5. Etappe: North York Moors

11. Oktober 2018: Danby, North York

Den heutigen Tag verbrachten wir Großteils im Auto, denn heute stand die längste Etappe des gesamten Roadtrips am Programm: von Dover nach Danby in North York – 520 etwas zache Kilometer, weil die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf GBs Autobahnen bei lediglich 112 km/h liegt. Entschädigt wurden wir bei unserer Ankunft am späten Nachmittag: eine absolut zauberhafte Landschaft, die ersten freilaufenden Schafe neben der Straße und eine großartige Unterkunft. Unser Zimmer (diesmal mit eigenem Bad & WC) im Country Pub The Fox and Hounds Inn in Ainthrope ist super-gemütlich mit toller Aussicht, das Gebäude macht seinem Namen alle Ehre und erinnert mit seinem Countrystyle und dem dicken Tartanteppich auf dem Flur irgendwie an noble Jagdgesellschaften lang vergangener Zeiten. Bevor wir’s uns auf dem Zimmer gemütlich machen, gehen wir noch ein paar Schritte in der Umgebung spazieren. Nachdem den Hunden direkt am Straßenrand ein Wildkaninchen fast ins Maul gesprungen ist und sie daraufhin dementsprechend „wurlat“ waren, brechen wir die Erkundungstour allerdings schnell wieder ab und chillen den restlichen Abend am Zimmer. (Die vegetarische Lasagne war super lecker und wurde mir auf Anfrage auch hinauf in unseren Raum gebracht 😊)

Für morgen ist die Wettervorhersage leider nicht so berauschend; mal sehen, ob wir unsere geplanten Ausflüge machen können. Aber wir haben ja noch bis Sonntag Zeit; da geht’s dann weiter nach Bardon Mill.

 

12. Oktober 2018: Tea Time & North York Moors

Jetzt gerade… Etwas verfrühte Teatime am Fenster meines Zimmers. Seit heute Früh tobt ein Sturm draussen, der auch für einen ortsweiten Stromausfall gesorgt hatte. Da es ab heute Abend/Morgen besser werden soll, hab ich meine Pläne vorerst aufgeschoben und war nur direkt vom Hotel aus in der Gegend spazieren. Jetzt machen wir’s uns erstmal etwas gemütlich im warmen, trockenen Zimmer… 🙂

Aufgrund des Sturmes und zusätzlich angesagten Regens, haben wir am VM nur einen Spaziergang in der Umgebung des „Fox And Hounds Inn“ gemacht. Von Ainthorpe durch Danby und dann einfach einem Pfad folgend in die Pampa. Leider nur mit dem Handy Fotos gemacht, da die Kamera im Hotel blieb. „Kann ja nicht sooo aufregend werden“ dachte ich (und hab‘ s ganz bald schon bitter bereut 😝). Alleine schon die beiden Örtchen mit den Steinhäusern (oft mit Viehgitter in der Einfahrt, um keinen ungebetenen Besuch im Garten stehen zu haben), die freilaufenden Schafe, die Straßerln…

Die “Pampa“ hat mir dann wirklich den Atem verschlagen mit ihren leuchtenden Farben (es war wirklich so rot – das wurde nicht gephotoshopped) – trotzdem es bewölkt und grau war. Teddy war so außer Rand und Band durch die Gerüche der Schafe, Kaninchen und Fasane, dass ich echt Angst hatte, ob der Paniksnap hält und daher sicherheitshalber Zugleine und Bauchgurt mit dem Fettlederkurzführer abgesichert habe. 😌 Ein bissl geflucht hab ich am Hinweg schon. Am Rückweg dafür gelobt und gepriesen, da er zielgenau jeden einzelnen kleinen Pfad wieder retour marschierte und ich nicht groß überlegen musste, wo wir (weil so beeindruckt und staunend, am Hinweg nicht wirklich auf die Orientierung achtend) lang laufen mussten. Kurz bevor wir den Ort wieder erreichten, begann es zu regnen – wie windig es war, kann man auf den Teddybildern vielleicht erahnen. Die ersten Schafüberreste haben wir auch gefunden *meh* 😜

Ausblick vom Fenster am frühen Abend. Hach. Daran könnt ich mich echt gewöhnen…

 

13. Oktober 2018: Wanderung Roseberry Topping & Captain Cook’s Monument

Heute haben wir eine Rundwanderung zum Roseberry Topping und Captain Cook’s Monument gemacht. 8,5 ziemlich anstrengende Kilometer, v.a. wegen dem immer noch heftigen Sturm und der einen und anderen kleineren Herausforderung für mich.

Vom Wanderparkplatz marschieren wir ein Stück über Stufen bergauf und dem Cleveland Way folgend durch das Newton Moor; vorbei an einigen freilaufenden Schafen, die sich aber ein Stück in die Heide trollen, als sie uns kommen sehen.

Dann geht’s auch schon zum Roseberry Topping hinüber – zuerst bergab, dann bergauf. Ganz schön stürmisch hier…!

 

Und dann stehen wir oben und können uns kaum bewegen, weil der Wind hier so stark weht, dass man immer wieder verblasen wird und taumelt. Chinua hasst mich – Sturm findet sie nämlich noch ätzender als Regen.

Zusätzlich sind doch einige andere Wanderer (auch welche mit Hund darunter) hier. Der Sturm tobt so laut, dass man sein eigenes Wort nicht versteht, geschweige denn, den Hunden entsprechende Anweisungen geben könnte. Ist mir eindeutig zu stressig und ungemütlich und so suchen wir schnell wieder das Weite.

Unten angekommen, marschieren wir über eine Wiese und dann am Waldrand entlang, kommen an einem Rahmen vorbei und umrunden dann das Ridge Quarry. Dann müssen wir über 2 Weiden.

Das Tor birgt diesmal scheinbar eine Herausforderung – man kann es nämlich nicht öffnen, sondern muss drüber klettern. Ich frag mich, was Leute mit ner Dogge hier machen. Oder ich mit Teddy…

Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig Vertrauen und eine langjährige, intensive Beziehung sind. Chinua klettert auf Aufforderung die beiden schmalen Bretter hoch und ich kann sie problemlos drüber heben. Mein gutes, altes Mädchen. 💗💗💗 Mit Teddy klappt das natürlich noch nicht so gut. Ich brauche einige Zeit, bis ich ihn dazu bewegen kann, auf die Bretter zu klettern. Ich versuche ihn aufzuheben, aber 33kg Riesenplüsch über einen Zaun zu hieven ist was anderes, als 24kg zartes Elfengeschöpf. 😝 No way – geht nicht, ich krieg den da schlichtweg nicht drüber. Etwas ratlos steh ich davor – Chin auf der einen, Teddy auf der anderen Seite. Und dann seh ich das Loch am Boden, das man öffnen kann, indem man einen Pfosten hochzieht. Groß ist es nicht, aber da ich ja weiß, dass Teddy sich über die Kofferraumtrennwand quetschen kann, ist’s einen Versuch wert. Und tatsächlich – es klappt. Puh…! Die Bewohner der Weiden – Gott sei Dank wieder nur Schafe und keine Kühe, halten Abstand und wir kommen gut vorbei.

Und dann geht’s ein letztes Mal (dafür ziemlich, ziemlich steil) bergauf zum Cook’s Monument. Ein Mann überholt uns und meint, ich hab’s gut, weil ich gezogen werd. Teddy macht im Zuggeschirr echt einen auf Lokomotive. Bergauf lieb ich ihn. Aber bergab hass ich ihn dafür. 😏😌😇

Beim Monument machen wir noch ein paar Pflichtfotos und dann geht’s hinunter und zurück zum Auto. Jetzt sind wir alle 3 ganz gut müde, denk ich und freu mich aufs hin- und Füße hochlegen… 😌

 

14. Oktober 2018: Regenspaziergang im Moor:

Guten Morgen! (Noch etwas müde und verknittert 😌😄) Heut machen wir trotz Regen einen kurzen Abstecher ans Meer; danach geht’s weiter Richtung Norden. 😊

Nach dem letzten Frühstück im Fox And Hounds Inn (3x Breakfast – 3x was Anderes – Vegetarisches Englisch Breakfast, Cereals & Buttertoast und Crumbled Eggs mit Mushrooms und Toast) checken wir aus und gehen noch knapp 3km im quasi am Pub angrenzenden North York Moors Nationalpark spazieren. Trotz Nieselregen und grauem Himmel ist es sooo schön hier. Die grünen latschenähnlichen Gewächse, der gelbe Farn, die lila Heide… Es ist kein Mensch unterwegs, dafür treffen wir ein paar Schafe und erschrecken (unabsichtlich) ein paar Moorhühner, die empört gackernd das Weite suchen. Ich könnte ewig hier weiter marschieren, aber wir haben ja noch viel vor heute und so drehen wir nach etwa 1,5 km um und marschieren zurück zum Auto.

Dann geht’s mit dem Auto gen Osten zur Nordsee. Das kleine Städtchen Robin Hood’s Bay, Nahe Withby soll sehr nett sein und ist Ziel unserer Fahrt.

 

Robin Hood’s Bay:

Am kostenpflichtigen Parkplatz von Robin Hood´s Bay angekommen, regnet es immer noch; sogar stärker als in Danby. Deshalb lass ich die Kamera auch im Auto. Manchmal bin ich leider wirklich lernresistent – kurz darauf bereue ich die Entscheidung nämlich schon wieder; zumal der Handyakku auch schon wieder knapp wird.

Direkt am Meer, wo die Ebbe zerklüftete Felsen frei gegeben hat, gehen wir südlich Richtung Ravenscar. Für einen Regensonntag sind überraschend viele Menschen unterwegs. Aber wir sind ja in England – da sind die Leute wohl nicht so empfindlich wie bei uns daheim. Schade eigentlich, ich hätte die Bucht gern für mich alleine gehabt. 😁🙊

Nach einiger Zeit sind wir dann doch alleine – Chinua darf von der Leine und Teddy auch kurzfristig, denn hier sind keine anderen Tiere (ausser ein paar Möwen direkt beim Meer), ich kann ewig weit sehen und groß abhauen könnte er auch nicht. Er kommt recht brav auf Ruf zurück; nachdem er aber keine Lust hat, auf Chinuas Spielaufforderungen einzugehen und doch wieder Leute auftauchen, hänge ich ihn bald wieder an.

Schließlich gehen wir oberhalb des Strandes; wieder am Cleveland Way, zurück zum Städtchen. Knapp 6 km waren wir hier unterwegs.

Unter anderen Umständen hätte ich es mir gerne noch angesehen, aber wir sind alle 3 schon recht nass und haben ja auch noch 2 Stunden Fahrt vor uns.