Großbritannien 2018

28. April 2018: Die Planungen laufen…

Eigentlich hätten wir ja Anfang März 9 Tage Urlaub an der deutschen Nordsee mit 1-2 Tagesausflügen in unser geliebtes Jütland machen sollen. Leider hat sich Nanook entschieden, stattdessen alleine seine letzte große Reise anzutreten. Dänemark ohne Nanook geht aber momentan noch gar nicht. Und so wird´s diesmal was ganz Anderes werden: im Oktober geht´s für Chinua und Frauchen daher auf Mädls-Roadtrip durch GB und v.a. Schottland. Von Wien über Nürnberg & Aachen nach Calais und dort mit dem Eurotunnel (bei beiden Fähranbietern muss der Hund im Auto bleiben, Mensch dieses aber verlassen, deshalb wirds der etwas teurere Tunnel, bei dem 2- & 4-Beiner gemeinsam im Auto bleiben dürfen) nach Dover. Von Dover fahren wir über North Yorks und den Hadrians Wall nach Falkland, Schottland, weiter nach Stonehaven, Fort Augustus, Crianlarich und wieder zurück über die Scottish Borders nach Bakewell, England. Von dort aus via Dover, Calais, Aachen & Nürnberg zurück nach Wien. Über 5100km werden wir 3 Wochen lang unterwegs sein (sofern keine weitere Katastrophe dazwischen kommt). Die B&B´s (und zwischendurch das eine oder andere Hotel) sind bereits gebucht. Wir freuen uns schon riesig (oke, Frauchen – Chinua weiß von „ihrem Glück“ ja noch nichts ) und nutzen Frauchens Krankenstand, um gechillt im Garten ein bisschen Schottland-Literatur zu wälzen…

 

17. Juli 2018: Zwischenstand GB-Roadtrip-Vorbereitungen

Route ausgetüftelt Unterkünfte gebucht Wanderungen & Sehenswürdigkeiten rausgesucht ÖAMTC Karten & Landesinfos geholt Unterkünfte auf 2 Hunde umgebucht Eurotunnel gebucht Neue Gummistiefel & Wanderschuhe besorgt 🤗🇬🇧

 

07. Oktober 2018: Jetzt geht´s los!

Seit Monaten fiebere ich diesem Tag entgegen. Vor uns liegen 21 Tage und über 5000km Roadtrip – von Wien über Aachen und Calais nach GB – bis hinauf nach Inverness und retour. Nur Chinua, Teddy und ich. And so the adventure begins…

1. Etappe: Nürnberg:

Die ersten 460km liegen hinter uns. Heute nächtigen wir im Hotel Postbauer-Heng in Postbauer-Heng, Nähe Nürnberg. Chin ist ja schon ein routinierter Reiseköter, aber obwohl das für Teddy neu sein dürfte, hat auch er im Zimmer recht schnell zur Ruhe gefunden. 🎉 Lediglich das Trockenfutter sorgt nicht grad für Begeisterung bei den Barf-verwöhnten Viechern und wurde trotz Hippverfeinerung verweigert. Schau ma mal, wie lang’s dauert, bis der Hunger groß genug ist… 😏😝

 

08. Oktober 2018: 2. Etappe: Aachen

Heute gings von Postbauer-Heng nach Andernach-Kell, wo wir den 12km langen Höhlen- & Schluchtensteig gewandert sind. Anschließend sind wir noch weiter bis Aachen gefahren und übernachten jetzt bei der lieben Catharina, die uns über die Schottlandreisegruppe auf Facebook einfach so zu sich eingeladen hat. Nach einem leckeren Abendessen in super-netter Gesellschaft mit interessanten und lustigen Gesprächen, freuen wir uns jetzt aufs Bett. Hunde gut müde gemacht und zumindest bei Chin war der Hunger Abends groß genug, das ungeliebte TroFu ratzeputz zamzufressen. Und Teddy… Naja, der hat zumindest ein paar Bissen gemacht… 😌

Wanderung in Andernach-Kell

Ausgangspunkt dieser kurzweiligen Wanderung ist der Traumpfade Parkplatz bei Andernach-Kell. Von hier aus marschieren wir nach rechts weg ein paar Meter an der Hauptsraße entlang, queren diese und folgen dann dem Weg zwischen Wiesen und Feldern, vorbei an einer Ziegenweide bis in eine kleine Siedlung.

Wir überqueren wieder eine Straße und gehen den gut markierten Weg weiter, kommen zu einem Haus mit bemalter Mauer, einem Marterl und an eine Forststraße neben einem Bach, die wir weiter entlang marschieren. Nach einiger Zeit zweigt der Weg von der Forststraße ab – es geht über eine Brücke und dann langsam, aber stetig bergauf bis zum Schweppenburgblick (bei dem zumindest wir die Burg allerdings kaum sehen können).

Durch den Wald wandern wir weiter zum nächsten Aussichtspunkt und dann in mehreren Serpentinen bergab bis wir zum Gasthaus Jägerheim beim Viadukt gelangen.

Direkt dahinter führt der Weg durch die Trasshöhlen und am Seniorendomizil Bad Tönisstein vorbei in die Wolfsschlucht. Über eine Vielzahl an Stufen geht es nun wieder bergauf, vorbei an einem Wasserfall, oben angekommen über die Straße und dann einen ruhigen Waldweg entlang.

Nach einiger Zeit kommen wir an einen kleinen Bach, mit einem Rastplatz. Wir folgen dem Wiesenweg, der bald wieder in den Wald und bergauf führt. Das letzte Stück bis zum Parkplatz wandern wir erneut zwischen Wiesen und Feldern und genießen einen fabelhaften Ausblick auf die Umgebung.

12,4km, 200hm, keinerlei Weidevieh.

 

09. Oktober 2018: 3. Etappe: Calais

Unsere 3. Etappe führte uns von Aachen durch Belgien nach Frankreich. Nachdem wir am späten Vormittag bei Escalles eine kleine Küstenwanderung gemacht haben, ging´s danach nach Calais und zu unserer Unterkunft, dem Hotel de la Plage. Es sieht ein wenig „abgewohnt“ aus, ist aber sauber und hat ein großes Bad und eine Küchenzeile im Zimmer; außerdem ist es ist nahe zum Eurotunnel und direkt an der Strandpromenade.

Sonnenuntergang in Calais (Hunde leider erst ab Mitte Oktober am Strand erlaubt, drum sind sie im Hotelzimmer geblieben.)

Küstenwanderung Cap Blanc Nez

Ausgangspunkt dieser Küstenwanderung ist das kleine Städtchen Escalles. Zwar könnte man mit dem Auto noch ein Stück weiter Richtung Meer fahren und dort direkt beim Strand parken, aber die Sraße war wegen Arbeiten gesperrt und statt eine Umleitung zu suchen, sind wir das Stück durch den Ort eben noch mit marschiert. Vom Zentrum aus spazieren wir die Rue de la Mer entlang bis zum Meer, wenden uns, dort angekommen, nach links und gehen den Weg an den Klippen entlang (da es sonnig und klar ist, sieht man bis hinüber zu den Kreidefelsen von Dover in GB), bis wir ein Stück vor dem Städtchen Wissant über Holztreppen hinunter zum Meer steigen.

Direkt am Strand schlendern wir wieder einige Meter retour. Da kaum Menschen da sind, dürfen die Hunde kurz ein ohne Leine laufen (Premiere für den Plüsch). Chinua wuzelt sich in Seetang und buddelt ein wenig, Teddy ist sich noch nicht ganz sicher, was er von dem „sich bewegenden Wasser“ halten soll und hält vorerst lieber etwas Abstand.

Da die Wellen stellenweise bis zu den Dünen spülen und ich meine Gummistiefel im Auto gelassen habe (wer denkt denn bei diesem Traumwetter auch daran, Gummistiefel anzuziehen ), gehen wir dann aber doch den Weg oberhalb vom und nicht direkt am Meer wieder zurück zum „Le Cran d´Escalles“.

Mittlerweile ist der Parkplatz schon ganz gut gefüllt und es sind einige Leute unterwegs. Wir schauen am offiziellen Strand kurz hinunter zum Meer (Achtung: bis Ende September sind Hunde dort nicht erlaubt), aber der Strand hier ist ohnehin nicht so schön, wie ein paar Kilometer weiter bei Wissant – Steine direkt an hohen Klippen, statt Sand und Dünen.

Daher machen wir uns schnell wieder aus dem Staub und marschieren auf den Hügel zum Dover Patrol Monument. Von hier oben haben wir einen tollen Ausblick auf den Ärmelkanal, die ihn passierenden Fähren und Calais. Beim Monument selbst halten wir nur kurz für ein Pflichtfoto – nachdem man mit dem Auto auch bis herauf fahren kann, sind wieder mehr Leute anzutreffen.

Anschließend geht´s zuerst ein Stück entlang der Straße und dann am Rand einer großen Wiese zurück ins Zentrum von Escalles.

9,5km, 125hm. Traumhafte Ausblicke und die Kühe alle umzäunt.

 

10. Oktober 2018: 4. Etappe: Dover – White Cliffs & Castle

Oh Gott, was für eine Aufregung gleich in aller Früh! Ich hatte mich für den Eurotunnel statt der Fähre entschieden, weil man da mit den Hunden im Auto bleibt und die Fahrt auch nur 35 Minuten dauert. Gebucht hab ich Hin- & Rückfahrt schon vor Monaten. Ich wusste auch, dass die Briten sehr streng bei der Einreise von Haustieren sind und hab dementsprechend gut auf die nötigen Dinge geachtet – Chips nochmal überprüft, TW Impfungen haben sie sowieso, Bandwurmbehandlung wie vorgeschrieben… Statt 1,5 Std war ich sogar 2 Std früher dort. Trotzdem hatte ich soo Schiß, dass irgendwas ist und wir nicht einreisen dürfen. Und so war´s auch. In Teddys Impfpass ist nämlich die Chipablesung erst nach dem Datum der TW Impfung datiert. In Deutschland und Österreich völlig legitim, aber in GB nicht. So durfte ich erstmal nicht einreisen und musste gefühlte Ewigkeiten bangen und warten, bis die Damen eine Lösung gefunden hatten. Ich musste nun zu einem französischen Vet, den sie kontaktiert hatten, der mir um „schlappe“ 57€ einen neuen, GB konformen Pass ausstellte (heisst: er hat alle Daten übertragen und einfach ein fiktives Chipdatum vor den Impfungen eingetragen…😏 ). Die Umbuchung von meinem Zug um 9:20, der sich natürlich nicht mehr ausging, auf 10:20 erfolgte freundlicherweise kostenfrei. Mittlerweile sind wir im Zug und bereits unter dem Ärmelkanal und steuern auf die Insel zu. Für heute hatten wir jedenfalls genug Aufregung! 😌 Ach verdammt… Jetzt kommt ja noch die Sache mit dem „auf der falschen Seite fahren“ auf uns zu…😝

Nach der Aufregung in der Früh, verlief der restliche Tag dann zum Glück recht entspannt. Das links fahren bereitet tatsächlich keine großen Schwierigkeiten und da ich im Zug nicht das 1. Auto war, konnte ich, in GB angekommen, erstmal hinter meinem Vordermann herfahren.

 

Vom Eurotunnel in Folkestone ging’s dann direkt nach Dover zum National Trust Visitor Center um eine Wanderung bei den White Cliffs of Dover zu machen. Vom kostenpflichtigen Parkplatz oberhalb des Hafens marschierten wir über Langdon Hole zum South Foreland Lighthouse. Leider ist er gerade eingerüstet, aber ich bin einfach so froh, in GB gelandet zu sein, dass es mich gar nicht stört. Bei Mrs. Knotts Tearoom direkt beim Leuchtturm gönne ich mir einen English Breakfast Tea und den ersten Scone mit Clutted Cream und Marmelade. Am Rückweg machen wir dann an einer traumhaften Stelle mit Ausblick auf die steilen Felsen und das Meer nochmal Pause, legen uns ins Gras und entschleunigen eine Zeit einfach nur. 7,6km waren wir unterwegs.

Zurück beim Auto ist noch etwas Zeit und so fahren wir zum Dover Castle. Hunde sind am Gelände erlaubt, nur in die Innenbereiche dürfen sie nicht. Wir schlendern nochmal knapp 1,9km herum und machen uns dann auf den Weg zu unserer heutigen Bleibe.

Unterwegs noch ein kurzer Stop bei Morrisons um einen Abendsnack (und ein Joghurt zum verfeinern des TroFus für die verwöhnten Köter) zu kaufen und dann ab ins B&B. Das Crabble Hill House ist nicht das komfortabelste; mit winzigem Zimmer und Klo und Bad am Gang, aber dafür absolut herrlich urig!

Morgen geht’s auf die vorerst letzte längere Etappe – ins ca. 520km entfernte North Yorks, wo wir bis Sonntag bleiben werden.

Wanderung Dover – White Cliffs

Gestartet haben wir am kostenpflichtigen Parkplatz des National Trust oberhalb des Hafen von Dover (der ist schon wirklich beeindruckend riiiiiesig – also der Hafen, nicht der Parkplatz).

Wir marschieren am Visitor Center vorbei und gehen dann, nicht direkt an den Klippen, sondern auf den befestigten Wegen über Langdon Hole und begegnen der kleinen Herde Exmoor Ponies, die dort lebt.

Nach etwa 3,5 km kommen wir zum viktorianischen South Foreland Leuchtturm, dem ersten elektrische betriebenen Leuchtturm. Leider ist er gerade eingerüstet ist. Macht nix. Meine Laune kann nach unseren überstandenen Einreiseproblemchen in Calais grad nix trüben. Ich suche uns einen freien Tisch auf der Wiese davor, hänge die Hunde an (die stabilen Picknickbänke werden´s schon aushalten, falls sie dran zerren) und wage mich ohne sie zu Mrs Knott´s Tearoom, einer entzückenden Teestube im 1950er Stil. Ich bestelle einen English Breakfast Tea und einen Scone mit Clotted Cream und Marmelade, die ich dann draussen in der Sonne bei den Hunden geniesse (die beiden haben übrigens ganz brav und ohne Tamtam gewartet *freu*).

Vor dem Leuchtturm stehen ein paar Tommy statues, ein WWI Memorial und heiss begehrtes Fotomotiv, wie´s scheint…

Nach der kleinen Stärkung wandern wir abseits des Hauptweges, direkt entlang der Klippen wieder retour Richtung Parkplatz. Irgendwo dort unten soll das Gerippe eines alten Schiffswracks liegen, aber ich kann´s nicht wirklich sehen (Als Schisshasi mit Höhenangst wage ich mich aber auch nicht allzu nah an die Abgründe ).

Wir steigen zu den beiden „Sound Mirrors“ aus dem 1. WK und zum Eingang des Fan Bay Deep Shelter (einem im 2. WK zur Verteidigung Englands angelegten Tunnelsystem in den Kreidefelsen), das aber zu hat.

Ein Stückchen weiter rasten wir nochmal an einer schönen Stelle mit tollem Ausblick auf die Klippen. Wir haben sie ganz für uns alleine und legen uns ein wenig im Gras in die Sonne und entschleunigen. Nach einiger Zeit bekommen wir dann „Besuch“ von einem netten asiatischen Pärchen, dass fragt, ob sie kurz auch hin dürfen um ein Bild zu machen. Dann sind sie aber so begeistert von Teddy und Chinua, dass ich sie gar nicht mehr loswerde und sie zig Fotos von ihnen (mit und ohne sich daneben) schiessen. Aber es wird eh Zeit, dass wir weiter wandern – wir haben ja noch ein bissl was vor heute.

Am Weg zurück zum Parkplatz haben wir wieder einige Ausblicke auf den riesigen Port of Dover und schließlich auch auf Dover Castle. Das steht jetzt dann ohnehin auch noch auf unserem Programm…

7,6km bei nicht mal 100hm mit viel Aussicht, etwas Geschichte und freilaufenden, aber ganz friedlichen Ponies.

 

11. Oktober 2018: 5. Etappe: Danby, North York

Den heutigen Tag verbrachten wir Großteils im Auto, denn heute stand die längste Etappe des gesamten Roadtrips am Programm: von Dover nach Danby in North York – 520 etwas zache Kilometer, weil die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf GBs Autobahnen bei lediglich 112 km/h liegt. Entschädigt wurden wir bei unserer Ankunft am späten Nachmittag: eine absolut zauberhafte Landschaft, die ersten freilaufenden Schafe neben der Straße und eine großartige Unterkunft. Unser Zimmer (diesmal mit eigenem Bad & WC) im Country Pub „The Fox and Hounds Inn“ in Ainthrope ist super-gemütlich mit toller Aussicht, das Gebäude macht seinem Namen alle Ehre und erinnert mit seinem Countrystyle und dem dicken Tartanteppich auf dem Flur irgendwie an noble Jagdgesellschaften lang vergangener Zeiten. Bevor wir’s uns auf dem Zimmer gemütlich machen, gehen wir noch ein paar Schritte in der Umgebung spazieren. Nachdem den Hunden direkt am Straßenrand ein Wildkaninchen fast ins Maul gesprungen ist und sie daraufhin dementsprechend „wurlat“ waren, brechen wir die Erkundungstour allerdings schnell wieder ab und chillen den restlichen Abend am Zimmer. (Die vegetarische Lasagne war super lecker und wurde mir auf Anfrage auch hinauf in unseren Raum gebracht 😊)

Für morgen ist die Wettervorhersage leider nicht so berauschend; mal sehen, ob wir unsere geplanten Ausflüge machen können. Aber wir haben ja noch bis Sonntag Zeit; da geht’s dann weiter nach Bardon Mill.

12. Oktober 2018: Tea Time & North York Moors

Jetzt gerade… Etwas verfrühte Teatime am Fenster meines Zimmers. Seit heute Früh tobt ein Sturm draussen, der auch für einen ortsweiten Stromausfall gesorgt hatte. Da es ab heute Abend/Morgen besser werden soll, hab ich meine Pläne vorerst aufgeschoben und war nur direkt vom Hotel aus in der Gegend spazieren. Jetzt machen wir’s uns erstmal etwas gemütlich im warmen, trockenen Zimmer… 🙂

Aufgrund des Sturmes und zusätzlich angesagten Regens, haben wir am VM nur einen Spaziergang in der Umgebung des „Fox And Hounds Inn“ gemacht. Von Ainthorpe durch Danby und dann einfach einem Pfad folgend in die Pampa. Leider nur mit dem Handy Fotos gemacht, da die Kamera im Hotel blieb. „Kann ja nicht sooo aufregend werden“ dachte ich (und hab‘ s ganz bald schon bitter bereut 😝). Alleine schon die beiden Örtchen mit den Steinhäusern (oft mit Viehgitter in der Einfahrt, um keinen ungebetenen Besuch im Garten stehen zu haben), die freilaufenden Schafe, die Straßerln… Die “Pampa“ hat mir dann wirklich den Atem verschlagen mit ihren leuchtenden Farben (es war wirklich so rot – das wurde nicht gephotoshopped) – trotzdem es bewölkt und grau war. Teddy war so außer Rand und Band durch die Gerüche der Schafe, Kaninchen und Fasane, dass ich echt Angst hatte, ob der Paniksnap hält und daher sicherheitshalber Zugleine und Bauchgurt mit dem Fettlederkurzführer abgesichert habe. 😌 Ein bissl geflucht hab ich am Hinweg schon. Am Rückweg dafür gelobt und gepriesen, da er zielgenau jeden einzelnen kleinen Pfad wieder retour marschierte und ich nicht groß überlegen musste, wo wir (weil so beeindruckt und staunend, am Hinweg nicht wirklich auf die Orientierung achtend) lang laufen mussten. Kurz bevor wir den Ort wieder erreichten, begann es zu regnen – wie windig es war, kann man auf den Teddybildern vielleicht erahnen. Die ersten Schafüberreste haben wir auch gefunden *meh* 😜

Ausblick vom Fenster am frühen Abend. Hach. Daran könnt ich mich echt gewöhnen…

13. Oktober 2018: Wanderung Roseberry Topping & Captain Cook’s Monument

Heute haben wir eine Rundwanderung zum Roseberry Topping und Captain Cook’s Monument gemacht. 8,5 ziemlich anstrengende Kilometer, v.a. wegen dem immer noch heftigen Sturm und der einen und anderen kleineren Herausforderung für mich.

Vom Wanderparkplatz marschieren wir ein Stück über Stufen bergauf und dem Cleveland Way folgend durch das Newton Moor; vorbei an einigen freilaufenden Schafen, die sich aber ein Stück in die Heide trollen, als sie uns kommen sehen.

Dann geht’s auch schon zum Roseberry Topping hinüber – zuerst bergab, dann bergauf. Ganz schön stürmisch hier…!

 

Und dann stehen wir oben und können uns kaum bewegen, weil der Wind hier so stark weht, dass man immer wieder verblasen wird und taumelt. Chinua hasst mich – Sturm findet sie nämlich noch ätzender als Regen. Zusätzlich sind doch einige andere Wanderer (auch welche mit Hund darunter) hier. Der Sturm tobt so laut, dass man sein eigenes Wort nicht versteht, geschweige denn, den Hunden entsprechende Anweisungen geben könnte. Ist mir eindeutig zu stressig und ungemütlich und so suchen wir schnell wieder das Weite.

Unten angekommen, marschieren wir über eine Wiese und dann am Waldrand entlang, kommen an einem Rahmen vorbei und umrunden dann das Ridge Quarry. Dann müssen wir über 2 Weiden.

Das Tor birgt diesmal scheinbar eine Herausforderung – man kann es nämlich nicht öffnen, sondern muss drüber klettern. Ich frag mich, was Leute mit ner Dogge hier machen. Oder ich mit Teddy…

Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig Vertrauen und eine langjährige, intensive Beziehung sind. Chinua klettert auf Aufforderung die beiden schmalen Bretter hoch und ich kann sie problemlos drüber heben. Mein gutes, altes Mädchen. 💗💗💗 Mit Teddy klappt das natürlich noch nicht so gut. Ich brauche einige Zeit, bis ich ihn dazu bewegen kann, auf die Bretter zu klettern. Ich versuche ihn aufzuheben, aber 33kg Riesenplüsch über einen Zaun zu hieven ist was anderes, als 24kg zartes Elfengeschöpf. 😝 No way – geht nicht, ich krieg den da schlichtweg nicht drüber. Etwas ratlos steh ich davor – Chin auf der einen, Teddy auf der anderen Seite. Und dann seh ich das Loch am Boden, das man öffnen kann, indem man einen Pfosten hochzieht. Groß ist es nicht, aber da ich ja weiß, dass Teddy sich über die Kofferraumtrennwand quetschen kann, ist’s einen Versuch wert. Und tatsächlich – es klappt. Puh…! Die Bewohner der Weiden – Gott sei Dank wieder nur Schafe und keine Kühe, halten Abstand und wir kommen gut vorbei.

Und dann geht’s ein letztes Mal (dafür ziemlich, ziemlich steil) bergauf zum Cook’s Monument. Ein Mann überholt uns und meint, ich hab’s gut, weil ich gezogen werd. Teddy macht im Zuggeschirr echt einen auf Lokomotive. Bergauf lieb ich ihn. Aber bergab hass ich ihn dafür. 😏😌😇

Beim Monument machen wir noch ein paar Pflichtfotos und dann geht’s hinunter und zurück zum Auto. Jetzt sind wir alle 3 ganz gut müde, denk ich und freu mich aufs hin- und Füße hochlegen… 😌

14. Oktober 2018: Regenspaziergang im Moor:

Guten Morgen! (Noch etwas müde und verknittert 😌😄) Heut machen wir trotz Regen einen kurzen Abstecher ans Meer; danach geht’s weiter Richtung Norden. 😊

Nach dem letzten Frühstück im Fox And Hounds Inn (3x Breakfast – 3x was Anderes – Vegetarisches Englisch Breakfast, Cereals & Buttertoast und Crumbled Eggs mit Mushrooms und Toast) checken wir aus und gehen noch knapp 3km im quasi am Pub angrenzenden North York Moors Nationalpark spazieren. Trotz Nieselregen und grauem Himmel ist es sooo schön hier. Die grünen latschenähnlichen Gewächse, der gelbe Farn, die lila Heide… Es ist kein Mensch unterwegs, dafür treffen wir ein paar Schafe und erschrecken (unabsichtlich) ein paar Moorhühner, die empört gackernd das Weite suchen. Ich könnte ewig hier weiter marschieren, aber wir haben ja noch viel vor heute und so drehen wir nach etwa 1,5 km um und marschieren zurück zum Auto.

Dann geht’s mit dem Auto gen Osten zur Nordsee. Das kleine Städtchen Robin Hood’s Bay, Nahe Withby soll sehr nett sein und ist Ziel unserer Fahrt.

Robin Hood’s Bay:

Am kostenpflichtigen Parkplatz von Robin Hood´s Bay angekommen, regnet es immer noch; sogar stärker als in Danby. Deshalb lass ich die Kamera auch im Auto. Manchmal bin ich leider wirklich lernresistent – kurz darauf bereue ich die Entscheidung nämlich schon wieder; zumal der Handyakku auch schon wieder knapp wird.

Direkt am Meer, wo die Ebbe zerklüftete Felsen frei gegeben hat, gehen wir südlich Richtung Ravenscar. Für einen Regensonntag sind überraschend viele Menschen unterwegs. Aber wir sind ja in England – da sind die Leute wohl nicht so empfindlich wie bei uns daheim. Schade eigentlich, ich hätte die Bucht gern für mich alleine gehabt. 😁🙊

Nach einiger Zeit sind wir dann doch alleine – Chinua darf von der Leine und Teddy auch kurzfristig, denn hier sind keine anderen Tiere (ausser ein paar Möwen direkt beim Meer), ich kann ewig weit sehen und groß abhauen könnte er auch nicht. Er kommt recht brav auf Ruf zurück; nachdem er aber keine Lust hat, auf Chinuas Spielaufforderungen einzugehen und doch wieder Leute auftauchen, hänge ich ihn bald wieder an.

Schließlich gehen wir oberhalb des Strandes; wieder am Cleveland Way, zurück zum Städtchen. Knapp 6 km waren wir hier unterwegs.

Unter anderen Umständen hätte ich es mir gerne noch angesehen, aber wir sind alle 3 schon recht nass und haben ja auch noch 2 Stunden Fahrt vor uns.

 

14. Oktober 2018: 6. Etappe: Hexham

Wir sind gut in unserem nächsten Stop, im Twice Brewed Inn in Bardon Mill, Hexham angekommen. Die Unterkunft ist nicht ganz so urig, wie das Fox And Hounds Inn, aber dafür komfortabler. Im Fox And Hounds hat nicht nur mein Fön den Geist aufgegeben (und beim Zimmer war keiner dabei), sondern ich hatte Freitag beim duschen plötzlich die Duschwand in der Hand, die sich nicht mehr wieder einhängen liess; ausserdem war das Wasser ein eher dünnes Rinnsal und die Temperatur entweder kalt oder zu heiß. Deshalb gab’s dort eher nur Katzenwäsche. Insofern geniess ich die gut funktionierende Dusche und den zum Zimmer gehörenden Fön hier gerade sehr; zumal es heute den ganzen Tag geregnet hat. Der Ausblick aus dem Zimmer ist auch hier grossartig; findet übrigens auch Teddy, wie man sehen kann. 😆 Hunde sind (wie auch im Fox And Hounds) auch in der Bar erlaubt. Da diese aber größer ist, hab ich mir ein „gscheites“ Essen und nicht nur Supermarktfood gegönnt und die Hunde das erste Mal mit genommen. Chin kennt das natürlich schon, aber für Teddy war’s das erste Mal. Auch das hat er ganz brav gemeistert ❤ (trotz bellendem Berner Sennenhund in einer anderen Ecke).

Nun trennen uns nur mehr knapp 50km von Schottland… 😶😃

15. Oktober 2018: Frosty Morning

Guten Morgen vom Hadrians Wall! Bei ersten Gassi heute, sah es so aus und es ist auch ziemlich huschi. Aber sooooo schöööööön hier!

Gefrühstückt hab ich sehr gut – nach einer Schüssel Cereals wollte ich das vegetarische English Breakfast probieren und bat um eine kleine!!! Portion. Tja…

Bevor es nun ein paar Meter weiter zum Parkplatz Steel Rigg geht, von wo aus wir eine kleine Wanderung am Hadrians Wall machen werden, noch ein paar Details vom Twice Brewed.

A “barbarian“ view of the Wall

Heute waren wir bei einem meiner persönlichen Highlights auf dieser Reise – eine Wanderung am Hadrians Wall. Und zwar nicht irgendwo, sondern beim Abschnitt mit Sycamore Gap. Sagt euch nix? Kennt ihr aber ziemlich sicher. Könnt ihr euch an “Robin Hood – Prince of Thieves“ mit Kevin Costner und Morgan Freeman erinnern? Als die beiden in GB ankommen und ihre erste Begegnung mit dem widerlichen Guy of Gisborne haben? Tja, das war genau bei Sycamore Gap. Die Tatsache, dass ich bald bei einer großartigen Filmkulisse aus einem von mir viel geliebten Film aus Teeniezeiten stehen werde, beeindruckt mich mehr als die Tatsache, dass der Hadrians Wall die Reste einer Befestigungsanlage aus dem 2. Jahrhundert sind. 🙈🙊 Auf Anordnung von Kaiser Hadrian wurde da eine 80 Meilen lange Mauer gebaut, die die Barbaren von den Römern trennen sollte. Wir starten am kostenpflichtigen Parkplatz Steel Rigg, nur 800m vom Twice Brewed Inn entfernt. Es ist grade 9 Uhr und wir sind noch ganz alleine. Gut gelaunt starten wir auf die 6km kurze Runde. Der Nebel hängt noch in den Talsenken und es ist wunderschön und herrlich still und friedlich.

Wir marschieren den Weg entlang – vorbei an Kühen, zum Glück hinter einer Mauer und freilaufenden Schafen, aber die stören uns ja nicht. Und dann erhaschen wir einen ersten Blick auf den berühmten Sycamore Gap Tree. Hach, ist das toll hier!

Wir kommen zum nächsten Gatter. Und dann falle ich aus allen Wolken. Kühe. Direkt neben dem Weg. Keine Möglichkeit, da mit viel Abstand und unbemerkt drum herum zu kommen. Und nicht nur das. Inmitten der Kühe steht auch noch ein riesiger Bulle. Ich zögere kurz. Vor Kühen und Wildschweinen hab ich, wenn ich Hunde dabei hab, wirklich wahnsinnig schiß.

Und dann entscheide ich mich, um die Weide herum zu laufen. Also ab in die Pampa und den Zaun entlang, in der Hoffnung, da irgendwie drum herum zu kommen. Das Gras ist kniehoch und noch feucht von der Nacht. Und damit nicht genug, sind die Wiesen tief und morastig. Gut, dass meine Gummistiefel im Auto liegen. Meine Füße sind schnell klatschnass und bei jedem Schritt quatscht das Wasser in den Schuhen. Ich hasse das, wenn´s nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle. Und ich hasse nasse Füße. Ich werd langsam pissig. Wir müssen einen Bach überqueren. Teddy bockt und ich lande im Wasser. Waaaahhh! Und zurück zum Weg kommen wir so auch nicht mehr, weil da andere Weiden mit versperrten Gattern sind.

Schei.. drauf, denk ich mir. Dann kraxeln wir eben direkt hinauf zum Wall. Zum Glück ist´s nur ein kurzes Stück und nicht schwierig. Und dann stehen wir das erste Mal bei DEM Baum. So ganz geniessen kann ich’s noch nicht und wir gehen erstmal den Weg, den wir eigentlich retour kommen sollten in die andere Richtung. Man will ja nix versäumen; immerhin war der Umweg um die Weide jetzt quasi eine Abkürzung um knapp die Hälfte der Strecke.

Wir kommen an einem See vorbei und es ist so traumhaft schön, dass meine schlechte Laune bald wieder verflogen ist.

Nach einiger Zeit wechseln wir auf die andere Seite des Walls und gehen wieder zurück zu Sycamore Gap. Dort mach ich gefühlte Millionen Fotos, bevor ich mich losreissen kann und wir langsam zurück Richtung Parkplatz gehen.

Gut, dass wir so früh los sind, denn jetzt treffen wir immer mehr Leute. Fast alle sprechen mich auf Chin und Teddy an und streicheln die beiden. Auch eine Deutsche treffe ich, die seit 10 Jahren in GB lebt, weil sie sich einen Schotten geangelt hat. Wir plaudern eine Zeit lang, dann wandern wir weiter. Vorbei an den Überresten von Castle Nick, dann ziemlich steil bergab und dann sind wir wieder in Steel Rigg.

Gut 3 Stunden waren wir unterwegs. Ich freu mich tierisch, trockene Socken und Schuhe anziehen zu können. Und jetzt geht’s weiter nach Schottland! (Und zurück in Wien muss ich dann direkt den Film wieder mal rauskramen! 😊)

 

15. Oktober 2018: 7. Etappe: Forth Bay Guest House, Leven

Nach unserer Tour am Hadrians Wall ging’s weiter Richtung Norden; über die Queensferry Crossing nach Leven. Am frühen Abend erreichten wir unsere Unterkunft, das Forth Bay B&B; direkt an der Promenade gelegen. Zuerst die Hunde gleich am Strand ausgeleert. Dann mit den Gastgebern kurz die Gassizeiten abgeklärt, damit sich Chin & Teddy nicht mit deren Patterndale Murphy in die Queere kommen. Und das Beste: das Zimmer hatte Meerblick. Da nimmt man das Bad außerhalb des Zimmers gerne in Kauf. Abends saß ich mit einer Tasse heisser Schokolade im Sofa am Fenster und schaute Sonnenuntergang – erste Reihe fussfrei quasi. 😊

 

16. Oktober 2018: 8. Etappe: Über Falkland zum Abotts Well Guest House, Aberdeen

Heute nächtigen wir in Aberdeen im ziemlich „unspektakulären“ Abbotswell Guest House. Es ist sauber und alles ok, aber halt nicht sehr „originell“. Aber ich bin trotzdem froh, da zu sein.

Gestern war nämlich irgendwie generell nicht so unser Tag. Nach den patschnassen Füssen wegen den blöden Kühen hab ich meinen Steckdosenadapter wohl im Twice Brewed vergessen und konnte weder Handy noch Tablett über Nacht laden. Gott sei Dank hatte der Fernseher einen USB Stecker, so dass ich das Telefon dort anhängen und wenigstens „am Leben“ halten konnte. Not macht wirklich erfinderisch. Heut Früh bei Sainsburys dann einen Neuen gekauft. Zum Glück gibt’s dort fast alles! 😌 Und dann bekam ich gestern um 22:00 Ortszeit ein SMS von der Unterkunft, die ich eigentlich in Aberdeen gebucht hatte. Sie mussten mich umbuchen auf ein anderes Hotel. Und kurze Zeit später: ach, Sie reisen ja mit Hunden – leider sind die in dem anderen Hotel nicht erlaubt. Dann kam nix mehr. Öhm… ja… Grossartig… NICHT. 😡 Heute Früh hab ich mir dann notgedrungen was Anderes gesucht und so wurde es jetzt eben Abbotswell. Hauptsache ein Dach überm Kopf, eine Dusche (diesmal wieder direkt am Zimmer) und ein Bett… (Ok… Parkplatz, kostenfreies WLan und TV sind auch immer beim Suchfilter ausgewählt! 😀)

Wanderung Maspie Den & Bruce Tyndall Monument und Falkland

Gleich nach dem Frühstück sind wir nach Falkland gefahren. In diesem pittoresken kleinen Städtchen im Norden der Lomond Hills wurden die Anfangsszenen der Serie “Outlander“ gedreht. Ich habe Diana Gabaldons Roman “Feuer & Stein“, auf dem die Serie beruht, sicher schon vor über 10 Jahren zum 1. Mal gelesen (und seitdem unzählige weitere Male) und vor etwa 1 Jahr dann die Serie für mich entdeckt. Aber bevor ich mich auf die Spuren von Claire & Jamie (ok, eigentlich eher Claire & Frank) begebe, haben wir noch eine kleine Wanderung vor uns. Von der Webseite www.walkhighlands.co.uk hab ich mir einige Wanderungen für unseren Urlaub heraus gesucht. Hier hab ich den Trail “Maspie Den“ mit dem zum “Tyndall Bruce Monument“ miteinander zu einer etwas über 7km langen Tour verbunden.

Gestartet wird am kostenfreien Parkplatz direkt in Falkland. Von dort geht’s bergauf in den bunten Wald und über unzählige Brücken und Stufen den Maspie Den Trail bis zum Yad Wasserfall.

Apropos Stufen – was haben die Briten nur mit ihren Stufen (und Mauern)?! Ich hab mittlerweile so einen Muskelkater in den vorderen Oberschenkelmuckis, dass selbst Gas geben im Auto manchmal schmerzt. Gut, dass ich Teddy dabei habe; der zieht nach wie vor wie eine Lokomotive (allerdings auch bergab und ich vermute, vom gegenbremsen kommt der Hauptanteil des Muskelkaters…).

Der Yad Wasserfall ist weder besonders groß, noch besonders beeindruckend. Was ihn besonders macht, ist die Tatsache, dass man hinter ihm entlang läuft. Das ist schon eine ganz witzige Sache.

Statt dem Trail wieder zurück nach Falkland zu folgen, nehmen wir nach kurzer Zeit links den Weg hinauf zum Tyndall Bruce Monument. Wir sind ganz alleine unterwegs und gönnen uns oben eine kurze Pause.

Danach geht’s zurück nach Falkland – ohne Stufen, aber wieder über einige Brücken und sogar durch einen kurzen Tunnel. Dann erreichen wir das Städtchen und drehen dort noch eine Runde.

Das Covenanter Hotel ist in der 1. Outlander Staffel Mrs. Bairds Guesthouse, wo Claire & Frank untergebracht sind, am Bruce Fountain, dem Brunnen vor der Kirche, sieht Frank den Highlander, der zu Claires Zimmer starrt und das Schaufenster mit der Vase gehört zum Fayre Earth Gift Shop.

Ich liebe diese alten Steinhäuschen – viele haben nette Namen wie etwa Rose Cottage o.ä. und niedliche Gärtchen davor. Die kleine Stadt hat definitiv ganz viel Charme! Die Runde heute war jedenfalls super-nett und ganz unaufgeregt und ohne jegliches Vieh. Auch mal angenehm…

 

17. Oktober 2018: 9. Errogie

Heute (hier ist ja “erst“ 23:15) haben wir einen ziemlich langen Tag hinter uns. Gleich in der Früh waren wir in Stonehaven und sind den Coastal Path zu Dunnottar Castle entlang gelaufen. Mittags hatte ich meine ersten Fish & Chips und anschließend haben wir noch eine kleine Runde beim Balmedie Country Park & Beach gedreht. Und danach ging’s dann quer über die Insel in den Nordosten, nach Errogie bei Inverness. Hier haben wir für die nächsten 3 Tage ein kleines Cottage mitten in der Pampa gemietet. Da die Autobahn ein Stück gesperrt war, lotste mich mein Navi über zig kleine Straßerln, vorbei an einigen großen Whisky-Destillerien (wäre ich nicht schon recht müde gewesen, hätt ich die eine oder andere sicher auch noch geknipst) und durch den einen oder anderen charismatischen Ort. So langsam glaube ich zu verstehen, was die Leute aus der Schottlandgruppe meinten, als sie sagten: die schönsten Plätze findest du nicht an den bekannten Hotspots, sondern indem du einfach drauf los fährst. Kurz vor Carrbridge, mitten im Nirgendwo, durft ich dann diesen schönen Sonnenuntergang beobachten.

Danach gab’s noch eine Herausforderung für mich: ab Inverness war’s dunkel und die Straße führte teils als Single Track über zig Kurven durch den Wald, über Weidegitter und vorbei an einigen neben der Straße grasenden Schafen zu unserem kleinen Häuschen, dass noch vor dem Ort Errogie mitten im Grünen steht. Worauf ich mich schon Tagelang gefreut hatte, schien mir jetzt ein wenig gruselig. Plötzlich fielen mir Szenen aus jedem einzelnen Horrofilm ein, den ich als Teenager gesehen hatte. Hatte ich den Vorhang nicht vorhin ein wenig mehr zugezogen? Hat sich dort draussen vorm Fenster grad was bewegt? Aber Schottland ist ja auch das Land der Elfen, Kobolde, Selkies, Gespenster und allerlei anderer Wesen, da darf ein bisschen Grusel vielleicht auch gar nicht fehlen…?! 😉😌

Wanderung von Stonehaven zu Dunnottar Castle

Gleich in der Früh ging´s nach Stonehaven, wo wir am Parkplatz direkt am Hafen geparkt haben. Von dort aus gehen wir die noch menschenleere Hafenpromenade entlang, biegen dann rechts in das kleine Gässchen „Wallace Wynd“ und nach ein paar Schritten auf den „Castle Square“, der gleich darauf in einem schmalen Fußweg bergauf an den letzten Häuschen vorbei mündet. Oben angekommen geht´s ein paar wenige Meter entlang der Straße und dann auf den gut markierten Coastal Path.

Von einem Ausschtspunkt aus kann man den Hafen von Stonehafen überblicken. Dann wandern wir weiter zum Stonehaven War Memorial (gebaut zu Ehren der in den beiden Weltkriegen gefallenen schottischen Soldaten), das ein bisschen wie ein griechischer Tempel aussieht. Auch von hier hat man eine traumhafte Aussicht.

Wir marschieren – fast alleine (auf der Wiese unterhalb des Memorials war ein Mann mit Hund und später kommt uns ein Pärchen entgegen) weiter entlang des Küstenpfades Richtung Castle.

Dort angekommen steigen wir die Stufen hinunter zum Eingang. Eintritt für Erwachsene £7, Hunde dürfen an der Leine kostenfrei mit. Wir bekommen ein laminiertes A4 Blatt mit Infos zum Castle mit auf unsere Besichtigung und dann stehen wir im riesigen Areal der alten Burg.

Die noch erkennbaren Gebäude stammen großteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert, allerdings geht man davon aus, dass der Felsen auf dem das Castle steht, auch schon zur Zeit der Pikten bewohnt war. Es war seitdem immer wieder Mittelpunkt großer Auseinandersetzungen und wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut.

Noch ist es hier ruhig und außer uns sind nur wenige andere Leute schon unterwegs. Wir besichtigen die Überreste dieser imposanten Burg, u.a. auch das Verlies Namens „Whigs‘ Vault“. 1685 wurden dort während der Rebellion des Earls of Argyll rund 122 Männer und 45 Frauen in einem knapp 50m2 Raum ohne sanitäre Einrichtungen etwa 2 Monate lang aufgrund ihres Glaubens gefangen gehalten. 37 wurden entlassen, nachdem sie ihren Glauben widerriefen. 25 konnten fliehen, 2 davon stürzten aber auf den Klippen in den Tod. 15 von ihnen wurden wieder gefangen genommen, die Übrigen starben oder wurden nach Westindien deportiert.

Nachdem wir genug gesehen haben, steigen wir den schmalen Pfad neben dem Castle hinunter zum Strand. Da wir ganz alleine sind, darf Chinua ein wenig frei laufen und nimmt ein kleines Bad im Meer, auch Teddy bekommt die Schleppleine drauf und kann sich ein bisschen „frei“ bewegen. Und ich gönne mir ein kleines Frühstück, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.

Als wir die Stufen zum Wanderweg hinauf steigen, kommen uns schon mehr Touristen entgegen und vom nicht weit entfernten Parkplatz des Castles, kommen noch mehr. Gut, dass wir so früh hier waren!

Die Route von Walkhighlands.co.uk würde nun einen anderen Rückweg vorsehen; da er allerdings entlang der Straße führt, entscheide ich mich dazu, den Küstenweg, den wir gekommen sind, wieder zurück zu wandern. Auch hier sind jetzt schon einige Leute unterwegs. Zurück in Stonehaven herrscht im Hafen ebenfalls schon reger Betrieb.

5,7km bei 70hm waren wir unterwegs.

Mit dem Auto fahren wir noch weiter nach Stonehaven Beach und ich probiere die angeblich besten Fish & Chips des Landes bei „The Bay Fish & Chips“. Naja. In Jütland fand ich sie besser. 🙊

Balmedie Country Park & Beach

Nachmittags, nach unserer Wanderung in Stonehaven und bevor wir weiter nach Inverness fuhren, waren wir in Balmedie (etwas nördlich von Aberdeen) und haben eine 2,8km kurze Runde durch die Dünen und über den Strand gedreht. Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter – Mittags war es recht bewölkt und sah nach Regen aus, hat aber dann doch wieder aufgelockert. Wenn Engel reisen halt… 😇😈😂

Am Strand durften die Hunde ein wenig laufen (nö, sie spielen nicht – Chinua hätte gerne, aber Teddy flüchtet immer 😂), dann ging’s durch die Dünen und an Bunkern aus dem 2. WK zurück zum Auto am kostenfreien Parkplatz.