Hmmmm…

Ich darf mich wirklich überhaupt nicht beschweren, weil das allein bleiben echt gut funktioniert und Herr Kackbratze bis auf Altpapier und heut den Labello noch nix zerstört hat, aber mal ganz ehrlich:
was, zum Teufel, haben die nordischen Rüden nur mit rosa Mädchenkram?! 🤔 Teddy, der sich immer auf die pinke statt die blaue Decke gelegt hat und Q, der jetzt regelmäßig den Einhornpolster vom Sessel klaut und heut meinen pinken Labello ausgelutscht hat… 🤨😜

Im Garten

Schönen Sonntag Morgen, da draussen!

Vom Trottelchen gibt’s auch Blümchenbilder. Niedlich schauen kann er ja wirklich, der Kasperl… 😍

Der Wahnsinn hat einen Namen… Q

So schaut das momentan bei uns aus, wenn die 2 im Garten miteinander interagieren. 😊 Im Vergleich zu Teddy ist er sogar ein bissl sanfter mit ihr (ok, ausser am Schluss, wo er sie fast erdrückt 🙈😌). Man sieht ganz gut, dass sie sich selbst auf den Boden wirft (ich seh uns schon wieder beim nächsten Chiropraktik Termin 😏) und nicht er sie umwürfelt. Aber man sieht auch, dass sie in der Hinterhand schon ein bissl instabil und nicht mehr so kräftig ist 😔 und sich deshalb schon etwas plagt und es anstrengend für sie ist…

Q-ulldozer

Eigentlich wollt ich vorm schlafen gehen noch ein Bild vom frisch vom Profi ausgebürsteten und jetzt schicken Q zeigen, aber nachdem der Gehsteigpanzer beim heimkommen mal eben einfach 2 Zaunlatten gesprengt hat und abgehauen ist, weils im Nebengarten geraschelt hat, muss sich der ALK (Ar…lochköter) jetzt mit dreckigen, nassen Pfoten auf seiner Decke schämen. Am Liebsten hätt ich ihn ja einfach draussen gelassen, aber die Nachbarn freuen sich sicher nicht, wenn sie den Bulldozer morgen Früh durchs Beet pflügen sehen oder er noch weiter zum übernächsten Nachbarn marschiert und dort Harakiri mit den Hendln macht. Mistvieh, Blödes. 😡🤬

Möchte vielleicht jemand einen Malamuten haben? Ich hätte grad einen zu verschenken… 😁

Stresspinkerl

Nimm´ einen Malamute, haben sie gesagt. Das sind coole, gelassene Hunde, haben sie gesagt…

Etwa 13 Jahre ist es her, da hab ich ich mich das erste Mal mit dem Thema Stress bei Hunden beschäftigen müssen. Nanook war damals ein knappes Jahr alt und aus Unwissenheit („jeah, endlich ein Schäfer, jeah, endlich ein Hund, der gern stundenlang unterwegs ist, jeah, endlich ein Hund, der auch 20x das Balli bringt…“ 🤦‍♀️ ) hatten wir es geschafft, aus ihm einen Ball- & Actionjunkie zu machen. Mit 1,5 Jahren war der Bursche dann eine Nervensäge, die nicht ruhen konnte, es nicht ertrug, nicht bespaßt und beachtet zu werden, folglich aufgrund von viel zu wenig Schlaf extrem hibbelig war und über keinerlei Frustrationstoleranz und Impulskontrolle verfügte. Der Weg zurück zu einem normalen Pensum an Beschäftigung und Ruhe und somit zu einem relaxten Hund, der sich seine Umwelt entspannt ansehen und sich darin auch angemessen und selbstkontrolliert verhalten kann, war lang, oft nervenaufreibend und vor allem arbeitsintensiv. Da ich selbst eher ein ungeduldiger Mensch mit großem Ruhebedürfnis bin und Stress und Hektik nicht ab kann, habe ich bei Chinua sehr darauf geachtet, dass sie ein möglichst gechillter Hund wird (was, denke ich, ganz gut gelungen ist – die konnte zwar Gas geben, war aber grundsätzlich seit dem Jugendalter entwachsen, recht in sich ruhend) und wollte nie wieder so ein Stresspinkerl haben.

Teddy war natürlich die erste Zeit im neuen zu Hause bzw. beim spazieren gehen (daheim hat er schon nach wenigen Stunden und ganz von selbst zur Ruhe gefunden) auch aufgeregt, allerdings hat sich das nicht in Gehibbel und unkontrolliertem in die Leine Gespringe geäussert, sondern er hat die ersten Wochen etwas stärker aber immer konstant und ohne zu reissen gezogen und war draussen halt schlechter ansprechbar. Das hat sich aber ohne Extraaufwand und einfach nur durch „learning by doing“ während unseren Touren gegeben. Lief quasi nebenbei.

Mit Q hab ich jetzt nicht nur einen Hund, der zwar den Körper eines Malamuterüden hat, Kopf und Verhalten aber fast noch welpig sind (ich vor einiger Zeit voller Überzeugung: „ein Welpe kommt mir nicht mehr ins Haus“ 😏 ), sondern auch wieder ein absolutes Stresspinkerl (ich immer, auch aus vollster Überzeugung: „nie wieder einen Hibbelhund“). Diesmal nicht hausgemacht und auch nicht weil Actionjunkie, sondern weil mit den vielen neuen Reizen schnell überfordert und dann „explosiv“, und zwar so, dass das wohl nicht mit nebenbei „zu beheben“ ist.

Und nachdem er bei unserem Falkenschluchtausflug vor kurzem beinhart einem Stein, den er selbst versehentlich einen Abhang hinunter gekickt hat, hinterher gesprungen wäre, fahren wir nun ein „Hardcore“ Anti-Stress Programm mit hauptsächlich kurzen Spaziergängen auf momentan immer der gleichen Strecke direkt von daheim weg in gaaaaanz langsamen Tempo, damit die Plüschwalze beginnt, mehr zu schnüffeln und die Umwelt bewusster wahr zu nehmen. Wobei sein Speicher nach ewta 15 Minuten voll ist und man merkt, wie er beginnt, hektisch zu werden.

Grundsätzlich bin ich jetzt nicht unbedingt Wattebauschwerfer (genauso wenig wie von der Haudrauf Fraktion), aber so wie Nanook als Jungspund, kann auch Q mit Druck (noch) gar nicht umgehen und beginnt als Reaktion auf solchen, erst Recht hochzufahren. Insofern sind derzeit daher eher die Samthandschuhe gefragt (was mir – zugegeben – nicht immer leicht fällt. Manchmal husche ich gach in einen anderen Raum – Wahlweise zum schreien, einmal gegen die Wand hauen, mehrmals tief ein und ausatmen und um dem Köter nicht an die Gurgel zu gehen. Oder auch alles zusammen. Wieso müssen die Rüden immer solche Mimosen sein?! Was lieb ich da Chinua, die mir, wenn ich mal zum Rumpelstielzchen mutiert bin, ganz gelassen die Mittelkralle gezeigt hat – so a la: „beruhig dich, dann kommunizier´ ich wieder mir dir“. Kann ich viel besser mit, als mit diesem Gehibbel oder einem „Oh Gott, die Welt bricht gleich zusammen…)

Neuerdings verlass ich das Haus wieder bis an die Zähne bewaffnet – mit Lutschtube, hochwertigen Leckerchen u.ä. – vorbei sind die Zeiten, wo ne kleine Leine für maximal zwischendurch kurz anhängen das einzige Gepäck war.

Da es für laufen und biken mittlerweile schon zu warm ist, ich aber denke, dass er sich doch auch regelmäßig auspowern muss, geht´s 1x/Woche zu einem Treff mit Kumpel Perro am Hundeplatz, wo sich die beiden leinenlos auslaufen können und 1x/Woche zu einem größeren Spaziergang woanders (und fernab irgendwelcher Abhänge), halt im Geschirr und am Bauchgurt und dzt ohne Trainingsanspruch. Daheim viel ruhen und schlafen, Kong zum kauen und lecken und zum Kopf auslasten ruhige Schnüffelspiele wie etwa der große Schnüffelteppich. Unsere tollen Intelligenzspiele sind momentan noch nix – ist er dran, findet er´s lustiger auf den Holzhütchen herum zu kauen, statt nach Leckerchen zu suchen und ist er nicht dran, mutiert er zum Brüllaffen, wenn Chinua die Dinger runter wirft, sie dann polternd über den Boden kullern und er nicht hinterher darf. 😏

Zusätzlich Relaxopet, Nahrungsergänzung, CBD Öl, Duftlampe mit Lavendelgeruch – frei nach dem Motto: „hüft´s nix, schodt´s nix“. 🤷‍♀️😌 Und Frauchen frischt ihr etwas eingestaubtes Wissen auf und erweitert es Dank Reaktivierung der Bibliothekskarte und Amazon Prime Schnell-Lieferung. 😁

Ob´s hilft?! Wir werden sehen. Aber ich hab das Gefühl, dass ein bissl was weiter geht. Auf der Hausstrecke wird jedenfalls schon deutlich mehr geschnüffelt, er ist häufiger ansprechbar, bietet immer wieder mal Blickkontakt an und zumindest bei Vögeln bemüht er sich um Selbstkontrolle und ignoriert sie ab und zu schon komplett. Schau ma mal, dann seh ma schon…

(Und wehe, mir kommt jetzt wieder wer mit: Man bekommt immer den Hund den man braucht (oder noch schlimmer: verdient)) ☝️🤨💥🥊
Memo an mich selbst: künftig nur mehr Hunde mit 8 Jahren + nehmen…

1 Monat Q

Genau vor 1 Monat ist er bei uns eingezogen, der Captain Q. Und hat unser Leben seitdem sehr auf den Kopf gestellt und das nicht nur im positiven Sinn. Ich wollte gerne einen zweiten Teddy – in sich ruhend, sanft, nachgiebig, gechillt und unkompliziert. Aber Q ist genau das Gegenteil. Was vielleicht gar nicht sooo schlecht ist, denn so seh ich in ihm eben keinen zweiten Teddy. Aber halt auch mühsam und unbequem. Weil Q quasi wie ein Welpe ist. Aber einer mit 33,5 kg. Alles ist neu für ihn. Alles will erkundet werden. Alles ist spannend. Alles riecht so interessant. Dass man in der großen weiten Welt aber nicht alleine unterwegs ist, sondern im Team und deswegen aufeinander Rücksicht nimmt, muss er erst lernen.

Andererseits ist er aber freundlich – auch im Bezug auf andere Hunde, lernbegierig und bemüht sich i.d.R., alles halbwegs richtig zu machen. Zudem reagiert er recht gut auf Futter, was es zumindest ein bisschen einfacher macht.

Viel hat sich in den letzten 4 Wochen getan:
Zu Hause kann er schon ganz gut ruhen und verfolgt mich nicht mehr auf Schritt und Tritt, wenn ich mich in der Wohnung herum bewege. Er schläft die Nächte brav durch, hat akzeptiert, dass er nicht mit im Bett schlafen darf und bis auf den Abend der Ankunft, wo er meinen PC markieren wollte und einmal beim alleine bleiben, hat er nicht mehr in die Wohnung gemacht. Da sind wir jetzt übrigens dabei, uns an die 6 Stunden heran zu arbeiten und er ist recht cool dabei. Er wartet brav, wenn ich ihm das Futter hinstelle und geht erst auf mein ok hin. Wenn man mit ihm spielt, funktioniert das „Aus“ schon ganz gut und er lässt das Spieli brav aus. Er kam bisher mit allen Hunden klar, pöbelt auch an der Leine keine Artgenossen an und will nicht so dringend hin, dass man das kaum „dasteht“. Er kackt nicht mehr jedes Mal mitten auf den Weg, sondern geht zumindest ab und an auch schon mal auf die Seite. Auf ein „Weiter“ und ein „Warte“ beim spazieren gehen, reagiert er oft schon recht gut und er bemüht sich sehr, zumindest bei Vögeln nicht mehr in die Leine zu hüpfen. Am Halsband kann er kurze Runden auch schon ganz gesittet und an lockerer Leine gehen. Und – nachdem er die erste Woche fast nicht gefressen hat – klappt Futter fassen problemlos. Gemüse und Flocken mit Dose werden anstandslos gefressen, demnächst werden wir beginnen, langsam Fleisch hinein zu schummeln, um hoffentlich bald den vielen Dosenmüll (es reicht, dass Chinua ihre Reinfleischdosen bekommt) reduzieren zu können.

Aber es gibt auch noch viele Baustellen. Allen voran sein Jagdtrieb, der ihn dazu veranlasst, sich bei Sichtung von allen Tieren, die keine Sing- oder Krähenvögel (oder Insekten oder Hunde) sind, volle Kanne in die Leine zu schmeißen. Da ist er innerhalb 1 Sekunde von 0 auf 180, nimmt dann natürlich erstmal gar nix anderes mehr wahr und braucht ewig, um wieder runter zu kommen. Wenn ich daran denke, dass ich für November Schottland gebucht habe, wird mir ganz anders. Denn dort sind überall Tiere. Fasane, Rebhühner, Eichhörnchen, Hasen, Rehe, Hirsche, Schafe, Rinder… Ich seh´ mich schon mit gebrochenen Gliedmaßen irgendwo in der schottischen Pampa zwischen Schafskötteln langsam vor mich hinkrepieren… Da besteht also noch gaaaaaanz viel Übungsbedarf.

Ressourcen und Impulskontrolle sind auch ein großes Thema. Dass ich selbst üben muss, an seinen Napf oder ein Kauzeug zu greifen, während er dran ist, macht mir kein Kopfzerbrechen. Das kenn ich von Chinua schon, auch wenn es wesentlich einfacher ist, dabei entspannt zu bleiben, wenn einen ein 9 Wochen alter Welpe anknurrt und Lefzen aufzieht, als wenn das ein 2 jähriger Malamuterüde macht. Aber das wird schon. Blöder ist, dass man zwischen ihm und Chinua aufpassen muss. Spielzeug ist weggeräumt und gibt’s nicht mehr zur freien Verfügung, was ich sehr schade finde, denn Chin kann nun nach dem Abendpappi mit dem roten Mot nicht mehr gnatschen. Leckerli werfen und suchen lassen gibt´s auch nicht mehr. Vor kurzem hat er gemeint, auch meine Aufmerksamkeit als seine Ressource betrachten zu können und herum gemault, als Chin beachtet wurde und er nicht – mal sehen, wie nachhaltig das darauffolgende „Donnerwetter“ war. Das find ich besonders schade, denn weder zwischen Nanook und Chinua noch zwischen Chinua und Teddy musste man groß aufpassen und man konnte die Hunde machen lassen. Aber wer weiß, was er schon erlebt hat und als er im Shelter in Shanghai in der Hundegruppe war, hat er sicher gelernt, sich durchzusetzen, um nicht übrig zu bleiben.

Chinua selbst ist zwar wieder besser gelaunt, aber mögen tut sie ihn, glaub ich, noch nicht so wirklich. Er ist halt ein riesengroßes Trampeltier, drängt sich gern mal einfach an ihr vorbei und ist einfach körperlich sehr präsent.

Bürsten, Halsband & Brustgeschirr anziehen, abtrocknen… da arbeiten wir gerade dran, denn da wird tw. noch sehr herum gehampelt und herum gekaspert. Etwas kritisch sind seine Vorderbeine – das mag er gar nicht, wenn man die nimmt und festhält. Er beißt nicht, nimmt aber die Hand ins Maul. Das üben wir jetzt ganz besonders – dürfte aber noch etwas Zeit benötigen. Ich denke, da muss mal was passiert sein, dass er da so empfindlich reagiert. Ähnlich wie in der Autobox – greift man da schnell und für ihn unvorhersehbar hinein brummelt er ab und an mal kurz oder aber brüllt, wenn andere Leute Chinua in der Nachbarbox beachten. Nicht jedes Mal, aber es kommt vor. Auch da ist also noch Übungsbedarf vorhanden. Leider hab ich bislang noch nicht mehr über seine Vergangenheit in Erfahrung bringen können.

Weiters machen wir regelmäßig, wie mit einem Welpen, kurze Trainingsspaziergänge hinunter Richtung Hauptstraße – bewaffnet mit der Lutschtube, um alles, was einen in menschlicher Gesellschaft so begegnen kann, möglichst entspannt kennen zu lernen. Das klappt ganz gut und ich hoffe, dass er mit der Zeit, mit zunehmendem Alter, besserer Impulskontrolle und Frustrationstoleranz und je mehr er kennen gelernt hat, typisch Malamute cool und entspannt durch die Welt chillen kann.

Und wir sind gerade dabei, die ersten Schritte Richtung Canicross zu machen (ans Bike wage ich mich grad noch nicht und einen passenden Scooter such ich noch) – dabei zeigt er sich ganz vielversprechend – ich denke, da werden wir noch wirklich Spaß und eine gute Zeit gemeinsam bekommen.

Alles in allem geht’s voran und ich weiss ja von Chinua: in spätestens 10 Jahren hab ich dann einen coolen, unkomplizierten Verlasshund. 😉😂😁😝