9. Etappe: Errogie

17. Oktober 2018: Dunnottar Castle, Balmedie Country Park & Errogie

Heute (hier ist ja “erst“ 23:15) haben wir einen ziemlich langen Tag hinter uns. Gleich in der Früh waren wir in Stonehaven und sind den Coastal Path zu Dunnottar Castle entlang gelaufen. Mittags hatte ich meine ersten Fish & Chips und anschließend haben wir noch eine kleine Runde beim Balmedie Country Park & Beach gedreht. Und danach ging’s dann quer über die Insel in den Nordosten, nach Errogie bei Inverness. Hier haben wir für die nächsten 3 Tage ein kleines Cottage mitten in der Pampa gemietet. Da die Autobahn ein Stück gesperrt war, lotste mich mein Navi über zig kleine Straßerln, vorbei an einigen großen Whisky-Destillerien (wäre ich nicht schon recht müde gewesen, hätt ich die eine oder andere sicher auch noch geknipst) und durch den einen oder anderen charismatischen Ort. So langsam glaube ich zu verstehen, was die Leute aus der Schottlandgruppe meinten, als sie sagten: die schönsten Plätze findest du nicht an den bekannten Hotspots, sondern indem du einfach drauf los fährst. Kurz vor Carrbridge, mitten im Nirgendwo, durft ich dann diesen schönen Sonnenuntergang beobachten.

Danach gab’s noch eine Herausforderung für mich: ab Inverness war’s dunkel und die Straße führte teils als Single Track über zig Kurven durch den Wald, über Weidegitter und vorbei an einigen neben der Straße grasenden Schafen zu unserem kleinen Häuschen, dass noch vor dem Ort Errogie mitten im Grünen steht. Worauf ich mich schon Tagelang gefreut hatte, schien mir jetzt ein wenig gruselig. Plötzlich fielen mir Szenen aus jedem einzelnen Horrofilm ein, den ich als Teenager gesehen hatte. Hatte ich den Vorhang nicht vorhin ein wenig mehr zugezogen? Hat sich dort draussen vorm Fenster grad was bewegt? Aber Schottland ist ja auch das Land der Elfen, Kobolde, Selkies, Gespenster und allerlei anderer Wesen, da darf ein bisschen Grusel vielleicht auch gar nicht fehlen…?! 😉😌

Wanderung von Stonehaven zu Dunnottar Castle

Gleich in der Früh ging´s nach Stonehaven, wo wir am Parkplatz direkt am Hafen geparkt haben. Von dort aus gehen wir die noch menschenleere Hafenpromenade entlang, biegen dann rechts in das kleine Gässchen „Wallace Wynd“ und nach ein paar Schritten auf den „Castle Square“, der gleich darauf in einem schmalen Fußweg bergauf an den letzten Häuschen vorbei mündet. Oben angekommen geht´s ein paar wenige Meter entlang der Straße und dann auf den gut markierten Coastal Path.

Von einem Ausschtspunkt aus kann man den Hafen von Stonehafen überblicken. Dann wandern wir weiter zum Stonehaven War Memorial (gebaut zu Ehren der in den beiden Weltkriegen gefallenen schottischen Soldaten), das ein bisschen wie ein griechischer Tempel aussieht. Auch von hier hat man eine traumhafte Aussicht.

Wir marschieren – fast alleine (auf der Wiese unterhalb des Memorials war ein Mann mit Hund und später kommt uns ein Pärchen entgegen) weiter entlang des Küstenpfades Richtung Castle.

Dort angekommen steigen wir die Stufen hinunter zum Eingang. Eintritt für Erwachsene £7, Hunde dürfen an der Leine kostenfrei mit. Wir bekommen ein laminiertes A4 Blatt mit Infos zum Castle mit auf unsere Besichtigung und dann stehen wir im riesigen Areal der alten Burg.

Die noch erkennbaren Gebäude stammen großteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert, allerdings geht man davon aus, dass der Felsen auf dem das Castle steht, auch schon zur Zeit der Pikten bewohnt war. Es war seitdem immer wieder Mittelpunkt großer Auseinandersetzungen und wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut.

Noch ist es hier ruhig und außer uns sind nur wenige andere Leute schon unterwegs. Wir besichtigen die Überreste dieser imposanten Burg, u.a. auch das Verlies Namens „Whigs‘ Vault“. 1685 wurden dort während der Rebellion des Earls of Argyll rund 122 Männer und 45 Frauen in einem knapp 50m2 Raum ohne sanitäre Einrichtungen etwa 2 Monate lang aufgrund ihres Glaubens gefangen gehalten. 37 wurden entlassen, nachdem sie ihren Glauben widerriefen. 25 konnten fliehen, 2 davon stürzten aber auf den Klippen in den Tod. 15 von ihnen wurden wieder gefangen genommen, die Übrigen starben oder wurden nach Westindien deportiert.

Nachdem wir genug gesehen haben, steigen wir den schmalen Pfad neben dem Castle hinunter zum Strand. Da wir ganz alleine sind, darf Chinua ein wenig frei laufen und nimmt ein kleines Bad im Meer, auch Teddy bekommt die Schleppleine drauf und kann sich ein bisschen „frei“ bewegen. Und ich gönne mir ein kleines Frühstück, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.

Als wir die Stufen zum Wanderweg hinauf steigen, kommen uns schon mehr Touristen entgegen und vom nicht weit entfernten Parkplatz des Castles, kommen noch mehr. Gut, dass wir so früh hier waren!

Die Route von Walkhighlands.co.uk würde nun einen anderen Rückweg vorsehen; da er allerdings entlang der Straße führt, entscheide ich mich dazu, den Küstenweg, den wir gekommen sind, wieder zurück zu wandern. Auch hier sind jetzt schon einige Leute unterwegs. Zurück in Stonehaven herrscht im Hafen ebenfalls schon reger Betrieb.

5,7km bei 70hm waren wir unterwegs.

Mit dem Auto fahren wir noch weiter nach Stonehaven Beach und ich probiere die angeblich besten Fish & Chips des Landes bei „The Bay Fish & Chips“. Naja. In Jütland fand ich sie besser. 🙊 

Balmedie Country Park & Beach

Nachmittags, nach unserer Wanderung in Stonehaven und bevor wir weiter nach Inverness fuhren, waren wir in Balmedie (etwas nördlich von Aberdeen) und haben eine 2,8km kurze Runde durch die Dünen und über den Strand gedreht. Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter – Mittags war es recht bewölkt und sah nach Regen aus, hat aber dann doch wieder aufgelockert. Wenn Engel reisen halt… 😇😈😂

Am Strand durften die Hunde ein wenig laufen (nö, sie spielen nicht – Chinua hätte gerne, aber Teddy flüchtet immer 😂), dann ging’s durch die Dünen und an Bunkern aus dem 2. WK zurück zum Auto am kostenfreien Parkplatz.

 

18. Oktober 2018: Skoorah Cottage

Skoorah, unser Cottage in Errogie ca. 20km von Inverness entfernt. 😊

Ich hab dann übrigens geschlafen wie ein Stein und sollten irgendwelche Gespenster da gewesen sein, hab ich sie schlichtweg nicht mitbekommen. 😛

A wee bit of Scotland. Auf der B862 um Achnabat herum; am Weg von Errogie Richtung Inverness

 

Change House Walk, Loch Ness

Heute haben wir uns etwas Pause gegönnt und den Tag eher gemütlich verbracht. Mittags waren wir am Loch Ness, allerdings auf der weniger prominenten Seite. Relativ mittig bei Inverfarigaig; mehr oder weniger gegenüber von Urquhart Castle sind wir den Change House Walk im Erchite Wood entlang spaziert.

2,8km kurz, ein Stück entlang des Lochs und dann durch einen wunderschönen Wald. Wieder ganz ohne Weidevieh, dafür mit ein paar frechen Eichhörnchen… 😊

Ach und bevor jemand fragt… Nessie haben wir nicht gesehen, aber dafür ist ein anderes, kleines graues Ungeheuer den Fluten entstiegen… 😁😜

19. Oktober 2018: Culloden Battlefield, Carrbridge & Nairn Beach

Heute stand ein Besuch von Culloden Battlefield auf dem Programm. Hier trafen am 16. April 1746 die aufständischen Jakobitentruppen unter Bonnie Prince Charlie auf eine Übermacht englischer Regierungstruppen und wurden brutal niedergemetzelt. Die Schlacht bei Culloden Moor war nicht nur die letzte Schlacht zwischen Engländern und Schotten, sondern bedeutete auch das Ende des schottischen Clanwesens und der alten Gesellschaftsordnung der Highlander. 😢

Im Giftshop des Visitor Centers hab ich mich mit Mitbringseln eingedeckt und wurde beim zahlen der u.a. kleinen Whiskyprobierfläschchen von der netten älteren Dame doch tatsächlich nach meinem Ausweis gefragt. Wegen Alkohol und Alter und so. 😂

Hunde sind am Battlefield zwar erlaubt, Chinua und Teddy blieben diesmal aber trotzdem im Auto; ich hätte mich in Grund und Boden geschämt, wenn einer der beiden einen Grabstein bepinkelt oder auf dem riesigen War Grave sein Geschäft verrichtet hätte. 😌

Danach ging´s weiter nach Carrbridge, wo wir einen Spaziergang im Ellan Wood machten.

Anschließend haben wir noch in Nairn am Strand vorbei geschaut, um für Tante Karin „ein bisschen Meer mitzunehmen“. Chinua hat wieder vergebens versucht, Teddy zum spielen zu motivieren – der ist nur vor ihr davon gelaufen, fand dann aber wohl Gefallen am laufen selbst. 😂

Am Heimweg wurden wir wieder mit traumhaft schöner schottoscher Landschaft belohnt… 😍

 Ellan Wood Walk, Carrbridge

Ausgehend vom Ellan Wood Parkplatz haben wir einen kleinen Spaziergang durch Ellan Wood gemacht.

Über angelegte Wege kamen wir zuerst an einer Aussichtswarte vorbei und marschierten dann ein Stück auf dem Railway Wood Walk.

Schließlich folgten wir dem Ellan Wood Walk vorbei über ein paar Brücken und an einigen Holzskulpturen über den River Dulnain.

Von dort ging es zurück nach Carrbridge und zum Ortswahrzeichen, der Packhorse Bridge. Diese Brücke wurde 1717 erbaut und gilt als die älteste Steinbrücke in den Highlands.

Gemütlicher 4,8km kurzer Spaziergang mit etwa 30hm. Kein freilaufendes Vieh.