12. Etappe: Peak District

23. Oktober 2018: Über die Scottish Borders in den Peak District

Nach dem Frühstück im Red Lion trieb es uns zuerst zu den Border Abbeys.

Das Grenzland zwischen Schottland und England – die sogenannten Scottish Borders – war jahrundertelang umkämpft, wovon die Ruinen vieler Burgen, Festungen und Abteien zu erzählen wissen. Die 4 großen Grenzlandabteien (Melrose Abbey, Jedburgh Abbey, Kelso Abbey und Dryburgh Abbey) entstanden zu Beginn des 12. Jh. und waren kulturell und wirtschaftlich bedeutende Zentren der Region. 

Zuerst stand die nur etwa 15 Minuten entfernte Dryburgh Abbey – die jüngste der Grenzlandbasteien – am Programm. 

Sowohl in Dryburgh Abbey als auch in Melrose Abbey sind Hunde (in den nicht überdachten Bereichen) kostenfrei erlaubt (Erwachsene je 6£; Parkplatz Dryburgh gratis, Melrose kostenpflichtig). Ich hatte Chin & Teddy aber nur im kleineren Dryburgh mit – v.a. Chinua merkt man jetzt schon an, dass sie langsam müde wird und die Reise durchaus anstrengt (besonders das schlechte Essen und am Boden schlafen müssen pisst sie ziemlich an 😝).

Am Weg zu Melrose Abbey hielten wir dann kurz beim Aussichtspunkt „Scotts View“, einem Aussichtspunkt auf den Bemersyde Hill, an dem angeblich auch Sir Walter Scott (schottischer Dichter & Schriftsteller) oft Halt gemacht haben soll.

V. a. Melrose Abbey fand ich ziemlich beeindruckend (leider stand ein Teil im Gerüst) – nachdem ich ein 2. Mal den Turm erklommen hab (ohne einen vorne ziehenden Teddy ist bergauf bzw. Stufen steigen ordentlich anstrengend 😂), hab ich sogar “the bagpipe playing pig“ entdeckt! 😊

Eigentlich wollte ich dann noch Abbotsford House bzw. v.a. seinen angeblich wunderschönen (und zudem hundefreundlichen) Garten besichtigen, aber auch an mir hat die zwar großartige, aber auch anstrengende Reise ein paar Spuren hinterlassen und ich freute mich auf ein bisschen Beine hochlegen im Zimmer unserer nächsten Unterkunft. Und daher gings dann direttissima gen Süden. Ein kurzer Fotostop an der Grenze mit einmal schlucken, weil sich unser Trip nun definitiv dem Ende zu neigt. Bye bye Schottland, hello England 😪 – und ab in den Peak District, nach Bakewell, wo wir die nächsten 2 Tage verbringen werden.

24. Oktober 2018: Rutland Arms Hotel Bakewell

Von gestern bis morgen wohnen wir im The Rutland Arms Hotel in Bakewell. Was auf den ersten Blick von Außen vielleicht eher unspektakulär aussieht, ist in Wirklichkeit ein für unsere Verhältnisse recht nobles Hotel. Ab und an muss man sich halt auch was leisten. 😉

Neben dem Ewich Guest House definitiv unser Unterkunftshighlight in diesem Urlaub. Und nirgendwo wurden wir (ok, Chinua & Teddy) so herzlich begrüßt, wie hier. Willkommen waren die Hunde überall, aber gestern bei unserer Ankunft hatten wir dann nahezu eine Traube an Personal und Gästen um uns, die alle diese “they are so gorgeous!“ dogs streicheln wollten. 😂

Im gediegenen Frühstücksraum selbst sind Hunde nicht erlaubt, aber hätte ich sie mitnehmen wollen, hätte ich samt Hunden gerne im Nebenraum frühstücken können – fast war das Personal etwas enttäuscht, weil Chinua und Teddy auf dem Zimmer blieben.

Das Frühstück (mit Buffet) war vielfältig und heute bin auch ich – wie vermutlich Millionen europäischer Gäste vor mir – auf den Marmite Aufstrich reingefallen. Stand am Tisch, sah aus wie ein Nutella-Verschnitt. Prima, dachte ich mir, gibts heute nach langem wieder mal Croissant mit Nutella. Tja und dann beißt man in Erwartung auf Kipferl mit Schokoaufstrich ab und speibt sich fast an – Marmite ist nämlich ein salziger Hefeaufstrich, der wie Maggie schmeckt. *igitt*

Auch der Ort ist wirklich sehenswert; blöd nur, dass genau neben dem Rutland Arms auch noch ein kleiner Bookshop ist… 😍😌

Heute waren wir übrigens fast 12km wandern (die längste Tour in diesem Urlaub) – da haben wir uns jetzt Abends ein wenig Entspannung verdient, finden wir. 😀


Hathersage Moor

Für heute hatte ich eine Tour im Hathersage Moor ausgewählt. Mit rund 12km die längste in diesem Urlaub. Das Wetter spielte mit – blauer Himmel, Sonnenschein, nicht sonderlich windig… perfekt zum wandern. Das dachten sich allerdings auch gefühlte 150 Millionen andere Leute (ok, nicht mal ein Bruchteil davon, aber wahrscheinlich mehr, als auf allen anderen Wanderungen bei unserem Road Trip zusammen).

Gestartet sind wir vom kostenpflichtigen Wanderparkplatz mit dem klingenden Namen „Surprise View“. 😀 Von dort aus geht´s ins Moor und zu einigen benannten Felsformationen.

Wir wandern zunächst zu Millstone Edge und ein Stück entlang davon, schwenken dann nach rechts und gehen weiter zu Over Owler Tor und Higger Tor.

Von dort aus wollen wir noch zu Stanage, müssen davor aber über eine Weide mit einem Achtung Bull Schild. Ich hoffe inständig, dass der Bewohner grade nicht zu Hause ist und wir haben Glück – kein Bulle weit und breit und wir können entspannt weiter.

Bei Stanage wandern wir nur ein Stück entlang des Abgrundes und drehen dann relativ bald wieder um – hier geht´s nun echt ziemlich zu. Da einige Parkplätze in der Nähe sind, kommen die Leute fast in Massen und gehen dort spazieren, an der Wand sind auch einige Kletterer, die sich im Gestein austoben.

Wir kommen zurück zum Higger Tor, gehen weiter zu Carl Wark und von dort bergab bis zu einem Bach. Teddy schlempert nur ein bisschen, Chin hingegen tobt sich im Wasser ordentlich aus. Ist ja auch ganz schön warm!

Nach kurzer Zeit sind wir an der Straße, die wir queren. Wir kommen durch ein kleines Wäldchen und folgen dann dem Bächlein Burbage Brook ein Stück durch ein wirklich malerisches kleines Tal, bevor wir über Owler Tor zurück zum Parkplatz kommen.

11,65km, 170hm. So gut wie kein Schatten, dafür einige interessante Steinformationen und Ausblicke. Begegnungen mit freilaufenden Kühen können nicht ausgeschlossen werden (müssten im Moor aber gut umrundbar sein).

 

25. Oktober 2018: Birchover Stonecircle

Was für ein Tag…!

Heute Früh, nach dem auschecken aus dem Rutland Arms sind wir nach Birchover gefahren. Ich hatte mir mittels GPSies noch einen netten Spaziergang im Peak District beim Stanton Moor ausgesucht. Die einzige selbst zusammen geschusterte Tour und nach fast 3 Wochen GB hoffe ich inständig, dass sie überhaupt begehbar ist. Ist ja hier nicht unbedingt so, dass ein Weg wirklich ein hundetauglicher Weg ist… 😀

Wir starten am (kostenfreien) Cratcliffe Parkplatz. Der Anfang ist vielversprechend. Kein anderes Auto da, keine Menschenseele zu sehen, blauer Himmel und nur etwas Wind. Das erste Stück unseres Weges ist sogar ein offizieller Wanderweg; der Limestone Way und dementsprechend markiert. Wir wandern einen gut sichtbaren Weg über eine Wiese – ok, Schafweide. Eigentlich kein Problem, das kennen wir jetzt ja schon vielfach. Bloß diesmal ist es anders. Die Schafe hier sind nämlich unglaublich neugierig und machen kaum Platz; kaum sind wir vorbei, nähern sie sich von hinten. Teddy ist ganz aufgeregt und zieht nach vorne Richtung Schafe, Chin hingegen bockt, stemmt sich in den Boden und ist mit Schafbemmerl fressen beschäftigt. Zach, äusserst zach heute. 😕

Wir kommen an Hillarys Seat, einem malerischen Bankerl vorbei und an der Felsformation Robin Hood’s Stride. Anschließend geht’s über mehrere – zum Glück leere – Weiden zum Birchover stone circle und schließlich zu einer kleinen Straße. Wir machen sicher die doppelte Distanz, weil der Weg über die Weiden nicht immer gleich erkennbar ist und wir immer wieder vor verschlossenen Gattern stehen und einen anderen Durchgang suchen müssen. Wir sind ja mittlerweile schon fast Gatterspezialisten (man glaubt gar nicht, wieviele verschiedene Varianten die Briten haben und heute kommen noch 2 neue dazu – über eine Mauer und durch einen schmalen Durchgang zwischen Mauer und Tor).

Uns begegnen noch 1 Hase und einige freche Eichhörnchen und Teddy ist mittlerweile so durch den Wind, dass ich ihn aufs Halsband umhängen muss. Da müssen wir zu Hause unbedingt dran arbeiten.

Nach einiger Zeit geht unser Weg von der Straße wieder über Wiesen und Weiden. Ich höre irgendwo Kühe muhen und hoffe die ganze Zeit, dass wir nicht wieder über eine besetzte Kuhweide müssen. Bleibt uns zum Glück erspart. Das letzte Stück der Runde geht leider entlang einer Bundesstraße.

7,6km bei 160hm. Wir fanden nur leere Weiden vor, aber das war wohl schlichtweg Glück.

Eigentlich wollen wir noch zu einem 2. kleinen Steinkreis in der Nähe. Doll Tor Stone Circle soll in einem kleinen Wäldchen ganz in der Nähe stehen. Ich parke neben einer leeren Weide, lasse die Hunde aber erstmal im Auto. Ein paar hundert Meter ist ein kleines, von einer Mauer umgebenes Wäldchen – da soll er laut Navi drinnen sein. Dort angekommen finde ich keinen Durchgang, also klettere ich über das Steinmäuerchen und lande mitten im Gestrüpp. Ich arbeite mich durch mannshohen Farn und Dornenranken, kann aber weit und breit keinen Steinkreis finden. Schade. 😪

Und nun gehts zu unserer letzten Station in GB – wieder zurück nach Dover, von wo aus wir morgen Früh mit dem Shuttle durch den Eurotunnel zurück aufs Festland fahren werden.