Zamwachsen

Da wir auf Facebook schon ganz ungeduldig gefragt wurden, wie´s denn uns und es weiter ging…

Ja, wie geht´s uns?! Wir leben ja nach dem Motto „möglichst ehrlich“, auch wenn das Internet bekanntlich geduldiger als Papier ist. Daher ganz ehrlich: gestern hatten wir ein bisschen einen Hänger. Nach der Euphorie der ersten Tage ein kleiner Dämpfer. Nix Schlimmes. Etwas Tamtam beim bürsten (Näääää das mag ich jetzt grad nicht *hampelhampel*), ein wenig zu ruppig zu einer Hundefreundin von Chin und spazieren gehen ist halt nicht mehr so easy-cheesy chillig wie noch vor kurzem. Keine Überraschung – damit muss man rechnen, wenn ein neuer Hund; noch dazu einer mit Vorgeschichte; einzieht. Und dann wieder eine Welle des ganz starken Nanook-Vermissens… Wird uns noch öfters passieren in nächster Zeit. 2 Schritte vor, einer zurück. Aber das gehört zum `zamwachsen halt auch einfach dazu.

Der heutige Tag ist bisher dafür 1a. Der Morgenspaziergang ist schon recht relaxt – obwohl nur 20 Minuten, nimmt er sich da Zeit zum shnüffeln und es ist alles recht entspannt. Und beim heimkommen weiß er schon genau, wo unser Grundstück ist.

Gestern Abends gab´s zum 1. Mal Fleisch – war ihm Anfangs noch nicht so ganz koscher. Hat´s erstmal aus dem Napf befördert und kritisch beäugt. Die Gemüsepampe ohne Tier drinnen, wird – typisch Mann – sowieso stehen gelassen – da muss man schon gut vermischen, damit´s in den Hund kommt. Heute Früh hat er´s aber schon ganz ohne zu zätzerln gefressen.

Dann waren die beiden Läuse heute das erste Mal alleine in der Wohnung für ne Stunde. Keinen Mucks haben sie gemacht, nichts war zerstört – alles fein. Morgen wagen wir uns an 1,5 Stunden.

Beim langen Spaziergang jetzt hab ich extre ne schattige Strecke gewählt, wo nicht viele Leute unterwegs sind und mir wirklich Zeit genommen. Direkt nach dem aussteigen aus dem Auto ist er derzeit noch in einem anderen Universum. Da nimmt er kaum etwas wahr, hat keine Zeit zum schnüffeln und geniessen und es geht nur vor-vor-vor. An Clicker ist da noch nicht zu denken und auch die gute Pferdewurst von Fleischeslust kann er da nicht fressen. Also einfach die Richtungswechseltaktik praktiziert. Nach einiger Zeit wurde das ziehen weniger und er ansprechbarer – möglicherweise, weil er müde wurde, was zählt ist aber, dass er anfangen konnte zu kooperieren. Statt Richtungswechsel reichte rückwärts gehen und er begann, das andere Ende der Leine dabei wahr zu nehmen. Plötzlich kann man auf ein „Warte“ auch ohne weitere Ermahnung stehen bleiben. Auch ein Sitz und sogar ein Platz waren möglich und die Wurst konnte wieder gefressen werden. Zwischendurch hab ich mich einfach mal auf einen Baumstamm gesetzt um noch mehr zu „entschleunigen“ und siehe da – der Herr kann sich auch ganz ohne Anweisung in eine Ruheposition verpflanzen und sogar Streicheleinheiten einfordern.

Alles in allem macht er sich wirklich unheimlich gut und er ist soooo bemüht, alles richtig zu machen, wenn er nicht gerade völlig in seine Hundewelt versunken ist. Bin ich im Garten, ist er immer neben mir und zeigt gar kein Interesse daran, diesen groß zu erkunden oder gar abzuhauen. Und auch wenn noch viele Rückschritte kommen: ich freu mich auf das gemeinsame üben und trainieren und einander kennen lernen und zum Team werden und bin gespannt, was uns auf diesem Weg da noch so alles erwartet!

P.S: seht ihr Chins Grinser? Spazieren gehen macht nämlich plötzlich wieder Spaß. V.a. wenn man auf einmal selbst der Streber und Verlasshund ist (ei, wer hätte jemals gedacht, dass der verrückte Flummi einmal die Brave und Unkomplizierte sein wird?!) und daher ständig besonders gelobt wird.

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