10. Etappe: Crianlarich

Der gestrige Tag war wieder so gar nicht der Unsere: am Vortmittag ist uns fast ein Reh ins Auto gesprungen, am Abend sind uns fast ein paar Fasane hinein gelaufen. Und Mittags ist uns beim zurückschieben auf einem leeren Waldparkplatz tatsächlich ein Baum hinten hinein gehüpft. Zum Glück nix Schlimmeres als eine Delle passiert. Trotzdem ärgerlich. Merke: vertraue nie blind den Rückfahrsensoren.

Damit nicht genug hatten wir Abends dann Stromausfall im Cottage. Licht und Heizung gingen zum Glück, aber sämtliche Steckdosen hatten keinen Strom mehr und somit war keine TV Geräuschkulisse (auch kein Wasserkocher etc.) möglich und es war noch stiller im ohnehin schon stillen Haus.

Heute war dafür recht unspektakulär. Von Errogie fuhren wir Richtung Süden nach Crianlarich, wo wir die nächsten 2 Nächte in einem kleinen, aber ganz süßen und gemütlichen Zimmer nächtigen werden. Es gibt hier einen normalen Wasserhahn (d.h. einer für heiß und kalt und alles dazwischen und nicht 2, wovon einer nur heiss, der andere nur kalt ausspuckt und dazwischen 20cm Abstand ist) und… einen FÖN! Juhuuu! Endlich wieder Haare nach dem Waschen trocken fönen können! Was für ein Luxus! 😂

Am Weg hierher haben wir zig Fotopausen im Nirgendwo wegen toller Landschaft gemacht, einen kurzen Stop beim Nessiecenter am Loch Ness, einen weiteren Kurzstop bei Urquhart Castle (3 Fotos vom Parkplatz aus geknipst und nix wie weg – die Touristenmassen meiden wir lieber) und dann noch auf einen Sprung beim Craigh Na Dun, der Location für den Steinkreis in “Outlander“ stehen geblieben. Den prägnanten Hügel gibt’s wirklich, den Steinkreis allerdings nicht so, wie er zu sehen ist. Zwar gab es dort tatsächlich mal einen, von dem sind aber nur mehr Fragmente übrig. Die magischen Steine in der Serie wurden mit Schaumstoff gebastelt. Hatte trotzdem was! 😉

Fotos von unterwegs demnächst.

Loch Ness

Gestern haben wir uns etwas Pause gegönnt und den Tag eher gemütlich verbracht. Mittags waren wir am Loch Ness, allerdings auf der weniger prominenten Seite. Relativ mittig bei Inverfarigaig; mehr oder weniger gegenüber von Urquhart Castle sind wir den Change House Walk im Erchite Wood entlang spaziert. 2,8km kurz, ein Stück entlang des Lochs und dann durch einen wunderschönen Wald. Wieder ganz ohne Weidevieh, dafür mit ein paar frechen Eichhörnchen… 😊

Ach und bevor jemand fragt… Nessie haben wir nicht gesehen, aber dafür ist ein anderes, kleines graues Ungeheuer den Fluten entstiegen… 😁😜

Skoorah Cottage

Skoorah, unser Cottage in Errogie ca. 20km von Inverness entfernt. 😊

Ich hab dann übrigens geschlafen wie ein Stein und sollten irgendwelche Gespenster da gewesen sein, hab ich sie schlichtweg nicht mitbekommen. 😛

Balmedie Country Park & Beach

Nachmittags waren wir gestern in Balmedie (etwas nördlich von Aberdeen) und haben eine 2,8km kurze Runde durch die Dünen und über den Strand gedreht. Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter – Mittags war es recht bewölkt und sah nach Regen aus, hat aber dann doch wieder aufgelockert. Wenn Engel reisen halt… 😇😈😂

Am Strand durften die Hunde ein wenig laufen (nö, sie spielen nicht – Chinua hätte gerne, aber Teddy flüchtet immer 😂), dann ging’s durch die Dünen und an Bunkern aus dem 2. WK zurück zum Auto am kostenfreien Parkplatz.

9. Etappe: Errogie

Heute (hier ist ja “erst“ 23:15) haben wir einen ziemlich langen Tag hinter uns.

Gleich in der Früh waren wir in Stonehaven und sind den Coastal Path zu Dunnottar Castle entlang gelaufen. Mittags hatte ich meine ersten Fish & Chips und anschließend haben wir noch eine kleine Runde beim Balmedie Country Park & Beach gedreht (Bilder davon dann demnächst).

Und danach ging’s dann quer über die Insel in den Nordosten, nach Errogie bei Inverness. Hier haben wir für die nächsten 3 Tage ein kleines Cottage mitten in der Pampa gemietet.

Da die Autobahn ein Stück gesperrt war, lotste mich mein Navi über zig kleine Straßerln, vorbei an einigen großen Whisky-Destillerien (wäre ich nicht schon recht müde gewesen, hätt ich die eine oder andere sicher auch noch geknipst) und durch den einen oder anderen charismatischen Ort. So langsam glaube ich zu verstehen, was die Leute aus der Schottlandgruppe meinten, als sie sagten: die schönsten Plätze findest du nicht an den bekannten Hotspots, sondern indem du einfach drauf los fährst. Kurz vor Carrbridge, mitten im Nirgendwo, durft ich dann diesen schönen Sonnenuntergang beobachten.

Danach gab’s noch eine Herausforderung für mich: ab Inverness war’s dunkel und die Straße führte teils als Single Track über zig Kurven durch den Wald, über Weidegitter und vorbei an einigen neben der Straße grasenden Schafen zu unserem kleinen Häuschen, dass noch vor dem Ort Errogie mitten im Grünen steht. Worauf ich mich schon Tagelang gefreut hatte, schien mir jetzt ein wenig gruselig. Hatte ich den Vorhang nicht vorhin ein wenig mehr zugezogen? Aber Schottland ist ja auch das Land der Elfen, Kobolde, Selkies, Gespenster und allerlei anderer Wesen, da darf ein bisschen Grusel vielleicht auch gar nicht fehlen…?! 😉😌

Falkland, Maspie Den & Bruce Tyndall Monument

Gestern sind wir gleich nach dem Frühstück nach Falkland gefahren. In diesem pittoresken kleinen Städtchen im Norden der Lomond Hills wurden die Anfangsszenen der Serie “Outlander“ gedreht. Ich habe Diana Gabaldons Roman “Feuer & Stein“, auf dem die Serie beruht, sicher schon vor 10 Jahren zum 1. Mal gelesen (und seitdem unzählige weitere Male) und vor etwa 1 Jahr dann die Serie für mich entdeckt. Aber bevor ich mich auf die Spuren von Claire & Jamie (ok, eigentlich eher Claire & Frank) begebe, haben wir noch eine kleine Wanderung vor uns.

Von der Webseite www.walkhighlands.co.uk hab ich mir einige Wanderungen für unseren Urlaub heraus gesucht. Hier hab ich den Trail “Maspie Den“ mit dem zum “Tyndall Bruce Monument“ miteinander zu einer nicht ganz 8km langen Tour verbunden.

Gestartet wird am kostenfreien Parkplatz direkt in Falkland. Von dort geht’s bergauf in den bunten Wald und über unzählige Brücken und Stufen den Maspie Den Trail bis zum Yad Wasserfall.

Apropos Stufen – was haben die Briten nur mit ihren Stufen (und Mauern)?! Ich hab mittlerweile so einen Muskelkater in den vorderen Oberschenkelmuckis, dass selbst Gas geben im Auto manchmal schmerzt. Gut, dass ich Teddy dabei habe; der zieht nach wie vor wie eine Lokomotive (allerdings auch bergab und ich vermute, vom gegenbremsen kommt der Hauptanteil des Muskelkaters…).

Der Yad Wasserfall ist weder besonders groß, noch besonders beeindruckend. Was ihn besonders macht, ist die Tatsache, dass man hinter ihm entlang läuft. Das ist schon eine ganz witzige Sache. Statt dem Trail wieder zurück nach Falkland zu folgen, nehmen wir nach kurzer Zeit links den Weg hinauf zum Tyndall Bruce Monument. Wir sind ganz alleine unterwegs und gönnen uns oben eine kurze Pause.

Danach geht’s zurück nach Falkland – ohne Stufen, aber wieder über einige Brücken und sogar durch einen kurzen Tunnel. Dann erreichen wir das Städtchen und drehen dort noch eine Runde.

Das Covenanter Hotel ist in der 1. Outlander Staffel Mrs. Bairds Guesthouse, wo Claire & Frank untergebracht sind, am Bruce Fountain, dem Brunnen vor der Kirche, sieht Frank den Highlander, der zu Claires Zimmer starrt und das Schaufenster mit der Vase gehört zum Fayre Earth Gift Shop.

Ich liebe diese alten Steinhäuschen – viele haben nette Namen wie etwa Rose Cottage o.ä. und niedliche Gärtchen davor. Die kleine Stadt hat definitiv ganz viel Charme! Die Runde heute war jedenfalls super-nett und ganz unaufgeregt und ohne jegliches Vieh. Auch mal angenehm…

8. Etappe: Abottswell Guest House, Aberdeen

Heute nächtigen wir in Aberdeen im ziemlich „unspektakulären“ Abbotswell Guest House. Es ist sauber und alles ok, aber halt nicht sehr „originell“. Aber ich bin trotzdem froh, da zu sein.


Gestern war nämlich irgendwie generell nicht so unser Tag. Nach den patschnassen Füssen wegen den blöden Kühen hab ich meinen Steckdosenadapter wohl im Twice Brewed vergessen und konnte weder Handy noch Tablett über Nacht laden. Zum Glück hatte der Fernseher einen USB Stecker, so dass ich das Telefon dort anhängen wenigstens „am Leben“ halten konnte. Not macht wirklich erfinderisch. Heut Früh bei Sainsburys dann einen Neuen gekauft. Zum Glück gibt’s dort fast alles! 😌

Und dann bekam ich um 22:00 Ortszeit ein SMS von der Unterkunft, die ich eigentlich in Aberdeen gebucht hatte. Sie mussten mich umbuchen auf ein anderes Hotel. Und kurze Zeit später: ach, ich reise ja mit Hunden – leider sind die in dem anderen Hotel nicht erlaubt. Dann kam nix mehr. Öhm… ja… Grossartig… NICHT. 😡

Heute Früh hab ich mir dann notgedrungen was Anderes gesucht und so wurde es jetzt eben Abbotswell. Hauptsache ein Dach überm Kopf, eine Dusche (diesmal wieder direkt am Zimmer) und ein Bett… (Ok… Parkplatz, kostenfreies WLan und TV sind auch immer beim Suchfilter ausgewählt! 😀)

7. Etappe: Forth Bay Guest House, Leven

Nach unserer Tour am Hadrians Wall ging’s weiter Richtung Norden; über die Queensferry Crossing nach Leven. Am frühen Abend erreichten wir unsere Unterkunft, das Forth Bay B&B; direkt an der Promenade gelegen. Zuerst die Hunde gleich am Strand ausgeleert. Dann mit den Gastgebern kurz die Gassizeiten abgeklärt, damit sich Chin & Teddy nicht mit deren Patterndale Murphy in die Queere kommen.

Und das Beste: das Zimmer hatte Meerblick. Da nimmt man das Bad außerhalb des Zimmers gerne in Kauf.

Abends saß ich mit einer Tasse heisser Schokolade im Sofa am Fenster und schaute Sonnenuntergang – erste Reihe fussfrei quasi. 😊

A “barbarian“ view of the Wall

Heute waren wir bei einem meiner persönlichen Highlights auf meiner Reise – eine Wanderung am Hadrians Wall.

Und zwar nicht irgendwo, sondern beim Abschnitt mit Sycamores Cap. Sagt euch nix? Kennt ihr aber ziemlich sicher. Könnt ihr euch an “Robin Hood – Prince of Thieves“ mit Kevin Costner und Morgan Freeman erinnern? Als die beiden in GB ankommen und ihre erste Begegnung mit dem widerlichen Guy of Gisborne haben? Tja, das war genau bei Sycamores Gap. Die Tatsache, dass ich bald bei einer großartigen Filmkulisse aus einem von mir viel geliebten Film in Teeniezeiten stehen werde, beeindruckt mich mehr als die Tatsache, dass der Hadrians Wall die Reste einer Befestigungsanlage aus dem 2. Jahrhundert sind. Auf Anordnung von Kaiser Hadrian wurde da eine 80 Meilen lange Mauer gebaut, die die Barbaren von den Römern trennen sollte.

Wir starten am kostenpflichtigen Parkplatz Steel Rigg, nur 800m vom Twice Brewed Inn entfernt. Es ist grade 9 Uhr und wir sind noch ganz alleine. Gut gelaunt starten wir auf die 6km kurze Runde. Der Nebel hängt noch in den Talsenken und es ist wunderschön und herrlich still und friedlich.

Wir marschieren den Weg entlang – vorbei an Kühen, zum Glück hinter einer Mauer und freilaufenden Schafen, aber die stören uns ja nicht. Und dann erhaschen wir einen ersten Blick auf den berühmten Sycamore Gaps Tree. Hach, ist das toll hier!

Wir kommen zum nächsten Gatter. Und dann falle ich aus allen Wolken. Kühe. Direkt neben dem Weg. Keine Möglichkeit, da mit viel Abstand und unbemerkt drum herum zu kommen. Und nicht nur das. Inmitten der Kühe steht auch noch ein riesiger Bulle. Ich zögere kurz. Vor Kühen und Wildschweinen hab ich, wenn ich Hunde dabei hab, wirklich wahnsinnig schiß.

Und dann entscheide ich mich, um die Weide herum zu laufen. Also ab in die Pampa und den Zaun entlang, in der Hoffnung, da irgendwie drum herum zu kommen. Das Gras ist kniehoch und noch feucht von der Nacht. Und damit nicht genug, sind die Wiesen tief und morastig. Gut, dass meine Gummistiefel im Auto sind. Meine Füße sind schnell klatschnass und bei jedem Schritt quatscht das Wasser in den Schuhen. Ich hasse das, wenns nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle. Und ich hasse nasse Füße. Ich werd langsam pissig. Wir müssen einen Bach überqueren. Teddy bockt und ich lande im Wasser. Waaaahhh! Und zurück zum Weg kommen wir so auch nicht mehr, weil da andere Weiden mit versperrten Gattern sind.

Schei.. drauf, denk ich mir. Dann kraxeln wir eben direkt hinauf zum Wall. Zum Glück ists nur ein kurzes Stück und nicht schwierig. Und dann stehen wir das erste Mal bei DEM Baum. So ganz geniessen kann ich’s noch nicht und wir gehen erstmal den Weg, den wir eigentlich retour kommen sollten in die andere Richtung. Man will ja nix versäumen; immerhin war der Umweg um die Weide jetzt quasi eine Abkürzung um knapp die Hälfte der Strecke.

Wir kommen an einem See vorbei und es ist so traumhaft schön, dass meine schlechte Laune bald wieder verflogen ist. Nach einiger Zeit wechseln wir auf die andere Seite des Walls und gehen wieder zurück zu Sycamores Gap. Dort mach ich gefühlte Millionen Fotos, bevor ich mich losreissen kann und wir langsam zurück Richtung Parkplatz gehen.

Gut, dass wir so früh los sind, denn jetzt treffen wir immer mehr Leute. Fast alle sprechen mich auf Chin und Teddy an und streicheln die beiden. Auch eine Deutsche treffe ich, die seit 10 Jahren in GB lebt, weil sie sich einen Schotten geangelt hat. Wir plaudern eine Zeit lang, dann wandern wir weiter. Vorbei an den Überresten von Castle Nick, dann ziemlich steil bergab und dann sind wir wieder in Steel Rigg.

Gut 3 Stunden waren wir unterwegs. Ich freu mich tierisch, trockene Socken und Schuhe anziehen zu können. Und jetzt geht’s weiter nach Schottland!
(Und zurück in Wien muss ich dann direkt den Film wieder mal rauskramen! 😊)