Teddy

Teddy

Kurz nach Nanooks Tod im März 2018 habe ich beim „facebooken“ zufällig Teddys Inserat auf einer abonnierten Nordische-in-Not Seite entdeckt. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wegen einem neuen Hund schauen, noch nicht mal wirklich darüber nachdenken. Aber Teddys Blick hat mich so sehr an Nanook erinnert und berührt, dass ich eine gute Woche lang jeden Tag mindestens einmal sein Inserat wieder aufgerufen und betrachtet habe und schließlich hinschrieb.

Die ersten Infos die ich bekam, waren vielversprechend und man bot mir an, mich telefonisch zu melden. Da ich kurz darauf aber eine Operation mit stationärem Aufenthalt und anschließendem längeren Krankenstand hatte, vereinbarten wir, dass ich mich danach melden würde. Ich rechnete nicht damit, dass der hübsche Bub 4-5 Wochen später noch einen Platz suchen würde. Doch ich hatte Glück und nach dem Telefonat im Mai noch mehr das Gefühl, dass genau dieser Hund unser neuer Begleiter werden sollte. Und so vereinbarten wir einen Besuchstermin für Anfang Juni.

Etwa 1,5 Wochen davor erreichte mich dann die Nachricht, dass Teddy Interessenten hat, die schon mehrmals mit ihm spazieren waren und nach positiver Vorkontrolle nun umzieht. Ich fiel aus allen Wolken, dachte mir aber, dass es so vermutlich eh besser wäre, da ich ihn – sofern alles gepasst hätte – eigentlich erst nach meinem großen Schottland-Roadtrip im Oktober holen wollte. Trotzdem war ich enttäuscht.

Eine knappe Woche später – ich war gerade deprimiert, weil Chinua als Einzelhund nicht gut zurecht kam und immer unsicherer und depressiver wurde – bekam ich die Info, dass Teddy zurück gebracht wurde – angeblich hat er dort randaliert und ist aus dem Garten ausgebrochen. Das darauf folgene Wochenende waren Chinua und ich dann in Thüringen, wo wir Teddy kennen lernten und uns beide gleich in ihn verliebten. Eine weiteres Wochenende später fuhren wir abermals nach Meiningen und holten den Buben ab, der wie selbstverständlich, sofort mit mir mitging und in mein Auto einstieg – so als wärs schon immer so gewesen.

Seitdem hat Teddy unser Leben unglaublich bereichert mit seiner lieben und unkomplizierten Art. Ich war darauf gefasst, einen Hund mit ein paar Baustellen zu bekommen, wenn ich einen aus dem Tierschutz aufnehme. Tatsächlich war dem nicht so. Klar musste man sich aneinander gewöhnen und das eine oder andere musste noch ein bisschen geübt werden (die Ansprechbarkeit beim spazieren gehen in erster Linie), aber Teddy integrierte sich sofort und ganz problemlos in unseren Alltag.

Schon am 3. Tag haben wir mit allein-bleib Training begonnen, dass ganz problemlos verlief. Chinua und er waren quasi von Beginn an ein Herz und eine Seele. Wo der eine lag, war auch der andere nicht weit.

Auch unser Roadtrip wurde ein voller Erfolg – nach nur 3 Monaten bei uns und vermutlich davor noch nie auf Urlaub, ging er mit Chin und mir auf Reisen wie ein alter Hase und hatte keinerlei Probleme, fast täglich wo anders zu übernachten.

Sein Wesen war genauso entzückend und lieb, wie sein Gesicht. Menschen fand er super-toll und war allen freundlich gesinnt. Streichelte man ihn und hörte zu früh auf, stupste er zwar, war aber sonst niemals aufdringlich, dafür sanft und sehr, sehr höflich. Auch Artgenossen gegenüber war er nicht auf Krawall gebürstet, sondern ein Konfliktvermeider; einzig seine Angewohnheit, zur Begrüßung leicht zu zwicken, war gewöhnungsbedürftig. Durch Maulkorb drauf beim Erstkontakt liess sich das aber gut verhindern und keine 2 Minuten später konnte er dann ohne das Teil mit dem Artgenossen laufen. Generell war er ein sehr feinfühliger, sensibler Hund – es brauchte nicht viel, um auf ihn einzuwirken. Ein mahnendes „Teeeddy“ reichte i.d.R. völlig aus.

Er war ein richtiger Li-La-Laune-Bär – immer gut gelaunt und fröhlich und unglaublich lebenslustig. Er hat sich über seine Plüschtiere gefreut und er hat sich in der Früh gefreut, wenn´s das 2. Frühstück in Form eines Kauzeugs (am allerliebsten hatte er gepuffte Schweinenasen) gab. Er hat sich gefreut, neue Artgenossen und 2-Beiner kennen zu lernen und er hat sich gefreut, wenn man ihm etwas beibringen wollte. Ganz stolz war er, als er verstanden hatte, dass er mit seinem Kopf selbst ins Geschirr schlüpfen soll, beim heimkommen die Pfoten geben damit man sie abwischen kann oder einfach etwas im Fang halten. Er hat´s oft kaum erwarten können, etwas zu tun; sobald er wusste, was von ihm gewünscht wurde.

Teddy entwickelte sich zu einem perfekten Wanderkumpan, der einem viel Arbeit abnahm (v.a. bergauf), indem er stets, aber angenehm auf leichtem Zug am Bauchgurt unterwegs war. Auch beim joggen und biken hatte er Spaß und selbst bei unseren ersten Obedienceversuchen zeigte er sich in der Fußarbeit wirklich vielversprechend. Von dem angeblichen Dickkopf der Nordischen war bei ihm nicht viel zu merken, tatsächlich verfügte er über mehr „Will-to-please“ als Chinua ihn hatte.

Ende März 2018 hatte Teddy eines Tages ein „klackerndes“ Geräusch beim ausatmen, außerdem auch im Ruhezustand eine recht hohe Atemfrequenz, sonst schien aber alles in Ordnung zu sein (er spielte Nachmittags noch mit Chinua im Garten, fraß mit Appetit, erledigte seine Geschäfte…). Ich beobachtete das ein paar Stunden und beschloss dann, in die Tierklinik zu fahren. Dort zeigte er sich zuerst unauffällig, kollabierte aber nach der Blutabnahme und war trotz 40 Minuten Reanimationsversuchen nicht mehr wieder zu beleben. Mein Bub ist nach nur 9 Monaten bei uns in meinem Beisein in der TK an einem Spontanpneumothorax erstickt und hat uns alle fassungslos zurück gelassen.

Danke, dass du dich uns ausgesucht und Chinua und mich wieder glücklich gemacht hast, mein Prinzchen. Du wirst hier schmerzlich vermisst!

Steckbrief:

Herkunft: Tierschutzverein Meiningen
Rasse Husky/Malamute-Mix
Geschlecht: Rüde
Rufname Teddy
Wurftag: vermutlich 2012
Größe: 68 cm
Gewicht: 33 kg
Fell: Langstockhaar, silbergrau, schwarz