den sie kontaktiert hatten, der mir um „schlappe“ 57€ einen neuen, GB konformen Pass ausstellte. Die Umbuchung von meinem Zug um 9:20, der sich natürlich nicht mehr ausging, auf 10:20 erfolgte freundlicherweise kostenfrei.
Mittlerweile sind wir im Zug und bereits unter dem Ärmelkanal und steuern auf die Insel zu. Für heute hatten wir jedenfalls genug Aufregung! 😌
Ach verdammt… Jetzt kommt ja noch die Sache mit dem „auf der falschen Seite fahren“ auf uns zu…😝

Nach der Aufregung in der Früh, verlief der restliche Tag dann zum Glück recht entspannt. Das links fahren bereitet tatsächlich keine großen Schwierigkeiten und da ich im Zug nicht das 1. Auto war, konnte ich, in GB angekommen, erstmal hinter meinem Vordermann herfahren.

Vom Eurotunnel in Folkestone ging’s dann direkt nach Dover zum National Trust Visitor Center um eine Wanderung bei den White Cliffs of Dover zu machen. Vom kostenpflichtigen Parkplatz oberhalb des Hafens marschierten wir über Langdon Hole zum South Foreland Lighthouse. Leider ist er gerade eingerüstet, aber ich bin einfach so froh, in GB gelandet zu sein, dass es mich gar nicht stört. Bei Mrs. Knotts Tearoom direkt beim Leuchtturm gönne ich mir einen English Breakfast Tea und den ersten Scone mit Clutted Cream und Marmelade. Am Rückweg machen wir dann an einer traumhaften Stelle mit Ausblick auf die steilen Felsen und das Meer nochmal Pause, legen uns ins Gras und entschleunigen eine Zeit einfach nur. 7,7km waren wir unterwegs.

Zurück beim Auto ist noch etwas Zeit und so fahren wir noch zum Dover castle. Hunde sind am Gelände erlaubt, nur in die Innenbereiche dürfen sie nicht. Wir schlendern nochmal knapp 1,9km herum und machen uns dann auf den Weg zu unserer heutigen Bleibe. Unterwegs noch ein kurzer Stop bei Morrisons um einen Abendsnack (und ein Joghurt zum verfeinern des TroFus für die verwöhnten Köter) zu kaufen und dann ab ins B&B. Das Crabble Hill House ist nicht das komfortabelste; mit winzigem Zimmer und Klo und Bad am Gang, aber dafür absolut herrlich urig!

Morgen geht’s dann auf die vorerst letzte längere Etappe – ins ca. 520km entfernte North Yorks, wo wir bis Sonntag bleiben werden.

(Mehr Bilder und Streckenkarten gibt’s, wenn wir im November wieder zurück in Wien sind. Sollten Fotos seltsam aussehen, liegt’s am Tablet – das hat leider Probleme mit dem Raw Format. Auch die werden dann ggf daheim ausgetauscht)